Niederlage in Stuttgart

Wähler vertreiben Union aus den Großstädten

Die Union verliert den Anschluss in den deutschen Metropolen. In Stuttgart wurde der Unions-Kandidat von einem Grünen überflügelt. Knapp ein Jahr vor der Bundestagswahl muss die CDU dringend über ihr Profil nachdenken.
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Die Fußgängerzone in Freiburg. Quelle: dpa

Die Fußgängerzone in Freiburg.

(Foto: dpa)

StuttgartNach der Schlappe bei der Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl hadert die CDU mit ihrer Schwäche in Großstädten. Baden-Württembergs CDU-Landeschef Thomas Strobl sagte am Sonntagabend, die CDU tue sich in Metropolen generell schwer: „Das haben dieses Jahr bereits Beispiele wie die Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt am Main gezeigt.“ Knapp ein Jahr vor der Bundestagswahl sei es nun Aufgabe der gesamten CDU, „auch diesen Umstand zu analysieren und daraus Schlüsse zu ziehen“, forderte Strobl.

Auch der Stuttgarter Kreischef und Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann mahnte, die Bundes-CDU müsse dringend ein Großstadtkonzept entwickeln. Die Stuttgarter Schulbürgermeisterin Susanne Eisenmann sagte der dpa, die CDU müsse über Antworten auf die drängendsten Fragen der urbanen Wähler nachdenken. Diesen würden die Themen Kinderbetreuung, Ganztagsschule, Probleme von Alleinerziehenden und die städtebauliche Entwicklung unter den Nägeln brennen.

Der von der CDU nominierte, parteilose Werbeunternehmer Sebastian Turner hatte bei der OB-Wahl am Sonntag klar gegen den Grünen-Politiker Fritz Kuhn verloren. Kuhn kam auf 52,9 Prozent, Turner nur auf 45,3 Prozent.

Die CDU hat nach Meinung von Politikwissenschaftlern in Großstädten ein grundsätzliches Problem. „Dort trifft sie den urbanen Lebensstil weiter Teile der Stadtbevölkerung nicht mehr“, sagte der Kommunikationsprofessor Frank Brettschneider von der Universität Stuttgart-Hohenheim der dpa.

Im Südwesten stehe die Union vor einer langen Durststrecke, ergänzte der Stuttgarter Politikwissenschaftler Oscar Gabriel. Die CDU komme nicht aus dem Schatten von Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus heraus. Dagegen sei es den Grünen um Regierungschef Winfried Kretschmann gelungen, die Vorbehalte konservativer Wähler zu zerstreuen. „Da wird es für die CDU langfristig sehr schwer werden, wieder eine Alternative aufzubauen“, sagte Gabriel der dpa.

In der Stuttgarter CDU ist zudem ein Streit über den Umgang mit dem erneuten Rückschlag für die Partei ausgebrochen. Kreischef Kaufmann sah in dem Resultat von Turner einen Fortschritt gegenüber der verlorenen Landtagswahl 2011. Kaufmann sagte sogar mit Blick auf CDU-Chefin Angela Merkel: „Ich denke, dass die Bundeskanzlerin nicht unzufrieden sein wird mit diesem Ergebnis.“

Eisenmann warnte prompt davor, Turners Ergebnis schönzureden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kanzlerin mit diesem Ergebnis zufrieden ist.“

Nach seinem klaren Sieg will der künftige Oberbürgermeister Kuhn das Ergebnis an diesem Montag vor der Presse analysieren. Die Grünen können nach Meinung ihres Bundesvorsitzenden Cem Özdemir aus Kuhns Wahlkampf lernen. Nun müssten die Grünen diesen Schwung für die kommende Bundestagswahl mitnehmen und den Erfolg ihres Parteifreundes genau analysieren. „Für uns heißt es, dass man schauen muss, warum die Grünen im Südwesten so stark sind, obwohl wir im Bund ja gerade eine schwierige Phase durchmachen durch die Zuspitzung Steinbrück versus Merkel“, betonte Özdemir.

Als einen der Gründe für die Dominanz der Grünen in Baden-Württemberg nannte der Parteichef die breite thematische Aufstellung der Partei. Grüne im Südwesten würden als links, liberal im Sinne von bürgerrechtlich und gleichzeitig wertkonservativ wahrgenommen. „Das ist hier kein Widerspruch.“ In Berlin werde das zu seinem Bedauern manchmal anders gesehen.

Stuttgart wird grün

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    ES IST DOCH EIN TREPPENWITZ
    DER WELTGESCHICHTE - DASS
    200.000 GRÜNE STIMMEN ANGEB-
    LICH STUTTGART ZUM NABEL DER
    WELT MACHEN SOLLEN..
    ..
    ES WIRD ZEIT-DEN GRÜNEN SPUK
    ZU BEENDEN
    ::

  • Seit Frau Merkel hat die CDU keinen "bürgerlich-konservativen" Nährwert mehr. Es ist eine "Gröhe / Kauder Theatergruppe", wo Merkel die Peitsche knallt. CDU ist inhaltslos. Wozu soll man die wählen ? Alle fähigen Leute haben der Partei längst den Rücken gekehrt. Frau Merkel hat eine Blockflöte draus gemacht.

