Christian Lindner Der smarte Hoffnungsschimmer der FDP

Christian Lindner ist eine zentrale Figur für die bedrohte FDP. Von ihm kann es abhängen, ob die Liberalen die Wende schaffen und sich wieder aufrappeln. Oder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
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Christian Lindner: Sein persönliches Ziel ist NRW. Quelle: Reuters

Christian Lindner: Sein persönliches Ziel ist NRW.

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DüsseldorfFür die FDP ist Christian Lindner (33) eine Schlüsselfigur. Führt der neue Spitzenmann des mitgliederstärksten Landesverbands seine NRW-Liberalen in den Düsseldorfer Landtag, könnte das eine Wende für die dahinsiechende Partei insgesamt einleiten. Scheitert der Spitzenkandidat aber am 13. Mai im bevölkerungsreichsten Bundesland, wäre das wie ein K.O.-Schlag für die FDP im Bund.

Lindner krempelt die Ärmel hoch in einem kurzen Wahlkampf. Hohes Tempo ist der Mann aus dem bergischen Wermelskirchen in seiner Blitzkarriere gewohnt: 2000 wird er mit 21 Jahren der jüngste Abgeordnete im NRW-Landtag. Mit 25 Jahren ist er dann jüngster Generalsekretär der Landespartei. Seine viel zitierte Leidenschaft für schnelle Autos passt zum beruflich durchgetretenen Gaspedal.

Lindner ist seit 2009 Bundestagsabgeordneter, will sich aber ganz auf Nordrhein-Westfalen konzentrieren, wenn der Wiedereinzug ins Landesparlament gelingen sollte. Der Bundespartei kehrte der Politikwissenschaftler im Dezember 2011 Knall auf Fall den Rücken, trat als Generalsekretär zurück. Er habe „in schwieriger Phase einen neuen Aufbruch“ ermöglichen wollen, sagt er dazu nur knapp.

Einige sehen den 33-Jährigen - dem wohl einzigen verbliebenen Hoffnungsträger - demnächst als Vorsitzenden der Bundespartei. Lindner betont aber, sein Ziel sei NRW.

Mit seinem Rücktritt hatte er Parteichef Philipp Rösler schwer überrumpelt, das Verhältnis zu ihm war arg abgekühlt. Rösler nannte Lindner kürzlich aber ausdrücklich „unseren besten Mann.“ Vom Abschneiden des 33-Jährigen hängt letztlich auch Röslers Zukunft ab.

Und auch vom Ergebnis der Wahl in Schleswig-Holstein am 6. Mai, bei der die FDP-Fraktion von Wolfgang Kubicki laut Umfragen aber derzeit unter fünf Prozent Wählerzustimmung liegt, wie auch Lindners NRW-FDP.

Nur drei Monate brauchte Lindner, um nach seinem Rücktritt als Parteigeneral das überraschende und solide Comeback in NRW hinzulegen. Bei der Wahl zum Spitzenkandidaten am 1. April erhielt er fast 100 Prozent der Stimmen. Am 6. Mai folgt seine Wahl zum Chef des FDP-Landesverbands, dem mit 16 000 Mitgliedern größten bundesweit.

Lindner ist smart, populär, hat Redetalent, kann begeistern. Er will Punkte sammeln mit solider Anti-Schulden-Politik, Erhalt des Gymnasiums, Mittelstandsförderung, in Energie- und Verkehrspolitik und mit dem Etikett „glaubwürdig“ für seine Partei. Der Hauptmann der Reserve ist mit einer Journalistin verheiratet und hat für Autorennen, Segeln und Historienromane momentan wohl keine Zeit.

  • dpa
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9 Kommentare zu "Christian Lindner: Der smarte Hoffnungsschimmer der FDP"

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  • Ich gehe mal davon aus, daß das Klientel der FDP strategisch denken kann. Mag sein, daß die FDP für 2013 nicht als Regierungspartei in den Bundestag einziehen wird, aber die potenziellen Wähler wissen, wenn die FDP garnicht mehr im Bundestag vetreten ist, wird sie auch nicht mehr wiederkommen. Und ich bin sicher, daß das Klientel der FDP dies gut durchdenkt. Deshalb wird die FDP 2013 im Bundestag vetreten sein. Den potenziellen Wählern ist bekannt, daß im Jahre 2013 nicht die letzte Bundestagswahl stattfindet; und daß die CDU die FDP als Lobbyisten-Partei ersetzen wird, glauben sie wohl selber nicht. Also wird von der entsprechenden Klientel FDP gewählt. Und 5% sind deshalb auch 2013 für die FDP drin. Das die FDP durchaus im Jahre 2017 wieder mit die Regierung bilden kann, wird von mir nicht ausgeschlossen, z.B. ist 2017 auch eine Ampelkoalition möglich. Wer weiß das schon? Totgesagte leben länger! Ein Verschwinden der FDP von der politischen Bühne wäre wünschenswert, wird aber nicht eintreten.

