Neuwahl
Vom Bundestag ins Arbeitsamt

Die von Bundespräsident Köhler unterstützte Neuwahl bedeutet für einige Abgeordnete das politische Karriereende. Altgediente Parlamentarier wie Volker Rühe und Wolfang Bötsch räumen ihre Schreibtische und im Bundestag zittert eine Hundertschaft von Angestellten um ihre Jobs. Ein verzweifelter Kampf hat begonnen.

HB BERLIN. In den Werbeagenturen setzen die kreativen Köpfe mit Blick auf den Wahltermin zum Endspurt an. Deutschland ist im Wahlfieber, nachdem Bundespräsident Horst Köhler den Bundestag auflöste und die Wähler für den 18. September zu den Urnen gerufen hat. Den Parteien und ihren Wahlkampfstrategen bleiben noch knapp zwei Monate, um die Bürger von ihren Argumenten zu überzeugen.

Während die überwiegende Mehrheit der Parteien und Bürger die Neuwahl will, blicken viele Mitarbeiter von Abgeordneten dem Wahldatum mit Bangen entgegen. Zahlreiche, teilweise hoch qualifizierte Referenten von Bundestagsabgeordneten haben Zeitverträge, die an die jetzt frühzeitig beendete Legislaturperiode gebunden sind.

Verpasst "ihr" Abgeordneter den Wiedereinzug in den Bundestag, sind die Mitarbeiter zunächst arbeitslos. Dies könnte nach einer inoffiziellen Übersicht rund 100 Personen betreffen. Andere wiederum wussten mit gebührendem Vorlauf, dass der "Boss" nicht wieder kandidiert. Im Bundestag sind rund 3500 dieser Mitarbeiter mit Zeitverträgen beschäftigt. Die Arbeitsagentur kümmert sich um jene, die am 19. September möglicherweise keinen Job mehr haben.

Bildergalerie: Abgeordnete vor dem Karriereende

Auf der anderen Seite ist die Möglichkeit groß, dass neue Arbeitsplätze entstehen. Nach allen bisherigen Umfragen könnte die neue Linkspartei in Fraktionsstärke in den 16. Bundestag einziehen. Mitarbeiter mit profunden Kenntnissen über parlamentarische Abläufe hätten wahrscheinlich gute Chancen. Rein äußerlich erhält der Bundestag in jedem Fall ein neues Gesicht: Die Bestuhlung und die Sitzverteilung für das Plenum muss nach der Wahl umgestaltet werden. Allemal dann, wenn nach SPD, CDU/CSU, Grünen und FDP mit der Linkspartei eine fünfte Fraktion untergebracht werden müsste.

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