Niedersachsen
Lindemann wird neuer Landwirtschaftsminister

Die in die Kritik geratene niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen (CDU) ist zurückgetreten. Ihr Nachfolger wird der frühere Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gert Lindemann (CDU).
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HB HANNOVER. Die Personalie teilte Ministerpräsident David McAllister (CDU) am Freitag in der CDU-Fraktionssitzung mit, wie ein Sprecher der Fraktion sagte. Grotelüschens Nachfolger wird der frühere Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gert Lindemann (CDU). Grotelüschen war zuletzt bei Opposition und Tierschützern wegen ihrer beruflichen Vergangenheit in der Putenzuchtbranche in die Kritik geraten. Zuletzt warf das NDR Fernsehen der CDU-Politikerin in Berichten vor, als Prokuristin in einem Schlachtbetrieb für Dumpinglöhne mitverantwortlich gewesen zu sein.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Björn Thümler machte am Freitag klar, dass er "großen Respekt" vor dem Schritt Grotelüschens habe. Gleichzeitig kritisierte er die Opposition für ihr Verhalten gegenüber der zurückgetretenen Landwirtschaftsministerin. Der Umgang mit der 46-Jährigen sei "respektlos und menschlich zutiefst verletzend" gewesen, sagte er. Am Donnerstag hatte sich Grotelüschen bereits inoffiziell bei einer geplanten Weihnachtsfeier von ihren Mitarbeitern im Ministerium verabschiedet.

Lindemann soll nun vermutlich am 19. Januar im Landtag vereidigt werden. Der im Kreis Peine lebende Jurist arbeitete lange Zeit als Fachmann im Landwirtschaftsressort in Hannover und war danach bis vor elf Monaten Amtschef von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) in Berlin. Thümler machte am Freitag klar, dass der 63-Jährige als "anerkannter Agrarfachmann" ein hohes Ansehen habe. Er sei ein "profunder Kenner der hiesigen wie auch der europäischen Agrarpolitik". "Seine politische Erfahrung und sein Wissen werden Niedersachsens Landwirtschaft und den Menschen im Land sicherlich zugutekommen", sagte Thümler.

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  • Frau Grotelüschen hat deutlich gezeigt, zu welch sittenwidrigen Untaten die Unternehmen in der behandlung ihrer beschäftigten fähig sind, wenn keine harten Reglementierungen, verbunden mit hohen Strafandrohungen, zu befürchten sind.
    Das Verhalten dieser CDU-Frau muss doch auch allen Unionspolitikern klar machen, dass unter den Unternehmer etliche zu finden sind, die alles bis zum Exzess ausnutzen und dass ein Mindestlohn eine Notwendigkeit in unserer Wirtschaft ist.

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