Nordrhein-Westfalen
Ministerpräsidentin Kraft kämpft für Braunkohle

Hannelore Kraft (SPD) stellt sich gegen Forderungen aus der eigenen Partei, Kohlekraftwerke zeitnah vom Netz zu nehmen. Die Ministerpräsidentin will die Interessen NRWs schützen – und des Industriestandorts Deutschland.
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DüsseldorfDie nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) setzt sich für den Erhalt von Kohlekraftwerken ein. „Die nordrhein-westfälische Landesregierung steht dazu, dass es in NRW für die nächsten Jahrzehnte noch Kohlekraftwerke geben wird“, sagte Kraft dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). „Wir können nicht gleichzeitig aus der Atomkraft und der Kohlekraft aussteigen“, betonte die SPD-Politikerin.

Kraft stellt sich damit in Widerspruch zu Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die in den vergangenen Wochen mehrfach gefordert hatte, Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen, um die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Die Umweltministerin sagt, anderenfalls könne Deutschland seine Klimaschutzziele nicht erreichen.

Kraft kündigte an, ihre Landesregierung werde die Debatte über Kapazitätszahlungen für Kraftwerke aufmerksam beobachten: „Wir werden sehr genau darauf achten, die Interessen unseres Landes und unserer Unternehmen zu wahren“, sagte die SPD-Politikerin. „Die Frage ist, wie viele Back-up-Kapazitäten wir brauchen und wie wir ihren Einsatz organisieren, ob und wie stark der Staat dabei eingreift oder ob der Markt das selbst regelt“, sagte Kraft.

Mit Blick auf Stromversorgungsengpässe im Nachbarland Belgien sagte Kraft: „Das darf es bei uns nicht geben. Das verträgt kein Industriestandort wie Deutschland.“

Kommentare zu " Nordrhein-Westfalen: Ministerpräsidentin Kraft kämpft für Braunkohle"

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  • @ Peter Silberg „Wenn die Klimaerwärmung gestoppt werden soll,“

    Wie soll das bewerkstelligt werden, die Sonne abschalten? Die Klimaerwärmung findet statt, auch wenn sich, besonders deutsche Politiker so ins Zeug werfen sie stoppen zu wollen.
    Mit der Vermeidung con CO² haben Sie recht und es wäre zudem wesentlich billiger, wie Forscher der Forschungsstelle für nachhaltige Umweltentwicklung (FNU) der Uni Hamburg schon vor Jahren publiziert haben.

  • @Manfred Woinitzky
    Der Ansatz, Abgase aufzubereiten (End of Pipe Technologie) ist m. E. gegenüber der Vermeidung von Abgasen klar im Nachteil. Und wenn man CO2 stofflich nutzen will (CCU= Carbon Capture and Usage) sollte man sich immer vergegenwärtigen, dass CO2 ein sehr stabiles Molekül ist und die Bindungen zwischen C und O nur durch hohen Energieeinsatz aufgebrochen werden können. Diese Energie muss irgendwo herkommen und sei es bei der Herstellung reaktiver Reaktionspartner.

  • @ Peter Silberg,
    eine Alternative wäre eine Forschung, damit z.B. schädliche Agase in nutzbare Materialien verändert würden. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass in Deutschland Kohle für Jahrhunderte vorhanden ist.

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