Neue Umfrage
Absolute Mehrheit für Rot-Grün

Bei der Wahl in NRW könnte die Piratenpartei ein neues Wunder vollbringen und als drittstärkste Kraft in den Landtag einziehen. Die SPD konnte in aktuellen Meinungsumfragen ihren Vorsprung vor der CDU weiter ausbauen.
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DüsseldorfWas im Bund nur ein vager Trend ist, könnte in NRW schon in vier Wochen Realität sein: Die Piratenpartei als drittstärkste Kraft im Parlament, noch vor den Grünen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Info und der WirtschaftsWoche. Wenn am Sonntag über die Sitzverteilung im Düsseldorfer Landtag abgestimmt würde, käme die Piratenpartei auf elf Prozent, die Grünen lägen mit zehn Prozent knapp dahinter.

Vergrößert hat sich der Abstand zwischen SPD und CDU. Wie schon in den März-Befragungen anderer Institute erreicht die SPD 40 Prozent der Stimmen, die CDU, der im März noch deutlich über 30 Prozent vorhergesagt wurden, kommt jetzt nur noch auf 29 Prozent. Mit je drei Prozent würden weder die FDP noch die Linke den Wiedereinzug ins Parlament schaffen.

Deutlich ist auch der Abstand zwischen den Spitzenkandidaten Hannelore Kraft (SPD) und Norbert Röttgen (CDU). Könnte man den Ministerpräsidenten direkt wählen, würden sich 49 Prozent der Befragten für Kraft entscheiden, für Konkurrent Röttgen sprechen sich nur 21 Prozent aus.

Die Neuwähler der Piratenpartei sind der Umfrage zufolge jung, männlich und von der Politik enttäuscht. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen erhält die Partei 26 Prozent Zustimmung.

Zum Vergleich: In dieser Altersklasse erreicht die CDU 28 Prozent, die SPD 27 Prozent. Von den männlichen Befragten würden sich 14 Prozent der Befragten für die Piratenpartei entscheiden, bei den Frauen sind es nur acht Prozent. Als Grund für ihre Wahlabsicht geben 38 Prozent der Sympathisanten der Piratenpartei an, „enttäuscht von anderen Parteien“ zu sein. Ebenso häufig wird die Hoffnung genannt, die Partei werde „etwas Neues“ oder „frischen Wind“ bringen.

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Absolute Mehrheit für Rot-Grün

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Piraten sorgen für frischen Wind

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  • Altgediente Politiker reiben sich verwundert die Augen. Wie eine nicht aufzuhaltende Welle schwappen die Piraten in die nächsten Parlamente. Wenn es bei den Grünen schon das Internet gegeben hätte, wären viele Fischerkungelrunden ausgefallen und manches besser gelaufen.
    Die Piraten mit ihrer bis jetzt eingehaltenen Transparenz bei der Kandidatensuche ist herzerfrischend ehrlich und verdient viele, viele Mehrprozente, denn nur so brechen wir das starre Parteiengefüge auf. Damit die Piraten auch richtig ein und politisch dreinschlagen können, müssen wir sie mit sehr vielen Stimmen in die Parlamente schicken.
    In anderen Ländern Europas sind 20 oder 30 % Stimmen für eine neue
    Partei garnicht so selten. Wenn man sich die Zahl der frustrierte
    Wähler und Nichtwähler anschaut, dann sind 30 % Stimmen für die Piraten garnicht unmöglich.

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