Neuordnung des Finanzsektors
Grüne fordern Zerschlagung von Banken

Das Bundesfinanzministerium hatte sich jüngst offen für eine Neuordnung des Bankenwesens gezeigt. Den Grünen sind Lippenbekenntnisse aber zu wenig. Sie drücken aufs Tempo - mit drastischen Vorschlägen.
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DüsseldorfIn der Debatte um eine Trennung von Investment- und Geschäftsbanken dringen die Grünen auf drastische Maßnahmen. In einem Handelsblatt Online vorliegenden Antrag der Grünen-Bundestagsfraktion, der diese Woche in den Bundestag eingebracht werden soll, wird die Einsetzung einer „Kommission zur Regulierung der Großbanken“ noch in dieser Wahlperiode gefordert. „Diese soll für Deutschland Vorschläge entwickeln, die geeignet sind, das Gefährdungspotential, das mit systemrelevanten Banken verbunden ist, (…) vollständig abzubauen“, heißt es in dem Papier.

Die Grünen wollen laut ihrem Antrag gesetzlich verankern, dass Staatshilfen bei Bankschieflagen künftig nur noch das klassische Einlagen- und Kreditgeschäft stützen und das riskante Investmentbanking von einer staatlichen Rettung ausgegrenzt wird. Außerdem solle geprüft werden, inwieweit Investmentbanking und klassisches Bankgeschäft auch im laufenden Geschäftsbetrieb getrennt werden können. Die Bundestagskommission soll nach dem Willen der Grünen überdies die Frage beantworten, ob eine Schuldenbremse für Banken, also eine verbindlich einzuhaltende Eigenkapitalquote, geeignet wäre, das von Großbanken ausgehende Systemrisiko zu begrenzen und damit für mehr Finanzstabilität zu sorgen.

Der Kommission sollen neun Mitglieder des Bundestages und neun Sachverständige aus Finanzwirtschaft, Aufsichtsbehörden und Wissenschaft angehören. Ergebnisse sollten bis Ende September 2012 vorliegen.
Der Vorstoß der Grünen kommt nicht von ungefähr. Hintergrund ist, dass sich das Bundesfinanzministerium im Oktober offen für eine Neuordnung des Bankenwesens gezeigt hatte, um Geschäftsbanken besser vor den Risiken des Spekulationsgeschäfts abzuschirmen. Die Trennung von Geschäfts- und Investmentbereichen sei ein „interessanter Ansatz“, über den „auf internationaler Ebene intensiv diskutiert werden“ sollte, sagte damals ein Sprecher. Doch seitdem ist in dieser Frage nichts mehr geschehen.

Wenn es um das sogenannte Trennbankensystem geht berufen sich die meisten Politiker auf Großbritannien, wo einst eine Kommission unter dem Vorsitz des früheren Notenbankers John Vickers einen Vorschlag vorgelegt hat. Sie will innerhalb jeder Bank einen „Schutzschild“ um die Spareinlagen errichten, um das Filialgeschäft vom riskanten Investmentbanking zu trennen. Eine formelle Abspaltung wird nicht verlangt. Konkret müssten die

Banken wohl für das Privat- und Firmenkunden-Geschäft und das Investmentbanking getrennt Eigenkapital vorhalten.

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Fitch offen für Trennbanken

Kommentare zu " Neuordnung des Finanzsektors: Grüne fordern Zerschlagung von Banken"

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  • oops ... Der Dämlack hiess natürlich Gottfried ...

  • @globale_bankster

    >> www.steuerboykott.org

    Auch wenn das langsam nervig wird, ständig darauf hinzuweisen: das ist eine Seite, die allen Ernstes Georg Feder zur Lektüre empfiehlt und einen gescheiterten Ingenieur für einen großen Ökonomen halten - der letzte, der das Tat hatte einen lächerlichen Schnauzer und war das Produkt einer nach seinen eigenen Vorstellungen zufolge - rassisch nicht ganz sauberen Inzestlinie.

    Was Menschen wie Sie vor ca 80 Jahren aber nicht davon abhielt, diesem Volltrottel nachzulaufen ... Das Ergebnis ist bekannt.

  • @HH_Köln

    >> Jaja, es gibt immer noch Leute,
    >> denen geht die Realität am Arsch vorbei !

    q.e.d.

    Ich weiss ja nicht, was Sie für "die Realität" halten, aber seien Sie vergewissert, andere halten das, was sie damit verwechseln, eher für eine ziemlich dümmlich paranoide Verschwörungstheorie ...

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