NRW-Wahl 2012

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„Kraftgate“: CDU-U-Boote schreiben einen Skandal herbei

Die Vorwürfe hatten es in sich: NRW-Ministerpräsidentin Kraft soll mit Telefonanrufen missliebige Berichterstattung verhindert haben. Das Problem: Sie stimmen nicht. Trotzdem fahren CDU-Anhänger im Netz eine Kampagne.

Mitgenommenes Wahlplakat von Hannelore Kraft: Heftige Attacken gegen die Ministerpräsidentin. Quelle: dpa
Mitgenommenes Wahlplakat von Hannelore Kraft: Heftige Attacken gegen die Ministerpräsidentin. Quelle: dpa

DüsseldorfAus Sicht der CDU wäre die Schlagzeile auch zu schön: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft „macht den Wulff“ und greift ähnlich wie der zurückgetretene Bundespräsident zum Telefonhörer, um missliebige Berichterstattung zu verhindern. Zwei Tage vor der Wahl an Rhein und Ruhr wäre das ein echter Skandal. Aber: Die Geschichte stimmt nicht.

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Der Faktengehalt wird von den Beteiligten energisch bestritten, und es gibt auch keine Belege für Anrufe aus der Staatskanzlei in Chefredaktionen. Die fehlenden Fakten halten einige Blogger und Aktivisten der Jungen Union jedoch keineswegs davon ab, den vermeintlichen Skandal über die sozialen Medien zu verbreiten. Nach dem Motto: irgendwas wird schon hängen bleiben.

Aber der Reihe nach.

Am Mittwoch sorgte der Stern mit einer Vorabmeldung in Düsseldorf für große Unruhe. Das Hamburger Magazin berichtete von mehreren lukrativen Aufträgen, die die Kommunikationsagentur Steinkühler-com vom nordrhein-westfälischen Familienministerium bekommen hat. Das an sich wäre noch keine Geschichte wert, doch die investigativen Rechercheure des Stern zogen die Verbindung zwischen Agenturgründer Karl-Heinz Steinkühler und dem Blog „Wir in NRW“.



Steinkühler, so der Stern, sei der Blogger „Theobald Tiger“, der im NRW-Wahlkampf 2010 zahlreiche CDU-kritische Beiträge und parteiinterne Dokumente veröffentlicht hatte. Steinkühler selbst wollte diese Meldung gegenüber dem Stern weder bestätigen, noch dementieren und war für Handelsblatt Online nicht zu erreichen. Sicher ist aber, dass unter anderem durch die Veröffentlichungen von „Theobald Tiger“ die sogenannte „Rent-a-Rüttgers“-Affäre ausgelöst wurde, die maßgeblich zur Abwahl der damaligen schwarz-gelben Landesregierung beitrug.

Der Vorwurf des Stern: Nach der Wahl sei Steinkühler für seine CDU-kritischen Enthüllungen belohnt worden – mit PR-Aufträgen der rot-grünen Landesregierung. Fünf Info-Broschüren hat Steinkühlers Firma für das Familienministerium erstellt. Auftragsvolumen: 345 000 Euro. Die CDU witterte den Skandal, die Landesregierung eine Schmutzkampagne.

Das Ministerium erwirkte am Donnerstagabend eine einstweilige Verfügung gegen den Stern-Bericht. Der Stern dürfe „nicht mehr den Verdacht erwecken, die Erteilung von fünf Aufträgen des Familienministeriums an Karl-Heinz Steinkühler und das Unternehmen steinkuehler-com stehe im Zusammenhang mit der unter dem Pseudonymen 'Theobald Tiger' und 'Leo Loewe' in dem Blog 'Wir in NRW' veröffentlichten Berichterstattung.“


  • 11.05.2012, 18:05 Uhrbee

    Daß Frau Kraft bei der WAZ angerufen haben soll um eine Berichterstattung zu verhindern, war in der Angelegenheit doch ohnehin nur eine Fußnote. Jetzt wird die Berichterstattung beim Stern eben per einstweiliger Verfügung unterbunden. So geht's natürlich auch..

    Nichtsdestotrotz stehen die Vorwürfe bezüglich Steinkühler weiterhin im Raum.

  • 11.05.2012, 14:10 UhrHardie67

    Wenn der Linke nicht mehr weiter weiss,
    kommt er mit seinem Nazi-Scheiss.

    Sorry, ich weiss nicht, was dies mit CDU-Wählern zu tun hat. Haben Sie die NSU gefragt, ob sie CDU gewählt haben?

    Und was hat die NSU und Solingen mit rechten bzw. linken Steinewerfern zu tun? Haben die von der NSU Steine geworfen? Haben Sie das gesehen?

    Ihr linksideologisches PC-Geschwafel ist derart dumm, dass sich Diskussionen nicht lohnen.
    Insofern: Schönes Leben noch.

  • 11.05.2012, 13:57 UhrGuenni999

    @Hardie67
    Sorry, die Zwickauer NSU-Gruppe hat keine Steine geworfen, die hat 10 Leute direkt um die Ecke gebracht und auch einst in Solingen waren keine Steine geworfen worden.

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