NPD-Demo in Gelsenkirchen
5000 Menschen demonstrieren gegen NPD-Aufmarsch

Knapp 5000 Menschen haben am Samstag im WM-Spielort Gelsenkirchen gegen eine Kundgebung der rechtsextremen NPD protestiert.

HB GELSENKIRCHEN. Auf der zentralen Veranstaltung der NPD-Gegner warfen Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) der NPD vor, mit ihrer Demonstration die Weltmeisterschaft zu missbrauchen.

Zugleich riefen sie die Bevölkerung dazu auf, dafür zu sorgen, dass die „braune Soße“ nie wieder eine Chance bekommen dürfe. „Wir wollen nie wieder zurück in einen braunen Sumpf“, sagte Lammert. Toleranz und Weltoffenheit seien das Markenzeichen einer freien Gesellschaft.

Bei den Protesten gegen die Rechtsradiaklen, die während ihres Zuges „Solidarität mit Iran“ skandierten, kam es nach Angaben der Polizei weder zu Festnahmen noch zu Verletzten.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat den Holocaust geleugnet und damit weltweit Proteste ausgelöst. Mehrfach forderten die Anhänger der Rechtsextremen Partei: „Ausländer raus aus Deutschland“. Demonstranten hielten den Zug wiederholt mit Blockaden auf, die die Polizei umgehend räumte. Vereinzelt wurden die NPD-Marschierer mit Gemüse, wie Tomaten, beworfen.

Auf dem Neustadtplatz nahe dem Gelsenkirchener Hauptbahnhof waren die rund 200 NPD-Anhänger am Mittag zusammengekommen. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Skinheads, die teils schwarz-weiß-rote Fahnen mit sich führten oder T-Shirts mit der Zahl „88“ trugen - in der Szene ein Code für „Heil Hitler“.

Gegendemonstranten versuchten, die von einem massiven Polizeiaufgebot gesicherte Veranstaltung mit Sprechchören wie „Nazis raus“ zu übertönen. Sprecher der NPD betonten immer wieder, die Demonstration ein Erfolg, weil die „Weltpresse“ angesichts der Fußball-Weltmeisterschaft über die 200 Rechtsradiaklen berichteten.

Lammert bekundete Verständnis für die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, den NPD-Aufmarsch zuzulassen. Das Gericht könne nicht verhindern, „dass Dummköpfe durch die Straßen ziehen“. Die Gelsenkirchener Bevölkerung könne aber verhindern, dass sich das Bild Deutschlands im Ausland durch die Rechtsradikalen verzerre, die die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit durch die WM für ihren Aufzug nutzen wollten. „Rassismus darf bei uns keine Chance haben“, rief Lammert.

Seite 1:

5000 Menschen demonstrieren gegen NPD-Aufmarsch

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%