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Norbert Röttgen: Ein Mann sieht grün

Bislang konnte sich Umweltminister Norbert Röttgen der Rückendeckung der Kanzlerin sicher sein, doch sein jüngstes Vorpreschen in Sachen europaweiter Klimaschutz könnte das Fass zum Überlaufen bringen. Röttgen, der nicht aus Machtkalkül, sondern aus Überzeugung handelt, verfolgt seine Ziele beharrlich - und macht sich damit immer unbeliebter.

Der Umweltminister ist ein kompromissloser Verfechter der erneuerbaren Energien. Quelle: dpa
Der Umweltminister ist ein kompromissloser Verfechter der erneuerbaren Energien. Quelle: dpa

BERLIN. Wer Bundesumweltminister Norbert Röttgen je über die Zukunft der Energieversorgung hat reden hören, dürfte keine Zweifel mehr haben: Der CDU-Politiker meint es ernst. Er ist ein kompromissloser Verfechter der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen geworden. Strenge Klimaschutzvorgaben begreift er als Innovationstreiber der deutschen Wirtschaft. Und immer wieder macht er deutlich, dass die Laufzeit der Kernkraftwerke nur um wenige Jahre verlängert werden sollte. Seine Beharrlichkeit löst Befremden aus.

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Da gibt es die Leute, die seine Positionen schon seit längerem kritisch betrachten. Das sind Politiker wie Fraktionschef Volker Kauder, Fraktionsvize Michael Fuchs oder Joachim Pfeiffer, der wirtschaftspolitische Sprecher. Doch das Lager der Röttgen-Kritiker in der Fraktion wird größer. "Der überdreht zurzeit eindeutig", sagt einer, der sich bislang zu den Röttgen-Fans zählte.

Bislang konnte der Minister sich der Rückendeckung der Kanzlerin gewiss sein. Doch in den Spitzen von Fraktion und Regierung hat sich der Eindruck verfestigt, dass Angela Merkel Röttgen nicht mehr alles durchgehen lässt. Lange wurde seine Linie allein als Versuch gewertet, die CDU für ökologisch orientierte Großstädter zu öffnen, um die Basis zu legen für ein Bündnis mit den Grünen in Nordrhein-Westfalen. Tatsächlich könnte der Rheinländer nach dem Rückzug von Jürgen Rüttgers vom Vorsitz der Landespartei schneller als erwartet die Gelegenheit bekommen, in NRW neue Wege auszuloten. Röttgen gehört zu den aussichtsreichen Kandidaten für den Landesvorsitz. Allerdings handelt er in Sachen Ökologie und Klimaschutz nicht mehr aus Machtkalkül, sondern aus tiefster Überzeugung. Anders lässt sich sein Engagement kaum mehr erklären.

Eigenwillig war vergangene Woche Röttgens erneutes Vorpreschen bei einem Thema, das längst als abgeräumt galt. Gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus Großbritannien und Frankreich hatte er die Forderung erhoben, das Einsparziel für Treibhausgase in der EU von 20 Prozent auf 30 Prozent zu erhöhen. Wegen der unterschiedlichen Lastenverteilung innerhalb der EU würde dies für Deutschland eine Senkung um deutlich mehr als die im Koalitionsvertrag vereinbarten 40 Prozent bedeuten.

  • 27.07.2010, 12:37 UhrAnonymer Benutzer: Jürgen Walter

    Reinhard hat recht: Amateure und Traumtänzer und Mutti-Merkel-Ministranten, in seinem buch schrieb er noch, wer für den Atomausstieg sei, wäre ignorant und gefährlich, und jetzt hat Mutti ihm das Umweltamt gegeben, weil nichts anderes für ihn da war und schon posaunt er aus PERSÖNLiCHEN Karieregründen in die grüne Posaune, was will man mit solch bubis in der Politik...nein, die brauchen wir nicht!!!

  • 22.07.2010, 10:02 UhrAnonymer Benutzer: le karl

    Solche Kommentare sind Gefasel einer Klientel von Gestern, die den Schuss nicht gehört hat. Nichts kann heute aktueller, lebens- und wohlstandserhaltender sein, als Umweltschutz im weitesten Sinne. Röttgen ist der einzig laue Lichtblick in einer Regierung, die komplett aus volks- und bildungsfernen Schichten rekrutiert wurde.

  • 22.07.2010, 09:52 UhrAnonymer Benutzer: Reinhard

    Es ist eine Katastrophe, dass ein industrioeland wie Deutschland von Amateuren und Traumtänzern vom Schlage Röttgen energiepolitisch geführt wird. Den Wohlstand, den schon unsere Ahnen geschaffen haben, wird von ideologen atomisiert! Diese Parteien sind unwählbar. Sie arbeiten bewußt gegen ihren Amtseid, für das Wohl des Volkes.

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