NRW-Landtagswahl läuft

Schafft Kraft den Homerun?

Der Tag der Entscheidung ist da. Nach den letzten Umfragen könnten Regierungschefin Hannelore Kraft und die SPD die Wahlen in NRW klar für sich entscheiden. Aber noch sind die CDU und Norbert Röttgen nicht geschlagen.
Update: 13.05.2012 - 16:09 Uhr 13 Kommentare

Tag der Entscheidung in Nordrhein-Westfalen

DüsseldorfNordrhein-Westfalen wählt - und das politische Berlin hält die Luft an. Nach einem kurzen und konzentrierten Wahlkampf haben an diesem Sonntag in NRW die Wähler das Wort. Bei der Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland tritt die SPD nach knapp zwei Jahren rot-grüner Minderheitsregierung als Favorit an. Klare Favoritin ist Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die die Koalition ihrer SPD mit den Grünen fortsetzen will. Die Wahllokale sind bis 18.00 Uhr geöffnet. Erste Hochrechnungen werden kurz nach der Schließung erwartet.

Letzten Umfragen zufolge liegt die SPD mit 37 bis 38 Prozent deutlich vor der CDU von Landeschef und Bundesumweltminister Norbert Röttgen, die auf 30 bis 32 Prozent kommt. Den Christdemokraten droht damit ein historisches Tief bei einer Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland. 2010 hatte die CDU unter dem damaligen Regierungschef Jürgen Rüttgers mit 34,6 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis eingefahren.

Die Grünen erreichen in Umfragen elf bis zwölf Prozent. Der FDP unter ihrem Spitzenkandidaten Christian Lindner gelingt demnach mit etwa sechs Prozent der Wiedereinzug ins Landesparlament. Mit 8,5 Prozent schafft die Piratenpartei aus dem Stand den Sprung in den Düsseldorfer Landtag. Die Linkspartei dagegen dürfte an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Kraft und Röttgen wollen am Mittag in ihren Wohnorten Mülheim und Königswinter ihre Stimmen abgeben.

Röttgen hatte in seinem Wahlkampf der Rot-Grün eine Verschuldungspolitik vorgeworfen und zuletzt versucht, die Wahl auch zu einer Abstimmung über die Euro-Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu machen. Kraft betonte dagegen, sie setze mit Ausgaben etwa für Bildung auf eine "vorsorgende Politik", die dem Staat später "Reparaturkosten" spare.

Die Nordrhein-Westfalen-Wahl gilt als kleine Bundestagswahl: Mehr als ein Fünftel der Wahlberechtigten bundesweit ist bei der Landtagswahl am Sonntag stimmberechtigt. Wahlen in NRW waren in der Vergangenheit wiederholt von bundespolitischer Bedeutung. So wurden in den 1960er und den 1990er Jahren in NRW die Weichen für die späteren sozial-liberalen und rot-grünen Koalitionen auf Bundesebene gestellt.

Stammwähler sind entscheidend
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13 Kommentare zu "NRW-Landtagswahl läuft: Schafft Röttgen das Wunder - oder Kraft den Homerun?"

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  • Den Trend zur sozial-ökologischen Seite gibt es tatsächlich. Er ist aber auch der Trend der ökonomischen Unvernunft und wird uns bezeiten schön auf den Allerwertesten fallen lassen. Aber das passiert unabhängig davon, welche Blockparteien in NRW regieren dürfen.

  • na noch einer der auf diese Ablenkungsmanöver reingefallen ist. Gigantische 200Mrd versteckte Gelder, oha. Diese Zahl ist wohl eher starkes Wunschdenken. Nirgends steht wieviel von der realen Summe versteuert und legal ist. Hitler ist zur Ablenkung von den inneren Problemen auch über NAchbarn hergefallen. Mich würde eher mal interessieren wo die ganzen Griechen -Milliarden geblieben sind. Die versickern sang und klanglos in London, Berlin, etc. EInfach mal Augen auf und Gehirn einschalten. Egal ob SPD, CDU, FDP und die ganzen anderen üblichen Verdächtigen - alle sind nur nach an Macht, Machterhalt und Pfründen interessiert. Das ist leider in den letzten Jahrzehnten mehr als bewiesen worden. Ich hoffe mal auf die Piraten - auch als gesetzter Bürger muss man loslassen können und mal sehen was die "Jugend" auf den Weg bringt.

