Nils Schmid
Baden-Württembergs neuer Superminister will Industrie stärken

Für Baden-Württembergs neuen Minister für Wirtschaft und Finanzen, Nils Schmid, bleibt die Autoindustrie das Herzstück der Wirtschaft im Ländle. Ein klares Signal an den grünen Landes-Chef Winfried Kretschmann.
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DüsseldorfIn seinem ersten Interview als neuer Minister für Wirtschaft und Finanzen hat Nils Schmid (SPD) die Automobilbranche als „Herzstück der baden-württembergischen Wirtschaft“ bezeichnet und eine Stärkung der Industrie des Bundeslandes angekündigt. „Ich werde ein waches Auge drauf haben, dass die industrielle Basis unseres Landes eine gute Zukunft hat“, sagte Schmid im Gespräch mit dem Handelsblatt. Denn das Ziel der Vollbeschäftigung, das im Koalitionsvertrag verankert worden sei, könne nur „mit einer prosperierenden Industrie“ erreicht werden. Schmid nannte hier die Automobilhersteller und -zulieferer, aber auch die klassischen Branchen Chemie, Pharma und Medizintechnik. Der Strukturwandel in der Autoindustrie und in anderen Branchen sei nur gemeinsam mit den Unternehmen zu bewältigen, betonte Schmid. 

Mit seinen Aussagen machte der Superminister deutlich, dass er einen Konfrontationskurs mit dem grünen Koalitionspartner nicht scheut. Am Donnerstag ist das Kabinett von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) im Stuttgarter Landtag vereidigt worden. 

„Die Grundlage der Regierung ist der Koalitionsvertrag. Da steht nicht drin, dass wir weniger Autos haben wollen, sondern andere“, sagte Schmid und kündigte die Förderung von Forschungsinstituten an, um Null-Emissions-Fahrzeuge zu entwickeln. Schmid setzt dabei auch auf die Premium-Hersteller. „Die großen Innovationen kommen von hier, das zeigt die Technik-Geschichte des Autos“, sagte Schmid. Auch um schadstoffarme Antriebe zu entwickeln, sei das Land „auf starke Unternehmen angewiesen“, betonte er. 

Schmid versprach zudem eine solide Haushaltspolitik. Daran werde sich die Koalition insgesamt messen lassen müssen. „Wir werden zunächst einen Kassensturz machen müssen“, sagte Schmid. „Mir geht es jetzt darum festzustellen, was die Erblast von 57 Jahren CDU-Herrschaft ist.“ Außerdem kündigte Schmid an, vom Stimmgewicht im Bundesrat Gebrauch zu machen, „immer, wenn es um Steuergerechtigkeit geht".

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