Niedersachsen: Uran im Garten gefunden

Niedersachsen
Uran im Garten gefunden

In Niedersachsen ist angereichertes Uran gefunden worden, wie es in Kernkraftwerken genutzt werden kann. Der Behälter mit dem radioaktiven Material sei in dem Garten eines Privatmannes im Landkreis Holzminden vergraben gewesen, teilte eine Sprecherin des Landesumweltministeriums am Mittwochabend mit.

HB HANNOVER. Eine schädliche Strahlung ging nach Aussagen von Experten des Umweltministeriums in Hannover davon nicht aus. Nun soll vor allem geklärt werden, woher das Material stammt. Es handelt sich um Kern-Brennstoffe, die einer strengen staatlichen Kontrolle unterliegen.

Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) sagte am Mittwochabend in Hannover, vergraben im Garten eines Mannes seien am 22. Februar 14 so genannte Uran-Pellets gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Besitzer. Das Ministerium wollte zu dem Mann keine nähere Angaben machen.

Die Uran-Menge - insgesamt rund 110 Gramm - sei viel zu gering, um sie im Ausland zu Geld zu machen, sagte der Strahlenschutz-Experte im Ministerium, Markus Knauer. „Der Wert ist minimal.“ Militärisch oder zum Bau von Atomwaffen könne das Uran nicht genutzt werden. Zur Herstellung von Brennelementen sei weitaus mehr Material notwendig. Das Material und seine Herkunft sollen nun in einem Spezialinstitut in Karlsruhe untersucht werden. Das Uran werde in dieser Form in Brennelemente-Fabriken hergestellt, es wurde aber noch nicht in Kernkraftwerken verwendet, wie es im Ministerium hieß.

Ungeklärt sind vor allem die Umstände, wie der Mann aus Lauenförde an das Uran kam. Er hatte sich am 17. Januar über seinen Rechtsanwalt an das Bundeskanzleramt gewandt. Außerdem hatte der Mann gesagt, dass er bereits seit Jahren verschiedene Stellen - darunter die Grünen - über das Uran informiert habe. Warum bislang niemand Behörden oder die Justiz eingeschaltet hatte, konnte das Umweltministerium nicht sagen. Strahlenschutz-Fachmann Knauer sagte, er halte es für möglich, dass der Mann vor allem für Aufregung sorgen wollte.

Mit drei Strahlenschutz-Fahrzeugen waren die Behörden nach Lauenförde gefahren. Messungen hätten jedoch keine Strahlung ergeben, hieß es. Hinweise auf eine berufliche Verbindung des Mannes mit einem Kernkraftwerk hat das Umweltministerium bislang nicht. Er habe in einer Reingigungsfirma gearbeitet.

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