Nicht mehr kostenlos
Union legt Konzept für Versteigerung von Emissionszertifikaten vor

Bisher handelten die deutschen Stromkonzerne mit Emissionszertifikaten, deren Zuteilung sie keinen Cent gekostet hatte. Das soll sich nun ändern: Laut einem Konzept der Union sollen die Zertifikate schon ab 2008 versteigert werden.

HB BERLIN. Unionsfraktionsvize Katherina Reiche (CDU) sagte dem Handelsblatt, die Auktionierung könne dazu beitragen, den Wettbewerb auf dem Energiemarkt zu stärken. In einem Eckpunktepapier schlägt sie vor, mit Beginn der neuen Handelsperiode zehn Prozent der Zertifikate für die Energiewirtschaft zu versteigern. Die Versteigerung soll im Bookbuilding-Verfahren erfolgen. Dabei wird vor der Versteigerung eine bestimmte Preisspanne festgesetzt. "Das Bookbuilding-Verfahren würde die Argumente entkräften, die gegen eine Versteigerung sprechen. Insbesondere könnte der Preis für die Zertifikate nicht durch Spekulationen und strategisches Verhalten in die Höhe getrieben werden", sagte Reiche.

Reiche schlägt vor, die aus der Versteigerung resultierenden Mittel zur Entlastung an anderer Stelle, beispielsweise zur Reduzierung der Stromsteuer, zu verwenden. "Wenn die Energie-Frage die neue soziale Frage ist, dann geben wir mit diesem Vorschlag eine erste Antwort. Wir könnten mit den Einnahmen aus der Versteigerung dort für Entlastung sorgen, wo die gestiegenen Strompreise zu einer erheblichen Belastung geworden sind", sagte sie dem Handelsblatt.

Bislang wurden alle Zertifikate zu Beginn des Handels kostenlos zugeteilt. Dennoch beschert der Emissionshandel der Energiebranche Milliardengewinne. Die Energiekonzerne stellen ihren Kunden die für die Stromerzeugung verbrauchten Zertifikate, die beispielsweise an der Leipziger Strombörse EEX gehandelt werden, zum jeweils aktuellen Marktpreis in Rechnung. "Es ist eine Tatsache, dass die Stromkonzerne die Zertifikate einpreisen. Dies treibt die Strompreise in die Höhe. Die Politik ist aufgefordert, hier zu handeln. Eine Versteigerung von Zertifikaten kann hier eine Lösung sein", sagte Reiche.

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