"Noch kein selbsttragender Wettbewerb"
Regulierer will Telekom stärker kontrollieren

Selbst sechs Jahre nach der Freigabe des Telekommunikations-Marktes ist der Wettbewerb in der Branche noch nicht dauerhaft gefestigt. Auch in dem ebenfalls unter Kontrolle der Behörde stehenden Briefmarkt gestalte sich das wettbewerbliche Umfeld weiter schwierig, teilte die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post am Donnerstag in Bonn in ihrem Tätigkeitsbericht mit.

HB BONN. „Der Wettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt ist weiterhin regulierungsbedingt, so dass von einem selbsttragenden Wettbewerb keine Rede sein kann“, erklärte die Behörde in dem alle zwei Jahre erscheinenden Bericht. Die eigene Tätigkeit als Behörde sei daher „unverzichtbar“. Zudem sei es notwendig, die Marktaufsicht über das marktbeherrschende Unternehmen Deutsche Telekom punktuell zu verstärken. Als Beispiel nannte die Behörde die Verpflichtung der Telekom, ihren Wettbewerbern die eigenen Produkte und Dienste anzubieten und den Wiederverkauf zu ermöglichen.

Der deutsche Telekommunikationsmarkt koppelte sich nach Angaben der Behörde in den Jahren 2002 und 2003 von der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab. Die Umsätze der Unternehmen würden im laufenden Jahr auf voraussichtlich 63 Mrd. € steigen von 59,9 Mrd. € in 2001.

In dem der Regulierung unterliegenden größten Marktsegment Festnetz hätten die Wettbewerber der Deutschen Telekom ihre Umsätze erhöhen und ihre Abhängigkeit von Leistungen der Telekom reduzieren können. Der gestiegene Marktanteil der Wettbewerber, zu denen etwa Arcor, Colt oder 01051 zählen, verteile sich nach wie vor auf eine große Zahl von Unternehmen, urteilte die Behörde. Jedoch habe sich die Abhängigkeit der Marktteilnehmer von der Telekom erneut abgeschwächt. Im Jahr 2001 hätten die mehreren Dutzend mit der Telekom konkurrierenden Anbieter ohne eigenes Netz noch rund 64 % ihrer Umsatzerlöse für Vorleistungen der Telekom verwandt. Diese Quote sank durch Investitionen und Konkurrenzangebote zur Telekom auf rund 50 % im laufenden Jahr.

Im Briefmarkt habe sich keine wesentliche Veränderung ergeben, schrieb die Regulierungsbehörde in ihrem Bericht. „Die Deutsche Post AG hat im Briefmarkt nach wie vor eine unangefochtene Dominanz“, urteilte die Behörde. An dem seit dem Jahr 2001 wachstumslosen deutschen Briefmarkt mit seinem Umsatzvolumen von 10,1 Mrd. € halte die Post weiterhin einen Anteil von 96 %. In den Jahren 2002 und 2003 sei es zu vermehrten Marktaustritten von Wettbewerbern der noch durch Exklusiv-Lizenzen bei der Briefbeförderung geschützten Deutschen Post gekommen.

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