NRW-Wahl
Röttgen will mit Schuldenabbau punkten

Röttgen setzt beim Wahlkampf voll auf das Thema Schuldenabbau. Aber falls es mit dem Einzug ins Düsseldorfer Parlament doch nicht klappen sollte, hält sich der jetzige Umweltminister alle Optionen offen.
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Berlin/DüsseldorfCDU und FDP wollen den Schuldenabbau ins Zentrum des Landtagswahlkampfes in Nordrhein-Westfalen rücken. Das machten die Spitzenkandidaten Norbert Röttgen und Christian Lindner am Samstag deutlich. Bundesumweltminister Röttgen steht indes weiter in der Kritik, weil er sich bislang nicht dazu bekannt hat, im Falle einer Niederlage bei der Landtagswahl am 13. Mai Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag zu werden. FDP-Chef Philipp Rösler kritisierte Röttgen indirekt dafür.

Inhaltlich setzen sowohl CDU als auch FDP im Wahlkampf auf das Thema Schuldenabbau. Auf einem Festakt zum 60-jährigen Bestehen des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU am Samstag in Siegen kündigte Röttgen an, er wolle eine „geistige und politische Auseinandersetzung“ zum Thema Schulden mit seinen „Wettbewerbern“ führen. Die „ökonomisch verfehlte Finanzschulden-Lehre“ müsse beendet werden.

Ähnlich äußerte sich auch Lindner. „Wir haben gezeigt, dass wir die Politik auf Pump beenden wollen“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Wir werden einen sehr ernsten Wahlkampf führen“, fügte er hinzu. Für die FDP gelte das Motto „Gerader Rücken statt Effekthascherei.“ Jeder kenne die Lage des Landes und der Partei. Nach einer ZDF-Umfrage kommt die FDP in NRW aktuell gerade einmal auf zwei Prozent und flöge aus dem Landtag.

FDP-Bundesparteichef Rösler verteidigte am Samstag die Entscheidung, den ehemaligen Generalsekretär Lindner anstelle von Daniel Bahr zum Spitzenkandidaten und zum neuen Landesvorsitzenden zu küren. Die Liberalen hätten sich für Lindner entschieden, weil man „nicht nur einen Kandidaten für die nächsten 60 Tage“ habe finden wollen. Damit spielte Rösler auf seinen Kabinettskollegen Röttgen an. Der FDP-Chef betonte zugleich, er wolle der Union keinen Rat geben, „das müssen sie untereinander ausmachen“.

Röttgen selbst verteidigte seine Strategie am Wochenende. „Ich trete nicht an, um Oppositionsführer zu werden. Ich kämpfe um den Posten des Ministerpräsidenten. Alles Weitere werden wir nach der Wahl gemeinsam entscheiden“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Seinen Ministerposten will Röttgen in jedem Fall bis zur Wahl behalten.

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  • Hallo,
    nimmt Herr Röttgen dazu die Verschuldung des Bundes während "seiner" Tätigkeit zum Maßstab?
    Staatsschulden über zwei Billionen.
    Tendenz stetig steigend.
    Risikohaftung in Höhe des 1,5fachen Bundeshaushaltes.

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