Noch mehr Andrang
Tanktouristen stürmen Luxemburg

Für Tanktouristen und Transit-Trucker ist Luxemburg Europas Billig-Sprit-Paradies. Nach der Mehrwertsteuererhöhung ist der Andrang auf die Zapfsäulen in Luxemburg dabei noch größer geworden. Doch der Treibstoffabsatz an Tanktouristen hat für Luxemburg eine unschöne Kehrseite.

WASSERBILLIG. „Trinkgenuss ohne Pfandverdruss“ verspricht die Luxoil-Tankstelle in Wasserbillig-Mertert. In Luxemburg gibt es kein Flaschen- und Dosenpfand. 29 Cent kostet hier die 1,5 Liter Flasche Roxane-Mineralwasser. Die Flasche Henkel-Trocken ist in Wolters Discount-Tankstellen für 3,59 Euro zu haben. Für 500 Gramm Jacobs Krönung zahlt man 2,79 Euro.

Aber die Schnäppchenjäger, die tagtäglich zu Tausenden in die deutsch-luxemburgischen Grenzorte Wasserbillig und Remich einfallen, locken nicht so sehr die preisgünstigen Zigaretten, Kaffeepackungen und Spirituosen. Das sind nur Zugaben. Die 13 Kilometer lange Fahrt nach Wasserbillig rechnet sich für die Trierer vor allem wegen der Ersparnis beim Treibstoff. Beim Super sind es mindestens zwanzig Cent, beim Diesel je nach deutscher Vergleichstankstelle 22 bis 30 Cent.

Vor allem am Samstag, wenn die Blechlawinen auf die luxemburgischen Grenzorte zurollen, geht es selten ohne Sprit fressende und die Umwelt belastende Staus ab. „Deutsche Nummernschilder so weit das Auge reicht“, schildert das Luxemburger „Wort“ den nach der Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland noch verstärkten Ansturm der Tanktouristen.

Luxemburg ist Dieselland, 2005 verkauften die 237 Tankstellen des Landes knapp 1,8 Millionen Tonnen Diesel. Kaum irgendwo in Europa ist das Tankstellennetz enger. Statistisch liegt der Pro-Kopf-Mineralölverbrauch in Luxemburg um ein Fünffaches höher als im europäischen Durchschnitt.

Für Tanktouristen und Transit-Trucker ist Luxemburg Europas Billig-Sprit-Paradies. Für LKW ist der Tankstopp im Großherzogtum nahezu Pflicht. Die Trucker füllen 800 bis 1 000 Liter in Tanks und Zusatztanks. Tanken sie auf der Autobahn, vermindert sich zwar der Kostenvorteil etwas, denn hier muss neben der Mineralölsteuer auch eine Konzessionsabgabe gezahlt werden. Aber deutlich mehr als einhundert Euro lassen sich beim Auftanken in Luxemburg allemal sparen.

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