Nord-FDP: Zwei „Alphatierchen“ für den Bundestag

Nord-FDP
Zwei „Alphatierchen“ für den Bundestag

Ein Medienstar und ein Medienmacher rüsten sich in Schleswig-Holstein für Berlin. FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki und Ex-Gruner+Jahr-Chef Bernd Buchholz drängen für die Liberalen in den Bundestag.
  • 0

KielZwei alte Hasen suchen eine neue Herausforderung: Nicht nur Wolfgang Kubicki, Enfant terrible der FDP, will für die Liberalen aus Schleswig-Holstein in den Bundestag. Bernd Buchholz, bis vor einem halben Jahr Chef des Verlagshauses Gruner+Jahr, möchte es auch.

Beide, der erfolgreiche Strafverteidiger und der mit Millionenabfindung in den Ruhestand geschickte Ex-Medienmanager, könnten sich zum Golfspielen, Segeln und Skilaufen zurückziehen, doch sie reizt die große politische Bühne. Beide Juristen sind im Denken und wirtschaftlich unabhängig, selbstbewusst und rhetorisch stark genug, um sich auch als Bundestagsneulinge in Szene zu setzen.

Dass die Nord-FDP Kubicki an diesem Samstag auf Platz eins ihrer Bundestagswahl-Liste hievt, ist klar. Für Buchholz wird Platz zwei eine härtere Nuss. Denn dafür treten auch die Bundestagsabgeordneten Christine Aschenberg-Dugnus, Sebastian Blumenthal und – nach bisherigem Stand – Christel Happach-Kasan an. Sie wollen nicht freiwillig jemandem weichen, der nach 17 Jahren zur zweiten Karriere als Politiker ansetzt. 1992 bis 1996 saß Buchholz im Landtag. Als Vize-Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zur Aufklärung von Spätfolgen des Barschel/Pfeiffer-Skandals von 1987 machte er sich einen Namen.

Der 61-jährige Kubicki will nach 20 Jahren sein Kapitel Landtag zuschlagen, um in Berlin ein neues zu öffnen. Mit der Rückkehr der FDP in die Landesregierung 2009, der Umsteuerung auf einen strikten Sparkurs gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen und dem Wiedereinzug in den Landtag in einer tiefen Krise der Bundespartei 2012 hat Kubicki im Land seinen Job gemacht.

„Ich glaube, ich kann für Schleswig-Holstein im Bundestag jetzt mehr erreichen als in der Rolle des Oppositionsführers in Kiel“, sagt er. „Ich möchte dazu beitragen, das Bild der FDP zu korrigieren: Sie wird ja von vielen nur als Partei wahrgenommen, die sich für Großunternehmer und Hedgefonds-Manager einsetzt und Steuersenkungen zum Markenkern gemacht hat.“ Immerhin ist Kubicki – der auch schon Mal mit einer Ampelkoalition liebäugelt – für ein Umdenken zugunsten von Mindestlöhnen eingetreten, als das bei den Liberalen noch nahezu einhellig als völliger Tabubruch galt.

Seite 1:

Zwei „Alphatierchen“ für den Bundestag

Seite 2:

Kubickis geänderte Meinung über Berlin

Kommentare zu " Nord-FDP: Zwei „Alphatierchen“ für den Bundestag"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%