Niedersachsen: McAllister lehnt Zweitstimmenkampagne für FDP ab

Niedersachsen
McAllister lehnt Zweitstimmenkampagne für FDP ab

Gestern noch für möglich gehalten, heute ausgeschlossen: Eine Leihstimmenkampagne zugunsten der kränkelnden FDP wird es nicht geben, sagte Ministerpräsident David McAllister.
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WilhelmshavenNiedersachsens Ministerpräsident David McAllister hat sich am Samstag deutlich gegen eine Leihstimmenkampagne zugunsten der FDP ausgesprochen. "Ich werbe um jede Erst- und Zweitstimme für die CDU", sagte der CDU-Politiker dem NDR in Wilhelmshaven am Rande der Klausurtagung des CDU-Bundesvorstands. Er sei sich sicher, dass die FDP bei der Landtagswahl am 20. Januar den Einzug in das Parlament aus eigener Kraft schaffen werde. Auch in der "Wilhelmshavener Erklärung", die der Bundesvorstand der Partei am Samstag verabschiedete, heißt es mit Hinweis auf die Landtagswahl: "Geben Sie der CDU am 20. Januar 2013 beide Stimmen!"

Hintergrund der Äußerung ist eine andauernde Debatte, ob die CDU in Niedersachsen dem Koalitionspartner unter die Arme greifen sollte, damit die FDP über die Fünf-Prozent-Hürde kommt. McAllister selbst hatte die Diskussion diese Woche noch angeschoben. Nach jüngsten Umfragen liegen die Liberalen bei vier Prozent. McAllister dürfte auf die FDP als Koalitionspartner angewiesen sein.

Der Ministerpräsident selbst hatte die Debatte um eine Hilfe für die FDP angeschoben. "Möglicherweise gibt es noch einen gemeinsamen Auftritt mit dem FDP-Spitzenkandidaten Stefan Birkner", sagte er der "Bild"-Zeitung. Bereits am Donnerstag hatte McAllister zudem Verständnis für CDU-Wähler geäußert, die die FDP wählen würden. "Viele CDU-Wähler haben mir in den vergangenen Tagen gesagt, sie überlegten, zum ersten Mal in ihrem Leben mit der Zweitstimme FDP zu wählen", hatte der CDU-Politiker nach einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" auf dem Neujahrsempfang der niedersächsischen CDU gesagt. "Wenn nur ein Bruchteil von ihnen das wirklich tut, dann wird die FDP fünf Prozent erreichen und wieder in den Landtag kommen."

Die SPD kritisierte die Debatte. "Die Leihstimmenkampagne ist Ausdruck der Verzweiflung im Lager der CDU", teilte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, mit. "McAllister weiß doch, dass es auch mit den Stimmen der FDP nicht reichen wird." Er bezog sich auf eine NDR-Umfrage, in der das rot-grüne Lager mit 47 Prozent derzeit vorne liegt.

 
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Kommentare zu " Niedersachsen: McAllister lehnt Zweitstimmenkampagne für FDP ab"

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  • können CDU-Wähler überhaupt noch eigenständig Rückschlüsse ziehen??

  • @ Harlemjump

    Tipp für alte Staasi-Dampfbacken ! Tue was für deine BILDung, du Pfeife ! Du bist nicht mehr Up to Date !

    http://www.rep.de/?ObjectID=c45ca7f4-fdc0-4a89-b05a-184bfd049a49&ArticleID=abd7906a-129a-4d1e-8d00-100b878fe40b

  • Es war die KanzlerIn, die Mc Allister zurückbeißen ließ. Nun wird der Gudste schon heute über seine eigenen Fehler nachdenken; denn der freie Fall in der cdU scheint ihm sicher.

    So gesehen ist die schwarze Partei zum Kanzlerwahlverein mutiert. Alles unter der Glucke, aber kein Platz für männliche Typen.

    Vielleicht wechselt WeWe ja die Party und taucht bei Merkel unter. Weismann, alles ist möglich, wenn die Taler rollen. In der fdp hat der Gudste einfach fertig.

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