  • Wer sich von Wohlstand, Rente, sozialen Frieden und demokratische Ordnung verschieden möchte, wählt die etablierten Parteien. Alle Politiker die für Rettungsschirme sind und rechtstaatlichkeiten an die Eu abgeben, müssen vor dem Kadi.
    Deshalb, auch bei den Landtagswahlen in NRW, keine etabliert5en Parteien wählen.

  • Mein(e) Kreuz(e) habe ich den Piraten aufgebunden - war schön wählen.

  • ... ich verspreche mir von der Wahl eine weitere Bestätigung des bundesweiten Trends hin zu der sozial-okölogischen Seite. Dass die CDU den Atomausstieg beschleunigt hat, dass sie die Energiewende eingeleitet hat, dass sie nun auch für Mindestlöhne ist, dass sie sich im Schulwesen mit der SPD/Grünen in NRW geeinigt hat entspricht schon meinen Vorstellungen.
    Aber ehrlich gesagt bin ich mehr für das Original als für die Kopie und so werde ich selbstverständlich für Rot/Grün stimmen. Die SPD sehe ich so langsam wieder auf dem Weg zu ihren Wurzeln. Nachdem nun fast 30 Jahre die Rechte der Arbeiter/Angestellten immer weiter beschnitten wurden, (Kündigungsrecht, Leiharbeit) wird es höchste Zeit, dass die soziale Komponente wieder etwas in den Vordergrund rückt.

  • Wie sagte Volker Pispers so treffend: „Demokratie und Wähler sein bedeutet, daß der Zug immer weiter in die gleiche Richtung fährt, aber der Souverän hin und wieder den Lockführer auswechseln darf.“
    Im Grunde sind die deutschen Blockparteien (CDU,FDP,SPD, Grüne) ein Einheitsbrei, eine Opposition, geschweige denn Wähleralternative, gibt es schon lange nicht mehr. Man wird als Wahlberechtigter regelrecht dazu genötigt, protestmässig Piraten oder Rechts zu wählen. Was soll man sonst noch tun, um diese Eurodestaster zu stoppen???

  • Ein wenig Googlen ("piraten nrw esm") hilft.
    Der Antrag Pos05
    "Nach Auffassung der Piratenpartei NRW verstößt der ESM-Vertrag gegen die im Grundgesetz verankerten fundamentalen Rechtsprinzipien und Grundsätze einer demokratischen Staatsordnung wie den Parlamentsvorbehalt und das Rechtsstaatsprinzip sowie gegen die Transparenz-Grundsätze der Piratenpartei. Zudem ist der ESM nicht geeignet die grundlegenden Solvenzprobleme sowie die Leistungs- und Zahlungsbilanzdefizite einiger Euroländer in den Griff zu bekommen."
    wurde beim Landesparteitag der Piraten am 15.4.2012 einstimmig angenommen.

  • @ thomasca
    Dummerweise haben ausgerechnet die Genossen Steuererhöhungen angekündigt , nicht für die reichen (wer auch immer das sein soll )sondern für die,die mit täglicher arbeit ihre Brötchen verdienen müssen !

    Die weitere Subventionierung der in Deutschland überflüssigen Solarindustrie hat weiteren und kräftigen Preissteigerungen Tür und Tor geöffnet , von wem sie nun "abgezockt" werden dürfte doch klar sein .

  • "Rot-Grün hofft in NRW auf eigene Mehrheit"...

    richtig ist wohl: "Rot-Grün hofft in NRW auf eine GEMEINSAME Mehrheit"

  • Sie sollten sich mal über die SPD informieren, ihre Behauptungen sind frei erfunden...

    Niemand ist gegen die Konsolidierung der Haushalte, die Frage ist wie und zu welchen Lasten. Einseitige Belastung der unteren Einkommenschichten ist halt völlig daneben und die gigantischen 200 Mrd in der Schweiz sollten besteuert werden wie jedes Einkommen und dann sieht die Welt schon anders aus!

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