Niedriglohn-Sektor
Ifo sieht Millionen Jobs durch Kombilöhne

So genannte Kombilöhne, wie sie Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel befürwortet, könnten nach Ansicht des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich ermöglichen.

HB MÜNCHEN/NÜRNBERG. Ifo-Arbeitsmarktexperte Martin Werding sagte der "Berliner Zeitung", dafür sei allerdings ein Zeitraum von sechs bis zehn Jahren notwendig. Voraussetzung sei ein Absenken der Löhne in den unteren Einkommensbereichen um rund 30 % auf ein Niveau, zu dem "Arbeit am Markt auch bezahlt" werde.

Damit aus der Lohnsenkung keine Einkommenssenkung werde, müsse der Staat Zuschüsse zahlen, sagte Werding: "Der Vorteil ist: Statt wie beim Arbeitslosengeld II eine Lohnersatzleistung für Nicht-Arbeit auszugeben, wird vom Staat beim Kombi-Lohn eine niedrig dotierte Arbeit unterstützt." Der Experte zeigte sich überzeugt, dass Kombi-Löhne für den Staat keine Mehrausgaben bedeuten würden, da Sozialleistungen bisherigen Stils eingespart würden und mehr Steuern und Sozialversicherungsbeiträge anfielen.

Skeptischer zeigte sich das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Nürnberg, das zur Bundesagentuir für Arbeit gehört. IAB-Vize-Chef Ulrich Walwei sagte, Kombilöhne könnten in gewissem Umfang den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Die Effekte dürften aber nicht überschätzt werden: "Das ist kein Wundermittel". Dies habe sich im Ausland bereits erwiesen. Zudem bestehe ein hohes Kostenrisiko: "Man muss das sehr restriktiv handhaben, sonst wird es für den Staat sehr teuer."

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