Neuwahlen
Schröder setzt auf kurzfristige Wende

Trotz des anhaltend großen Rückstandes zur Union in den Umfragen hat Bundeskanzler Gerhard Schröder an seinem Ziel festgehalten, die SPD zur stärksten Partei zu machen, und eine andere Koalition als mit den Grünen abgelehnt.

HB BERLIN. "Ich habe keinen Plan B, sondern verfolge den Plan A, der heißt Kampf dafür, dass die SPD stärkste Partei wird", sagte er in einem ZDF-Interview, das am Sonntagabend ausgestrahlt werden sollte. In der Tat seien die Voraussetzungen dafür schon mal günstiger gewesen, fügte Schröder hinzu, "aber das feuert mich nur an".

Er sei gewohnt zu kämpfen und werde es auch dieses Mal tun. "Und deswegen setze ich auf die letzten 14 Tage." Dann würden sich die noch unentschlossenen Wähler entscheiden. Er sei zuversichtlich, die fehlenden Stimmen für die SPD gewinnen zu können. Zugleich schloss der Kanzler die Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung durch die Linkspartei aus.

Die Sozialdemokraten liegen in Meinungsumfragen weit hinter der Union, konnten aber jüngst leicht zu CDU und CSU aufschließen. Nach einer am Samstag veröffentlichten emnid-Umfrage für den Fernsehsender N24 verbesserte sich die SPD in der Sonntagsfrage um einen Punkt auf 30 Prozent, auch die Grünen legten um einen Punkt auf acht Prozent zu. CDU/CSU und ihr potenzieller Koalitionspartner FDP blieben unverändert bei 42 beziehungsweise sieben Prozent. Die Linkspartei sackte um einen Punkt auf zehn Prozent ab. emnid hatte von Montag bis Mittwoch 3000 Bundesbürger nach ihren Wahlabsichten befragt.

Schröder lehnte es erneut ab, eine rot-grüne Minderheitsregierung von der in Linkspartei umbenannten PDS tolerieren zu lassen. Spekulationen darüber seien völlig ohne realen Hintergrund und fernab der Realität. Auch Spitzenvertreter der Linkspartei hatten auf deren Parteitag am Samstag ein von Union und FDP immer wieder ins Spiel gebrachte Zusammengehen mit Rot-Grün ausgeschlossen.

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