Nokia
Steinbrück attackiert Manager

Bisher galt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück nicht als Wortführer der Wirtschaftskritiker in der SPD. Jetzt verschärft der Politiker aber den Ton und knöpft sich deutsche Manager vor. Vor allem Nokia zieht den Zorn des Ministers auf sich.

rtr BERLIN. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat wegen der geplanten Werksschließung in Bochum den Tonfall gegenüber dem Nokia-Management verschärft. In einem Beitrag für die „Frankfurter Rundschau“ wirft er den Verantwortlichen einen „ökonomistischen Tunnelblick“ vor, weil sie das Bochumer Werk nicht dichtmachten, weil es „etwa Verluste gemacht hätte, sondern weil es nicht genug Gewinne gemacht hat“.

Die Karawane ziehe nach Rumänien weiter und hinterlasse in Bochum die Menschen ihrem Schicksal. Das sei „kein Umgang mit Respekt und Würde für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die jahrelang gute Arbeit für Nokia geleistet haben“. Steinbrück beklagt einen „Karawanen-Kapitalismus“. Die Manager „merken oft gar nicht, dass sie damit die Akzeptanz der sozialen Marktwirtschaft in immer weiteren Teilen unserer Gesellschaft unterminieren“.

Der Minister verlangte von der deutschen Wirtschaftselite einen Mentalitätswandel und eine „neue Kultur der Mäßigung“. Das Verhalten der Wirtschaftselite, die Politik häufig als renditeschädlich oder als „schlicht unfähig“ ablehne, sei inakzeptabel. Sie befeure mit ihrem Verhalten die Gerechtigkeitsdebatte und untergrabe die Legitimation der sozialen Marktwirtschaft. Das mache ein „vernunftorientiertes politisches Handeln kaum noch durchsetzbar“.

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