Niedersächsischer Landesparteitag der SPD
„SPD ist doch keine Holding“

In Niedersachsen beginnt Vizekanzler Müntefering den Kampf um die Parteibasis.

WALSRODE. So, noch ein Bild muss sein.“ Vor der Stadthalle Walsrode zieht Franz Müntefering zielsicher Hubertus Heil und Garrelt Duin an seine Seite. Dann steht das Trio steif vor den Kameras. Für diese Szene ist der scheidende SPD-Chef schließlich zum niedersächsischen Landesparteitag gereist – nach den Chaostagen ist Versöhnung angesagt. Die Nachwuchspolitiker wirken angespannt: Sie haben jene Kraftprobe mit angeschoben, die zu Münteferings Rücktritt führte. Jetzt will der 33-jährige Heil Generalsekretär werden, der 37-jährige Duin kandidiert als SPD-Niedersachsen-Chef. Auch eine Brutus-Rolle will gelernt sein.

Müntefering jedoch betritt lächelnd die Halle. Der 65-Jährige kennt seine Partei gut genug, um zu wissen, dass er gleich ein SPD-Paradox erleben wird: Die Sozialdemokraten bejubeln immer diejenigen am meisten, die sie gerade abgeschossen haben. In Walsrode gibt es stehende Ovationen der 200 Landesdelegierten für Müntefering beim Einzug. Stehende Ovationen nach der Rede. Stehende Ovationen beim Auszug. Dazwischen hört Müntefering dutzendfach das Bekenntnis, dass man mit ihm einen der besten SPD-Chefs verliere, die die Partei je hatte. Er richtet den Blick nach vorne und bittet darum, Duin, den Rechtsanwalt aus Ostfriesland, bei der Wahl zum Landesvorsitzenden nicht abzustrafen. Müntefering mahnt, die verschiedenen Flügel der Partei mögen bitte nicht gar zu wild um sich schlagen. „Denkt daran, dass der Kopf immer in der Mitte sitzt. Die SPD ist auch keine Holding, die von einem Flügel übernommen werden kann.“

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