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NPD-Verbot: Merkel warnt vor zuviel Zuversicht

Angela Merkel hat vor einem vorschnellen Versuch gewarnt, die NPD zu verbieten. Es brauche neue und belastbare Fakten für ein Verfahren. Dies passt zur Einschätzung des Generalbundesanwalts über die rechte Terrorzelle.

Teilnehmer eines NPD-Aufmarsches. Quelle: dapd
Teilnehmer eines NPD-Aufmarsches. Quelle: dapd

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat vor einem Scheitern eines NPD-Verbots gewarnt. „Ein neues NPD-Verbotsverfahren muss sehr gut begründet sein, damit es nicht ein zweites Mal beim Bundesverfassungsgericht scheitert“, sagte Merkel den „Ruhr Nachrichten“. Sie forderte, die Ermittlungsergebnisse im Fall der Mordserie der Zwickauer Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) abzuwarten. „Erst einmal müssen alle Fakten und Ermittlungsergebnisse auf den Tisch.

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Bezogen auf die NSU-Morde wird die Frage sein, ob es eine nachweisbare Verbindung zwischen den Tätern und der NPD gegeben hat“, sagte Merkel. Auch die Zusammenarbeit bei den Sicherheitsbehörden werde überprüft. „Erst aus diesem Gesamtbild lässt sich einschätzen, ob es grundlegend neue und belastbare Fakten gibt und ein neues Verbotsverfahren sinnvoll ist“, sagte die Kanzlerin.

Merkel forderte „eine gesellschaftliche Debatte über die tieferen Wurzeln dieser zuvor unvorstellbaren rechtsextremistischen Mordserie“.

Generalbundesanwalt Harald Range hat Hoffnungen über ein erfolgreiches Verbot der NPD gedämpft. Einen direkten Zusammenhang zwischen den Taten der NSU und der NPD sehe er derzeit nicht, sagte Range in der Phoenix-Sendung „Kamingespräch“, die am Sonntag ausgestrahlt werden soll. „Es ist nach unseren Erkenntnissen nicht so, dass die NSU der militante Arm der NPD wäre.“ Verbindungen bei einigen Verdächtigen seien
zwar augenscheinlich. „Das zu werten müssen dann andere entscheiden“, sagte Range. Ein Zusammenhang sei zwar noch nicht endgültig einzuschätzen. „Aber ich wage die Prognose, dass das keine entscheidende Rolle gespielt hat und auch nicht spielt.“

NPD, Rechtsextremismus

Gleichwohl will Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) auf einer Sonder-Innenministerkonferenz am 22. März „einen Kriterienkatalog für eine neue Beweisführung mit dem Ziel eines NPD-Verbotsantrages beim
Bundesverfassungsgericht“ vorlegen. Der „Leipziger Volkszeitung“ sagte er gestern, falls sich herausstelle, dass die NSU „eine Art militärischer Arm der NPD war, dann könnte es mit dem Verbot sehr schnell gehen“. Solte es es sich nur um ideologische Partner handeln, „würde es deutlich schwieriger“.

Die jahrelang unentdeckt gebliebene Terrorzelle soll zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin ermordet haben. Außerdem werden der Gruppe zwei Sprengstoffanschläge in Köln 2001 und 2004 mit insgesamt 23 Verletzten sowie eine Serie von Banküberfällen vorgeworfen.

Gestern hatte der Deutsche Städtetag ein Verbot der rechtsextremen NPD und ihr nahe stehender Organisationen verlangt. Rechtsextremismus werde in den Kommunen immer häufiger sichtbar, sagte Städtetagspräsident Christian Ude (SPD) am Donnerstag in Freiburg. Ein Verbot helfe den Städten und Gemeinden, diesem Problem zu begegnen. Rechtsextreme Demonstrationen und Veranstaltungen könnten dann leichter untersagt und verhindert werden.

  • 15.02.2012, 17:36 UhrAnonymer Benutzer: Kad.osch

    Wenn ich daran denke, dass in Zwickau und Chemnitz die NSU –Truppe zu Hause war,
    - sich im Sächsischen Landtag immer noch die NPD mit ihren kruden Themen breit machen kann,
    - sich die ach so schwachen demokratischen Parteien dann nicht einmal dagegen erwehren können,
    - dann wundert es mich auch nicht mehr, dass die Kaufland-Tempeln in ihren sächsischen Häusern dulden, dass dort neonazistische Zeitungen im Zeitungskiosk verkauft werden dürfen wie „Zeitzeugen“, „Junge Freiheit“, „Deutsche Stimme“, „Natíonal-Zeitung“.
    - Übrigens werden nicht nur in dem Kiosk diese Zeitschriften verkauft, sondern sie liegen auch im Verkaufsraum von Kaufland selbst. Es kommt mir so vor, als ob sie diesen Verkauf gern fördern.

  • 10.02.2012, 12:50 Uhrpappalapapp

    Wenn eine sogenannte Demokratie noch nicht einmal eine Randgruppe von Meinungsträgern wie die NPD verträgt und toleriert werden kann, soll man allerseits dies Prädikat aus dem Sprachgebrauch nehmen. Wenn von Personen dieser Randgruppen gegen die Gesetze verstoßen wird, soll mit diesen ge-und verurteilt werden. Die ständige diffuse Angst unserer Politiker und anderer Gruppierungen vor diesen Randgruppen hat eigentlich schon neurotische Züge.
    Wenn bewiesen ist, daß die NSU bzw. die Menschen die darin innewohnen Verbrechen begangen haben, soll selbstverständlich verurteilt werden. Desgleichen bei der NPD. Ständig drüber reden und meinungsmanipulatorisch die Bevölkerung kirre machen, ist absolut verzichtbar.
    Grundsätzlich hat es sich in der BRD ausgebraunt, sodaß nationalsozialistische Machtergreifungen unmöglich geworden sind und verbrecherische Delikte von der Justiz geahndet werden. Beides in einen Topf zu werfen ist dümmlich.

  • 10.02.2012, 12:07 Uhrmargrit117888

    Frau Merkel ist so von sich überzeugt, dass sie wirklich glaubt, sie see die beste Kanzlerin aller Zeiten
    Und leider gibt es immer noch eine Menge verdummter Deutscher die sie hochjubeln, man merkt es doch an Umfragewerten.
    Die Deutschen wählen ihre Vernichter mal wieder selber
    Hatten wir doch schon mal

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