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Niedersachsen: Grüne beklagen Wahlkampf ohne Streitereien

David McAllister (CDU) und Stephan Weil (SPD) kämpfen um das Amt des Ministerpräsidenten. Trotzdem tragen sie ihr Duell mit Samthandschuhen aus. Dabei gibt es genügend Gründe für einen hitzigen Wahlkampf.

Sie tun sich nicht wirklich weh: Ministerpräsident David McAllister (l.) und Herausforderer Stephan Weil Quelle: SAP/dpa
Sie tun sich nicht wirklich weh: Ministerpräsident David McAllister (l.) und Herausforderer Stephan Weil Quelle: SAP/dpa

Die Vorzeichen für einen hitzigen Wahlkampf in Niedersachsen sind bestens: Rund fünf Wochen vor der dem Urnengang sind noch alle Fragen zum möglichen Wahlausgang offen: Bleibt CDU-Spitzenmann David McAllister Ministerpräsident? Kann ihn ein Bündnis von SPD und Grünen stürzen? Schaffen FDP, Piraten und/oder die Linken den Sprung über die Fünf-Prozent-Marke?

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Und auch die Berliner Bundespolitiker schauen am 20. Januar – rund neun Monate vor der Bundestagswahl – gespannt nach Hannover. "Bei einem Sieg von uns wird Rot-Grün auch im Bund mit ganz anderer Ernsthaftigkeit diskutiert", sagt SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil. "Aber es geht nicht nur für uns um viel – am 20. Januar wird sich auch das Schicksal von Philipp Rösler entscheiden." Es ist ein offenes Geheimnis: Scheitert die FDP in Niedersachsen sind Röslers Tage als Bundesvorsitzender gezählt.

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Stand heute droht das Ende der schwarz-gelben Koalition in Niedersachsen. Die jüngste Umfrage von Infratest dimap sieht die CDU bei 40 Prozent, die SPD bei 33 und die Grünen bei 15 Prozent. FDP, Linke und Piraten erreichen danach gerade einmal drei Prozent der Wählerstimmen.

Trotz dieser brisanten Ausgangslage plätschert der Wahlkampf im flächenmäßig zweitgrößten deutschen Bundesland so vor sich hin. Das mag zum einen daran liegen, dass sich die Landesparteien darauf verständigt haben, auf Wahlwerbung in der Vorweihnachtszeit zu verzichten. Die Gesichter und Slogans der politischen Vertreter werden erst nach den besinnlichen Tagen plakatiert.

Prognosebörse Rot-Grün liegt in Hannover in Führung

Rund einen Monat vor der Niedersachsen-Wahl erzielt die CDU auf der Handelsblatt-Prognosebörse den Höchstwert, die FDP knackt die Fünf-Prozent-Hürde. Trotzdem reicht es für Ministerpräsident David McAllister nicht.

Zum anderen mangelt es an Aufregerthemen. Und die Themen, die die Niedersachsen umtreiben, fassen die Spitzenkandidaten mit Samthandschuhen an. Diesen Vorwurf erheben jedenfalls die Landes-Grünen. Sie vermissen die inhaltliche Konfrontation der Spitzenkandidaten von CDU und SPD. Ein thematischer Streit der Protagonisten McAllister (CDU) und Weil (SPD) finde bisher kaum statt, kritisieren die grünen Top-Kandidaten Anja Piel und Stefan Wenzel. „Bloß keinen Widerspruch hervorrufen – das scheint mir die Wahlkampfstrategie zu sein, die man Herrn McAllister aufgeschrieben hat“, sagte Wenzel. Er sieht eine regelrechte „Politik der De-Thematisierung“.

Stephan Weil Der unbekannte Favorit

Stephan Weil fehlt der Glamourfaktor, er beherrscht nicht die bundesweiten Schlagzeilen, ist Fan von Hannover 96. Niedersachsen ist der SPD-Mann ein Leben lang treu. Zum Dank wird er wohl zum Ministerpräsidenten gewählt.

Auch Weil fehlt nach Piels Ansicht inhaltliches Profil: „Stephan Weil ist jemand, der mehr die Diskussion auf der strukturellen Ebene führt und nicht so sehr auf der harten thematischen Auseinandersetzung.“ Themen wie Atommüll, Ausbau erneuerbarer Energien, Massentierhaltung. "Bislang habe ich noch nicht erlebt, dass die SPD kämpferisch gegen die CDU geredet hat", sagt Piel im Gespräch mit Handelsblatt Online. Um sich den Weg in eine Große Koalition nicht zu verbauen? "Eine solche Koalition wäre für die SPD fatal, zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Große Koalition dem Wunsch der Wähler entspricht."

Anders als der SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil erteilt die Anja Piel der CDU eine Absage: "Nach allem Ermessen ist Schwarz-Grün in Niedersachsen nicht möglich. Dazu müsste sich die CDU komplett neu erfinden."

  • 17.12.2012, 17:20 Uhrmargrit117888

    Was beklagen denn die Grünen?
    Hitziger Wahlkampf?
    Aber doch nicht mit der Generation der Männleins.
    Und dazu haben gerade die Grünen die Männer ja gemacht.
    Nun ist ihnen das auch wieder nicht Recht.
    Diesem Land fehlen Persönlichkeiten. Männer mit Format, dann wird es auch wieder hitziger

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