FDP-Parteitag: Drei Rezepte für einen klinisch Toten

FDP-Parteitag
Drei Rezepte für einen klinisch Toten

Die FDP nimmt den Kampf um ihre Existenz auf. Der Wiedereinzug in den Landtag von Nordrhein-Westfalen soll die Wende bringen – und Christian Lindner der Partei neuen Atem einhauchen.
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DuisburgChristian Lindner ist mit seinen 33 Jahren der jüngste Comeback-Politiker aller Zeiten. Und er hat für die Wiederbelebung der klinisch toten FDP drei Rezepte. Ein pragmatisches, ein stilistisches und ein inhaltliches. Sein klarstes Rezept ist das pragmatische: Lasst uns bis zum Wahltag keine Umfragen mehr lesen. 

Dabei hat die FDP in Nordrhein-Westfalen Grund, mit einer gewissen Zuversicht in die Umfragen zu blicken. Nachdem sie im Saarland unter den Sonstigen gelandet war kann sie an Rhein und Ruhr derzeit mit vier Prozent rechnen – ein Einzug in den Landtag ist also nicht unmöglich. Die fehlenden Prozentpunkte, die soll ein kämpferischer Christian Lindner einfahren, der erst vor gut drei Monaten als Generalsekretär der Bundes-FDP zurückgetreten war und nun von Landeschef Daniel Bahr von der „Reservebank“ zurückgeholt worden war. 

Und Lindner stellt sich der Herausforderung mit großer Lust. „Ich habe zwei Jahre Berliner Luft geschnuppert, jetzt bin ich wieder hier, zuhause in NRW“, bewarb sich Lindner am Sonntag vor den Landesdelegierten für die Spitzenkandidatur. Und so ganz nebenbei, bucht er gleich eine Option auf ein Rückfahrticket.  Er sei sich als „junger Mann der Verantwortung für diese traditionsreiche Partei bewusst“, sagt Lindner. Sollte er es in NRW tatsächlich schaffen, so die Erwartung vieler Beobachter in Berlin, dann wird Lindner nicht nur den Landesvorsitz an Rhein und Ruhr beerben, sondern auch die Nachfolge von Philipp Rösler an der Spitze der Bundespartei antreten. 

Lindner geht seine Aufgabe gründlich an. Bei aller Häme und Kritik dürfe man nicht die historischen Leistungen der FDP vergessen, auf die er stolz sei. Aber, das räumt Linder gerne ein, die Partei „in Berlin“ sei in den vergangenen Jahren ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden und habe Vertrauen verspielt. Bescheidenheit stünde ihr nun gut an. „Selbstbewusstsein plus Bescheidenheit, das nennt man Souveränität – und so möchte ich diesen Wahlkampf führen“, bringt Lindner sein stilistisches Erfolgsrezept auf den Punkt.

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Drei Rezepte für einen klinisch Toten

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Das Image des Umfallers ablegen

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Lob für die Piraten

Kommentare zu " FDP-Parteitag: Drei Rezepte für einen klinisch Toten"

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  • Die FDP als einzige NICHT-linke Partei in Deutschland wird gebraucht. Und sie bekäme locker 20 % der Stimmen, wenn sie sich KONSEQUENT gegen den Euro-Rettungswahnsin stellen und endlich die Interessen Deutschlands und der deutschen Steuerzahler vertreten würde. Das Wutpotential gegen diesen Euro-Unfug ist in der deutschen Bevölkerung jedenfalls vorhanden.
    Andreas Aßmann

  • Trat Hr. Lindner vor ein paar "Tagen" nicht zurück, da er sich nicht in der Lage fühlte, politisch verantwortlich zu Gunsten der Deutschen zu handeln?

  • @ Nacael

    Mit Aktien wirds mit Reichtum nichts werden. Aber ein paar Scheinchen auf den Dax kommende Woche werde ich mir gönnen!

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