  • Im Moment ist das einzige Programm der FDP die Rettung der FDP. Und damit kann man keine Wahlen gewinnen, wenn sogar die Piraten der maroden FDP massenhaft wähler abnehmen. Ohne Programm und mit einer Mannschaft von Opportunisten, Unerfahrenen und Versagern (Rösler, Niebel und gerade auch Lindner) kann man keinen Staat machen. Die karrieristischen Mitläufer werden die Partei hinter sich lassen, wenn es keine Pöstchen mehr gibt. Die Parteispenden werden ausbleiben, wenn die FDP nicht mehr der verlängerte Arm der Lobbyisten in den Parlamenten ist. Und dann sitzt die Partei auf den Schulden der Wahlkämpfe in Schleswig-Holstein und NRW, ganz egal, ob sie dort 3, 4 oder 5 Prozent einsammelt. Bedeutungslosigkeit wird das Ende sein.

  • An "Spacewalker":

    Sie sollten Dinge besser durchdenken, bevor Sie etwas
    von "dummen Zeug" bellen. Für das egoistische FDP-Klientel der Ärzte, Apotheker, Finanzjongleure ist die FDP nur interessant wenn sie in der Regierung sitzt. Nur dann kann sie nämlich etwas für den Geldbeutel dieser Mövenpickler tun. Eine FDP mit 5,01 Prozent im deutschen Bundestag ohne Regierungsbeteiligung ist für die Mövenpickler nicht mehr interessant. Da aber eine Regierungsbeteiligung der FDP auf Bundesebene für 2013 sowieso ausscheidet, werden die Mövenpickler die FDP auch nicht mehr wählen. Stattdessen ist aus Mövenpickler Sicht die Union die taktisch bessere Wahlentscheidung. Die FDP wird deshalb sowohl auf Landesebene als auch auf Bundesebene weggeschlachtet werden. Und das ist richtig so!

  • Da täuschen Sie sich mal nicht! Die Menschen haben die FDP zu Recht megasatt. Lindner ist auch nur ein Blender der alle von ihm geleiteten Unternehmen samt zugehörigen KFW-Krediten in den Sand gesetzt hat.
    Die FDP muß weg. Zeigt dem Schlecker-Frauen-Schlächter Lindner die rote Karte und schlachtet ihn und seine böse FDP eurerseits an der NRW-Wahlurne.

  • @smarty_32: Das heißt alle (auch Studenten), die von der KfW nen Kredit bekommen (haben) lassen sich "durchalimentieren"?

    @Sven: ich denke mal nicht, dass Steuersenkungen in nächster Zeit von der FPG propangiert werden - damit sind sie doch gerade so tief abgestürzt.

  • Sie müssen entschuldigen, aber der Artikel ist schlicht dummes Zeug. Selbstverständlich kommt die FDP bei der nächsten Bundestagswahl wieder in den Bundestag, ob mit oder ohne Hr Lindner. Die Klientel der FDP sieht es bei Landtagswahlen nicht so eng, aber bei Bundestagswahlen sind sie natürlich alle wieder an den Urnen. z.B.: Bei den Bundestagswahlen 2009: Die FPD wurde von 56% der Ärzte gewählt. Man hatte der Ärzteschaft versprochen, das Gesundheitsministerium zu übernehmen, kräftige Unterstützung durch die Ärzteschaft vor den Bundestagswahlen vorausgesetzt! Der Deal hat, wie man weiß geklappt. Ähnliches bei den Hoteliers usw. usw.! Das wird bei allen Berufsgruppen mit ähnlicher Einkommens- und Vermögensstruktur genauso sein. Das ist so sicher wie der Kirchenbesuch am Heiligen Abend. Vor der Wahl werden dann noch ein paar Absprachen getroffen und alles ist 2013 wieder in Butter.

  • Ich vermisse das Stichwort "Steuersenkungen"; das war - neben Aussetzung der Vorratsdatenspeicherung - der einzige Grund für mich FDP zu wählen.

  • HB ist ein billiges Propagandablatt der verkommenen FDP.
    Diese verlogende Partei wird ein Herr Lindner sicher nicht retten können. Er soll erstmal lernen Geld zu verdienen und sich nicht vom Staat durchalimentieren lassen. Gleichgültig ob als KFW Darlehen oder als MDB. Solche Sprechblasenpolitiker sind unglaubwürdig!

  • There is no hope with that dope!

    HB, hört auf, dermaßen blöde & plumpe Propaganda zu machen.
    Bloß weil der Besitzer so'n Parteibuch hat, brauch man nicht den allerletzten Rest journalistischen Anstandes über Bord werfen!

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