  • Seit Frau Merkel hat die CDU keinen "bürgerlich-konservativen" Nährwert mehr. Es ist eine "Gröhe / Kauder Theatergruppe", wo Merkel die Peitsche knallt. CDU ist inhaltslos. Wozu soll man die wählen ? ALle fähigen Leute haben der Partei längst den Rücken gekehrt. Frau Merkel hat eine Blockflöte draus gemacht.

  • Die Wahlbeteiligung lag bei 45,7% (Stuttgarter Zeitung)
    Also untr 50%!
    Und genau diese, in den letzten Jahre zunehmend, schwache Wahlbeteiligung sollte alle Politiker aufschrecken
    Die Mehrheit des Volkes wendet sich von der Politik ab.
    Dies kann auch gefährlich werden

  • Rob Roy
    ich glaube, Sei haben Recht
    Es war auch ein Fehler, dass Merkel sich in diesen Wahlkampf eingemischt hat

  • Dagegen sei es den Grünen um Regierungschef Winfried Kretschmann gelungen, die Vorbehalte konservativer Wähler zu zerstreuen
    -----------------
    Mag momentan stimmen. Aber eben auch in Ermangelung einer ganz anderen Alternative
    Denn Wir Deutschen überall haben ja leider nur die Auswahl zwischen den derzeitigen etablierten Parteien
    Also wählt man halt jetzt mal Grün. Das geht so lange gut, bis die Bürger, auch in Stuttgart, merken, wie sehr die Grünen für die Islamisierung und das Zurückdrängen der Deutschen sind
    Denn auch darüber habe ich schon eingis gelesen aus Stuttgart, wo eine Muslima Sozialminsiterin ist
    Die Deutschen sind noch nicht wach genug und die Stuttgarter die nun Grün wählen, sind die, die am Killesberg wohnen, ihre Kinder in Privatschulen geben und von irgendwelchen antideutschen Dingen der Grünen wenig (noch) betroffen sind
    Wie hoch war denn überhaupt die Wahlbeteiligung?

  • Da muss man sich an den Kopf fassen. Solch ein Gerede habe ich ja lange nicht mehr gesehen. Die CDU hat sich am Lande jahrelang bedient. Und wnen ich sehe, wie in den Städten Stäbe eingerichtet werden, als Parteibuchsoldaten mit Unionsparteibuch, vorzugsweise Junge Union, abe rschlechter Abschluss, dnan muss ich mich ernsthaft fragen,w as kommt denn da für ein Gesock hoch. Die haben keinerlei Werte und dafür steht die CDU. Nur das "Pack" das die CDU nun führt, das kann damit nichts anfangen.

    Und wenn ich lesen muss Späth, dnan muss ich lachen. Fragt mal die Leute, die mit den Firmen in denen Späth, bevor er sich hauptrsächlich der Politikzuwnadte, arbeitete, zu tun hatten, Neue Heimat oder Bietigheimer Wohnbau, dnan werdet ihr was hören. Sagen wir mal: branchenübliche Dinge liefen da ab.

  • Profil der CDU oder A. Merkel = " Baron von Münchhauesn "

    Der hat sich auch am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen

    Merkel will das nach 3 Jahren Schulden machen auch machen Mittels ESM; 50 % aller EURO-BONDS kaufen; klappt das nicht.

    Dann ist die Bundesbank = Pleite

    Die BB hat 30 Milliarden Eigenkapital und jeden Monat ca. 35 MRD Target 2 Salden werden erzeugt.
    Das heißt das jeden Monat in der BRD das Eigenkapital der
    BB verbraten wird als uneinbringlich.

    Den Euro wird es kein Jahr mehr geben, dannach wird es auch keine "grüne" Politik der momentanen Parteien mehr geben.

  • Meiner Meinung nach war dieses Wahlergebenis zu befürchten:
    1. Wenns dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis. Baden-Württemberg und v.a. dem Stuttgarter Großraum geht es sehr gut, und mancher früher konservativ Wählende glaubt, Stuttgart könne sich einen grünen OB leisten.

    2. Die Partei der Besserverdienenden sind nun mal die Grünen: Es spielt für deren Klientel keine Rolle, wenn Sprit und Strom noch teurer und für die City eine Eintrittsgebühr fällig wird, man hats doch, ja man man kann dann endlich mal zeigen, was man sich alles leisten kann...

  • Migranten halten sich eher raus aus der Politik. Oft haben sie ja nicht einmal die Staatsbürgerschaft, also sich von Migranten grossartige Wahlergebnisse zu erwarten, ist nicht richtig.
    Nein, die Bürger sind es einfach leid zu sehen, was für eine Politik die CDU macht. Die CDU genauso wie die CSU ist sich jedoch zu sicher, da sie ja historisch sehr starke Zahlen vorweisen konnte. Nun wird immer mehr über den Kopf der Leute hinwegregiert und dadurch entsteht ein Schaden am Image, der sich so schnell nicht mehr beheben lässt. Was den Abfluss der früheren CDU Wähler zu anderen Parteien erklärt.
    Frau Merkel und die CDU/CSU dürfen sich nächstes Jahr auf eine ähnliche Situation einstellen, ebenso die SPD.

    Der neue OB ist Realo, also kein Bilderberger Trittin. Das ist ein grosser Unterschied, weil er für eine neue Art des Demokratieverständnisses steht. Somit mag er zwar grün sein, aber dies deckt sich noch lange nicht dem dem Grün, wie man es im BT vorfindet.

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