Niedersachse im Kampfjet
Finanzminister lässt sich durch die Luft jagen

Der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring hat sich einen Jugendtraum erfüllt – auf Kosten des Steuerzahlers: Eine Stunde lang düste der CDU-Politiker als Passagier mit einem Phantom-Kampfjet der Bundeswehr herum. Als die Sache ruchbar wurde, hatte Möllring eine drollige Begründung parat.

HB HANNOVER. Möllring sagte, Hintergrund des Fluges sei aber vor allem „ein klares Bekenntnis zur Bundeswehr in Niedersachsen“ gewesen. „Ich halte es für wichtig, dass sich möglichst viele Personen des öffentlichen Lebens zur Bundeswehr bekennen, denn die Soldaten halten jeden Tag den Kopf hin.“ Die Bundeswehr bezifferte die Betriebskosten pro Flugstunde bei einer „Phantom“ auf 8 700 Euro. Möllring, der früher Fallschirmspringer war, habe einen Übungs- und Ausbildungsflug mitgemacht, so dass keine zusätzlichen Kosten entstanden seien.

Die niedersächsische SPD wittert dennoch einen Skandal: Landeschef Garrelt Duin sagte am Mittwoch in Hannover, vermutlich habe Möllring gegen das Ministergesetz verstoßen, das verbiete, Geschenke im Wert von mehr als zehn Euro anzunehmen. Duin drohte mit einem parlamentarischen Nachspiel.

In Niedersachsen wird in drei Monaten ein neuer Landtag gewählt. Eine neue Umfrage deutet auf eine Wiederwahl des schwarz-gelben Regierungsbündnisses hin. Danach kommt die CDU von Ministerpräsident Christian Wulff derzeit auf 44 Prozent, die FDP auf sieben. Die SPD erreicht 33 Prozent und die Grünen neun Prozent. Die Linke würde nach der Erhebung mit vier Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

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