CDU-Spitzenkandidat taktiert
Merz drängt Röttgen zu klarer Entscheidung

Der Mann zeigt Rückgrat: Obwohl der Druck steigt, legt sich Umweltminister Röttgen nicht fest, ob er auch als Oppositionsführer nach NRW gehen würde. Dabei reden ihm nun auch prominente Berater wie Friedrich Merz zu.
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In dieser Frage sind sich in der Bundes-CDU fast alle einig, von Bundeskanzlerin Angela Merkel über Generalsekretär Hermann Gröhe bis hin zum ehemaligen Unionsfraktionschef Friedrich Merz: Bundesumweltminister Norbert Röttgen würde der Partei einen großen Dienst erweisen, wenn er sich vor der NRW-Wahl klar dafür entscheidet, auch im Fall einer Niederlage als Oppositionsführer nach Düsseldorf zu wechseln. Dies sei ein wichtiges Signal an CDU-Mitglieder und Wahlhelfer, hieß es am Montag in Berlin.

Auf einer CDU-Landesvorstandssitzung am Montagabend sprach Röttgen darüber und sagte laut dem bisherigen Fraktionsvize Josef Hovenjürgen, dass er sich seiner Verantwortung stellen werde. „Das kann natürlich auch die Rolle des Oppositionsführers in Düsseldorf beinhalten“, so Hovenjürgen. „Und so wie ich ihn verstanden habe, würde er auch diese Rolle annehmen.“

„Ich habe es nie ausgeschlossen“, sagte Röttgen hingegen selbst. Ein deutliches Bekenntnis zu NRW unabhängig vom Wahlausgang am 13. Mai war dies nicht. Auch der ehemalige CDU-Spitzenpolitiker Friedrich Merz rät Röttgen öffentlich zu einer klaren Festlegung. Das mache er für seine Unterstützung aber nicht zur Bedingung, sagte Merz auf Fragen von stern.de. Merz bestätigte, dass er zu einem kleinen politischen Comeback bereit ist - um Röttgen im Wahlkampf zu helfen.

Die Rückmeldung von Merz stößt beim Unions-Wirtschaftsflügel auf ein positives Echo. Der Chef des Parlamentskreises Mittelstand, der größten Einzelgruppierung innerhalb der Unionsfraktion, Christian von Stetten, verbindet damit sogar die Hoffnung, dass Merz im Falle eine Wahlsiegs von Röttgen eine Rückkehr in die Politik als Minister in Erwägung zieht. „Friedrich Merz wäre eine Bereicherung für jede Regierung - auf Landes- und auch auf Bundesebene“, sagte von Stetten Handelsblatt Online.

Dem erteilt Merz jedoch eine klar Absage. Er strebe kein Landtagsmandat und auch keine Position im Schattenkabinett von Röttgen an, sagte der ehemalige Unionsfraktionsvorsitzende. Merz hatte sich im Sommer 2009 nach einem Streit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel von der Politik verabschiedet und arbeitet wieder als Anwalt.

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Der Kandidat schweigt

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  • und überhaupt: alles irgendwie scheisse.
    Also; einen Versicherungs- und Finanzdienstkleisterladen aufmachen, die Leute zu Tränen rühren und danach einen Ratgeber schreiben.

    Jaa so mögen wir das!

  • Man muß Politiker einfach ernst nehmen: sie wägen alles ab zu Wohle des Ganzen.
    Und das haben sie ja auch geschafft: über 2 Billionen Euro Staatsschulden.
    Dazu noch Kreditbürgschaften in Höhe von bislang etwas mehr als 1 Billion Euro.
    Die können garnicht mehr schlafen über ihre Weltbewegungssorgen.
    Tja und dann noch der drohende Weltkrieg.
    So ein Politiker hat es wirklich nicht leicht.
    Das muß man einfach mal sachlich sehen: Politiker werden heißt, die Menschheit ins vollendete Unglück stürzen zu können.
    Die Armen Ladies und Gentlemen.
    Was da noch fehlt? eine Frauenquote.

  • @energieelite

    "Würde Merz kandidieren hätte die Union in NRW die absolute Mehrheit "

    Hmmmmm ... soooo blöd ist März nicht, als daß er sich bei dieser Wahl verheitzen lassen würde.

    Und - so blöd, daran zu glauben, daß er eine absolute Mehrheit bekommen würde, ist der März auch nicht. Der hält jetzt mal den Ball flach und wartet. So alt ist er ja noch nicht, der hat Zeit und kann warten, bis man ihn ruft, wenn die CDU die Scherben wegkehren muss.

    Sprich: Bis Angela Merkel in Rente, gescheitert oder gestürzt wurde, so lange werden Sie wohl noch warten müssen. Das kann und wird wohl noch ein bißchen dauern.

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