Niedersachsen: Trittin macht Wahlkampf gegen Wiesenhof

Niedersachsen
Trittin macht Wahlkampf gegen Wiesenhof

Im Niedersachsen-Wahlkampf wird auch die Massentierhaltung eine zentrale Rolle spielen. Für Grünen-Fraktionschef Trittin die Gelegenheit, gegen den Hauptsponsor seines Lieblings-Fußballvereins zu wettern.
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BerlinDer Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl, Jürgen Trittin, hat angekündigt, sich im niedersächsischen Wahlkampf vehement gegen Massentierhaltung stark zu machen. Im Visier hat der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion dabei vor allem den Geflügelproduzenten Wiesenhof, den Trittins Lieblings-Fußballverein Werder Bremen zum Haupt- und Trikotsponsoren gemacht hat.

Er werde so stark wie möglich seinen Landesverband Niedersachsen im Wahlkampf unterstützen, sagte Trittin in einem Interview des Deutschen Bundestages. „In Niedersachsen stehen die Massentierhaltung und die katastrophalen Bedingungen in den Ställen im Zentrum der politischen Auseinandersetzung.“ Dann kommt er auf das Wiesenhof-Thema.

Er sei Fan des SV Werder Bremen. „Leider macht der Verein neuerdings Werbung für einen dieser Massentierhalter“, kritisierte er und fügte hinzu: „Es wäre mir eine persönliche Freude, wenn sich das ändern würde. Dann könnte ich auch mein Amt als Nachhaltigkeitsbeauftragter des SV Werder wieder ausüben.“

Trittin war im vergangenen Jahr wegen des neuen Sponsors von Werder Bremen als Umwelt-Botschafter des Fußball-Bundesligisten zurückgetreten. Er begründete diesen Schritt in einem offen Brief damit, dass das auf dem Trikot werbende Unternehmen Wiesenhof aus seiner Sicht „der Marktführer der industriellen Billig-Fleischproduktion“ sei. „Wiesenhof kann kein Partner für einen umweltbewussten Verein sein“, schrieb der Grünen-Politiker.

Werder-Präsident Fischer bedauerte den Rückzug des Politikers. Doch auch bei Teilen der Fans ist der neue Sponsor umstritten und zog deshalb rund 340 Vereinsaustritte nach sich. Dies ist Vereinsangaben zufolge etwa ein Prozent der Mitglieder. Dem Geflügelfabrikanten Wiesenhof wird von Tierschützern unter anderem Tierquälerei vorgeworfen.

 


Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

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  • 1950 war es auch normal, dass es nur Sonntags Fleisch zu essen gab. Widerliche Argumentation - da will ich mal nicht minder widerlich sein: Ich kann mir auch jeden Tag ein " glückliches Huhn" leisten, wer das nicht kann soll nicht den Anspruch auf Luxus zum Nachteil eines Schwächeren, in diesem Fall der Tiere, für sich beanspruchen.

  • Soetwas geht aus wie wir es schon bei der "Energiewende" gesehen haben. - Erst wird mit den "armen Hünchen" Stimmenvieh gesammelt und wenn es wirklich umgesetzt werden sollte, wundert und beschwert man sich darüber, daß Hühnerfleisch im Preis heftig steigt. - So wie momentan der Strom.
    Angesichts von zu erwartender Wirtschaftsflaute und weiterer Verarmung ganzer Bevölkerungsgruppen bei ohnehin schon steigenden Lebensmittelpreisen sollte man vorher nachdenken. Zumal die Billigware dann aus dem Ausland importiert wird, bzw. die Produktion dorthin verlagert. weil der Bedarf ganz einfach da ist. "Öko" können sich eben nur die Klientel der Grünen leisten. Also gehen allenfalls in Niederdachsen "ein paar" Arbeitsplätze in ohnehin strukturschwachen Gebieten verloren! Will man das wirklich???
    Ein anderes ist, ob Fußballvereine Sponsoren brauchen, oder ob die Akteure in dem Geschäftszeig einfach krass überbezahlt sind!? Z.B. 1950 hatten alle Spieler noch normale Berufe und legten Geld zusammen um den Bus zum nächsten Spiel zu bezahlen, Trainer, Schiedsrichter, arbeiteten ehrenamtlich und der Sport war schöner und ehrlicher, weil er Hobby war. Sämtliche "Stars" - egal wo - werden m.E. zu hoch bezahlt, aber Politiker wie Trttin gehören auch dazu, deswegen wird da nicht nachgehalten.

  • Hühner haben nichts zu lachen - egal ob sie Eier legen müssen oder zur Mast gehalten werden. Was viele aber nicht wissen: Bei der Haltung und Züchtung von Masthähnchen hat die stärkste Intensivierung von allen Bereichen der Nutztierhaltung stattgefunden. Die Folgen für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Masthühner ist dramatisch. ->
    http://www.youtube.com/watch?v=SUt65vIIUTk&feature=related

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