Fast einstimmig NRW-FDP wählt Lindner zum Landesvorsitzenden

Großer Bahnhof für Christian Lindner: Der einstige Shootingstar ist zur großen Hoffnung für die FDP geworden. Eine Woche vor der Wahl in Düsseldorf stärkt ihm der NRW-Verband nun den Rücken - mit erstaunlicher Einigkeit.
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Christian Lindner ist der neue Landesvorsitzende der NRW-FDP. Quelle: dpa

Christian Lindner ist der neue Landesvorsitzende der NRW-FDP.

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GüterslohEine Woche vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen hat die FDP Christian Lindner mit breiter Mehrheit zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Der 33-Jährige erhielt auf einem Landesparteitag am Sonntag in Gütersloh 97,87 Prozent der Delegiertenstimmen. Lindner hatte keinen Gegenkandidaten. Er löst Daniel Bahr ab, der nicht wieder kandidiert hatte.

Bundesgesundheitsminister Bahr hatte den mit knapp 16.000 Mitgliedern bei weitem größten FDP-Landesverband seit November 2010 geführt. Lindner war am 1. April mit 99,8 Prozent der Delegiertenstimmen bereits zum Spitzenkandidaten der FDP für die Landtagswahl am 13. Mai bestimmt worden. Am Sonntag stimmten nun 367 der 375 Delegierten in Gütersloh für Lindner, 3 gegen ihn, 5 enthielten sich.

Bahr hatte Mitte März verzichtet, als es um die Bewerbung für die Spitzenkandidatur ging. Er habe als Bundesgesundheitsminister in Berlin so viele wichtige Aufgaben zu erfüllen, er könne nicht auf zwei Hochzeiten tanzen. Lindner, der erst im Dezember 2011 als Generalsekretär der Bundes-FDP zurückgetreten war, übernahm die Spitzenkandidatur, als der Landesverband bei zwei Prozent Zustimmung stand. Derzeit sehen die jüngsten Umfragen von ARD und ZDF die Partei bei sechs Prozent.

Lindner betonte, die FDP sei nicht Mehrheitsbeschaffer für Rot-Grün. „Wir sind die Alternative zu Rot-Grün in NRW.“ Er kritisierte die Schuldenpolitik der bisherigen Minderheitsregierung und sagte: „Für uns als Partner kommt niemand in Frage, der nicht mit der Schuldenpolitik bricht.“ Ziel der FDP sei, in der kommenden Legislaturperiode einen ausgeglichenen Landeshaushalt zu erreichen. Bahr sagte, die FDP strebe keine Regierungsämter an, sondern einen Politikwechsel. Lindner gebe ihr Glaubwürdigkeit zurück.

Der FDP-Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher zeigte sich zuversichtlich für die Zukunft der FDP. Die Partei sei zuletzt durch ein tiefes Tal der Krisen gegangen. Das sei aber auch ihr Vorteil: „Wir haben unsere Krise hinter uns. Anderen steht sie noch bevor.“

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4 Kommentare zu "Fast einstimmig: NRW-FDP wählt Lindner zum Landesvorsitzenden"

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  • smarty_32, was für eine bedauernswerte, intolerante, linke Socke müssen Sie sein, so über die FDP zu Kübeln!
    Übrigens,ohne Liberalität als Grundverständnis würde Ihr Kommentar gar nicht erscheinen!
    Und.... die Märkte sind nicht brutal, sondern lediglich die Reaktion aller möglichen Beteiligten auf den Mist, welchen bisweilen die Politik treibt, und nicht eben nur die FDP!
    Aus Ihrem Kommentar spricht das pure Verständnis für allgegenwärtige staatsgelenkte Wirtschaftstätigkeit!
    Wohin die allerdings führt, zeigt die Pleitenserie nahezu aller deutschen Landesbanken, ausnahmslos von Politikern beaufsichtigt und somit gelenkt!
    Also, gut Gemini net Empfehlung: statt verbalen Müll aus persönlichem Frust über die einzige verbliebene liberale Partei zu kübeln, erst nachdenken ---- wenn's geht!!!

  • Die gesamte Mainstreampresse, einschließlich HB, sind anwidernd immer wieder über diese Dreckslügenpartei zu schreiben. FDP steht für Verlogenheit, Egoismus, Eigenutz, brutale Märkte und Freiheit für das Kapital.
    Die Parteilakaeien sind nur der Hochfinanz verpflichtet und nicht dem Amtseid!

  • Das tägliche pushen der gelben Möverpicker-Splitterpartei. Unsäglicher und abhängiger Journalismus. Ich meide in Zukunft ihr Käseblatt.

  • Schon vergessen? In der ehemaligen SED wurden solche Wahlen en bloc durchgepeitscht. Selbst das letzte Aufbäumen der fdp nutzt relativ wenig. Sie leistet sich einen "Außenminister", den niemand wahrnimmt. Schon gar nicht diejenigen Mitläufer, die einst dem großen Lautsprecher nicht mehr den Mund verbieten konnten.

    Der Lautsprecher soll demnächst dorthin gehievt werden, wo er, wie in Nordkorea, "sein Volk" per Lautsprecher besser verstehen kann. Ich befürchte daraus wird nichts, denn die fdp hat keine Fallschirmträger mehr in ihren Reihen, zumindest nicht an vorderster Front. Geschichte wiederholt sich immer wieder und belebt die Klarheiten, die sich so mancher in aktuellen Fällen stets vor Augen hielt. Wo keine Reißleine griffbereit, da führt der ungebremste Fall auf harte Tatsachen.

    Liberalität, sie war noch nie in Gold gewogen, bis heute, vielleicht?

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