Niedrigzins
Schäuble will Versicherern helfen

Der Leitzins der EZB befindet sich auf niedrigem Niveau. Nun will Finanzminister Schäuble die Rahmenbedingungen an den Zins anpassen und kündigt einen neuen Anlauf für eine Änderung bei Bewertungsreserven an.
  • 4

BerlinFinanzminister Wolfgang Schäuble sagt den Versicherern wegen der Dauer-Niedrigzinsen die Unterstützung der nächsten Bundesregierung zu. Diese werde einen neuen Anlauf starten, die Bewertungsreserven fairer auf die Lebensversicherungskunden zu verteilen.

„Wir müssen darauf achten, dass nicht wenige zulasten vieler profitieren", sagte er am Donnerstag auf dem Deutschen Versicherungstag in Berlin. Die geltende Regelung bevorzugt Kunden, die sich ihre Verträge jetzt auszahlen lassen, gegenüber jenen, die erst später an der Reihe sind. Zu Jahresbeginn waren die Versicherer mit ihrer Forderung, das Gesetz zu ändern, bei der Politik abgeblitzt.

Schäuble erklärte, für die Versicherer werde es immer schwieriger, die Erträge zu erwirtschaften, die sie ihren Kunden versprochen hätten. Denn die Marktzinsen lägen unter zwei Prozent, während die langfristigen Garantien für Kunden derzeit im Schnitt rund 3,25 Prozent betragen würden. „Das kann auf die Dauer kein tragfähiges Geschäftsmodell sein."

Es verunsichere die Kunden. „Die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen müssen an die Besonderheiten eines Niedrigzinsumfelds angepasst werden." Dafür werde sich die neue Bundesregierung auch in Brüssel einsetzen. Versicherer spielen bei der immer wichtiger werdenden privaten Altersvorsorge eine entscheidende Rolle.

Im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag war der Versuch gescheitert, die Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven per Gesetz zu revidieren. Schäuble räumte ein, dabei habe man sich „nicht mit Ruhm bekleckert" und werde es beim nächsten Mal besser machen. Zuletzt hatte auch die Bundesbank für eine rasche Neuregelung plädiert.

Seite 1:

Schäuble will Versicherern helfen

Seite 2:

Neuordnung von Maklerprovisionen

Kommentare zu " Niedrigzins: Schäuble will Versicherern helfen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bei den höchsten Steuereinnahmen in der Geschichte kann der oberste Schutzgelderpresser ruhig großzügig mit der Versicherungswirtschaft sein. Wenn keiner mehr Versicherungen abschließt, kann er ja auch keine 19% Schutzgeld mehr abpressen.

  • Wir retten alle und alles , niemand wird zurückgelassen...
    n iemand bleibt im Regen stehn, jeder bekommt sein Schirmchen aufgespannt,
    Jeder darf unter den Schutz und Schirm der Regierung..
    Mutti Merkel , wir rufen zu dir.......
    Wie wäre es aber mal mit einer Politik, die solche Hilfeleistungen nicht nötig machen würden.?
    Ich erinnere mich gerade auch, an die großkotzigen Aussagen 2007/2008 .....betrifft uns alle nicht, ist nur ein Problem anderer, in ein paar Monaten ist alles vorbei, kräht kein hanh mehr danach.
    Was waren das doch für große Geister, was es Dummheit, oder bewusste Täuschung?
    Jeder , der die Fakten kannte, wusste, das wird eine kritische Sache über viele Jahre..
    Jeder , der aufklärte, der die Fakten erkärte und die Folgen, der war ein ganz übler Panikmacher, ein Verschwörer u.s.w.
    Und , wo stehen wir heut? Wer hatte denn nun recht?
    Über Wegen zu lösung kann man geteilter mEinung sien, ncht aber über den verheerenden Zustand unseres Finanzwesens das man seit Ausbruch der Krise stes geleugnet hat.
    Wer sich am Ende als Lügner heraustellt, der hat nun mal das Vertrauen verloren.
    Interessannt ist, mit welcher Vermessenheit sie alle weiterlügen,
    ebnso wieviele Dumme es gibt, die Denen immer wieder glauben.
    Die meinen. das Ganze wäre eben ein unabwendbareres naturgegebenes Schicksal.
    Nein, das ist es nicht, mit den richtigen Gegenmaßnahmen wären wir schon lange durch und würden wirder auf stabilen Fundamenten stehen.
    De Tatsache, dass an Genau das nicht tut, lässt vermuten, dass alles so gewollt ist, dass es demnächst garantiert noch schlimmer kommt. Das wäre dann die große k
    Krise, die man braucht (O..Ton Schäuble) um die Veränderungen umzusetzen, die sie wollen,
    Aber dann wird es erst lustig für das volk, dann sind sie verraten und verkauft.
    Viele Jahrzehnte alte Träume der Eliten flammen wieder auf, diesmal wird es durchgezogen.

  • Erst Banker/Banken helfen. Jetzt Versicherungen. Wann hilft er endlich den Bürger? Warum verachtet er diese und kann nur diese ausplündern?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%