Nordkorea testet eine Atombombe
„Die hässliche Fratze des Hexenmeisters“

Nordkorea und seine Atombombe beschäftigt die Kommentarspalten der Presse. Dabei geht es vor allem um diplomatische und politische Wege, wie die Welt der neuen Gefahr begegnen sollte und es geht um die erschreckenden Parallelen zu einem zweiten Land, zum Iran.

DÜSSELDORF. Die „Westfälischen Nachrichten“ aus Münster formuliert den Schrecken, in den Nordkorea die Welt versetzt hat, so: „Die hässliche Fratze des alten Hexenmeisters schreckt die Welt. Nordkorea hat die Atombombe gezündet. Ein größenwahnsinniger Diktator will sich und seinem hochgerüsteten, gleichwohl bitterarmen Land weltweit Geltung verschaffen.“

Der französische „Le Figaro“ geht auf die Lösungsmöglichkeiten des Konflikts ein: „Die USA können nicht weiter Verhandlungslösungen mit diesen „Schurkenstaaten“ anstreben und gleichzeitig mit einem „Regimewechsel“ drohen, was diese Staaten nur dazu treibt, sich eine hieb- und stichfeste nukleare Abschreckung zuzulegen. Die militärische Option ist bei Nordkorea wie beim Iran ausgeschlossen. Man muss daher dringend die Spielregeln ändern und einen Sanktionsmechanismus und Anreize schaffen, die unabhängig vom jeweiligen Land anwendbar sind.“ Und das „Main-Echo“ aus Aschaffenburg ergänzt: „Mit militärischen Reaktionen, wie Südkorea sie sofort nach Bekanntwerden des Atomwaffentests in die Wege geleitet hat, bestätigt man Nordkorea eher darin, nukleares Abschreckungspotenzial aufzubauen. Fakt ist: Der Atomteststopp-Vertrag ist zehn Jahre nach der Unterzeichnung durch über 170 Staaten noch immer nicht in Kraft, weil zehn Länder sich weigern, das Abkommen zu ratifizieren.“

Die „Basler Zeitung“ macht auf einen weiteren Aspekt der Krise aufmerksam: „Noch gibt es Hoffnung, dass Nordkorea sich das Atomprogramm abkaufen lässt. Zumal es gestern zwar eine Atombombe testete, aber noch nicht in der Lage sein dürfte, diese auf Trägerraketen zu montieren.“ Die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ fügt hinzu: “Der von Nordkorea durchgeführte Test, der die internationale Gemeinschaft herausfordert, macht extreme Szenarien möglich, wie etwa den Verkauf atomaren Materials von Seiten der „roten Monarchie“, die sich in verzweifelter Geldsuche befindet, an El Kaida. Auf dem Markt für die Terroristen gibt es daher seit Montag eine weitere Option, die einen nuklearen 11. September in Amerika oder in Europa möglich machen könnte.“

„Den Betonköpfen in Nordkorea geht es nicht um Welteroberungsfantasien sondern um knallharte politische Ziele: Sie brauchen die Bombe, um ihren Untergang abzuwenden. Der nukleare Knüppel bewahrt das Regime davor, weiterhin von den USA in die Zange genommen zu werden oder gar das Schicksal Saddam Husseins zu teilen“, schreibt der „Südkurier“ aus Konstanz.

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