Neuwahl
Merkel will Kirchhof als Finanzminister

Was führende CDU-Politiker bereits andeuteten, wurde nun bestätigt: Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel will den Steuerexperten Paul Kirchhof nach einem Wahlsieg zum Bundesfinanzminister machen. Was aus Edmund Stoiber wird, bleibt hingegen ungewiss

HB BERLIN. Auf einer Wahlkampfveranstaltung sagte Merkel am Donnerstag in Büsum, sie habe den früheren Verfassungsrichter Kirchhof als zukünftigen Finanzminister in ihr Wahlkampfteam geholt. Am Rande der Veranstaltung ergänzte die CDU-Vorsitzende später: "Wenn es in meiner Macht steht und es die Koalitionsverhandlungen ergeben, wird er Finanzminister werden." Erst am gestrigen Mittwoch war Kirchhof als Finanzexperte für das so genannte Kompetenzteam der Union vorgestellt worden.

Zuvor hatte sich bereits der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) für den parteilosen Kirchhof als neuen Bundesfinanzminister ausgesprochen. Auch sein nordrhein-westfälischer Kollege Jürgen Rüttgers betonte, der 62-jährige Kirchhof werde nach einem Wahlsieg der Union zur Regierungsmannschaft gehören.

Bisher hatte CSU-Chef Edmund Stoiber intern Interesse an einem Superministerium etwa für Wirtschaft und Finanzen erkennen lassen, aber auch an einem Wechsel ins Auswärtige Amt nach einem Wahlsieg der Union. Er will sich die Entscheidung über seine politische Zukunft bis nach der Wahl offen halten.

Zugriff von Stoiber auf Kabinettsposten nicht verwehren

Nach der allgemeinen Empörung über Stoibers abfällige Äußerungen zu den Ostdeutschen hatte Merkel aber bereits angedeutet, dass sie nach einem Wahlsieg kein solches Superministerium einrichten und die Felder Wirtschaft und Arbeit in einem Ressort zusammenhalten will. In den Spitzen von CDU und CSU wurde darauf verwiesen, dass es keinerlei Absprachen gebe, die Stoiber als CSU-Chef und bayerischem Ministerpräsidenten bei einem Regierungswechsel den freien Zugriff auf einen Kabinettsposten verwehrten.

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