Norbert Röttgen
„Die doppelte Staatsbürgerschaft hat sich nicht bewährt“

Durch die Debatte um die Auftritte türkischer Politiker in Deutschland fühlt sich CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen in der Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft bestätigt. Er plädiert für ein Optionsmodell.
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BerlinIm Streit über die Auftritte türkischer Politiker in Deutschland hat der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen eine Abkehr von der doppelten Staatsbürgerschaft gefordert. „Die doppelte Staatsbürgerschaft hat sich nicht bewährt", sagte Röttgen dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Die Kampagne der türkischen Regierung trüge zur Entfremdung zwischen den in Deutschland lebenden Türken und anderen Bürgern bei. „Der Stand der Integration ist offenbar deutlich schwächer, als viele bisher angenommen haben“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. „Die Argumente gegen die doppelte Staatsbürgerschaft sind noch einmal deutlicher und sichtbarer geworden.“ Röttgen plädierte für ein Optionsmodell, wonach sich in Deutschland geborene Kinder von Migranten bis zum 21. Lebensjahr für eine Staatsbürgerschaft entscheiden müssen.

Die CDU hatte auf ihrem Parteitag im Dezember dafür gestimmt, die sogenannte Optionspflicht für in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern wieder einzuführen. Damit rückte sie von einem von einem Kompromiss mit der SPD aus dem Jahr 2014 ab, wonach sich Kinder von Ausländern nicht mehr wie zuvor bis zum 23. Geburtstag für einen Pass entscheiden müssen. Merkel betonte damals aber, dass es beim Koalitionsbeschluss zur Doppelpass-Regelung bleibe.

Wegen nicht zugelassener Auftritte türkischer Regierungsmitglieder, die in Deutschland für eine Verfassungsreform für mehr Macht für Präsident Recep Tayyip Erdogan werben wollten, gibt es heftigen Streit zwischen beiden Nato-Partnern. Türkische Regierungsmitglieder warfen Deutschland Nazi-Methoden vor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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