Röttgens SPD-Kritik
Currywurst-Kampagne ist „trauriger Tiefpunkt“

„Banalisierung“, „bodenlos“, „Wo ist diese Partei gelandet?“ – der CDU-Spitzenkandidat haut der SPD ihr Spaßplakat um die Ohren. Und gibt erste vage Hinweise, wie er sich einen Sparhaushalt vorstellt.
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Dortmund/ MonheimDer nordrhein-westfälische CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen hat die SPD wegen ihrer „Currywurst ist SPD“-Plakatkampagne angegriffen. Die Kampagne sei „eine bodenlose Provokation“. Sie zeige, dass sich die SPD im Landtagswahlkampf „jeder inhaltlichen Auseinandersetzung verweigert“. Damit habe die SPD „die Banalisierung von Politik auf einen traurigen Tiefpunkt geführt“.  Die Sozialdemokraten förderten damit die Politikverdrossenheit.

„Diese Banalisierung“, sagte Röttgen während einer Wahlkampftour, „ist dem Wesen der SPD fremd, total fremd“, und er meine das durchaus als anerkennende Bemerkung für die Partei. Das Geringschätzige, das hinter der Spaßparole stecke, werde „eine demoralisierende und demobilisierende Wirkung auf die Sozialdemokraten“ habe. „Wo ist diese Partei gelandet?“, fragte Röttgen provozierend.

Bei seinen Wahlkampfauftritten am Freitag weidete Röttgen das SPD-Spaßplakat für seine Zwecke aus. „Ich möchte lieber über Inhalte reden“, erklärte er zum Beispiel vor CDU-Mittelständlern in Monheim, „und das noch viel lieber, seit die SPD zur Currywurst-Partei geworden ist.“

Der NRW-CDU-Chef und Bundesumweltminister stellt in dem kurzen Wahlkampf nach dem vorzeitigen Ende der rot-grünen Minderheitsregierung das Thema Verschuldung in den Vordergrund. Vor Kommunalpolitikern der CDU in Dortmund erläuterte er, wie er sich seine Haushaltspolitik vorstellt. Es werde bei einem Wahlsieg der CDU vier Bereiche geben, die für eine Landesregierung unter seiner Führung Priorität haben würden: Familie, Schule, Kultur und Kommunen. In allen anderen Bereichen wolle er sparen.

Röttgen sprach insbesondere die Personalkosten des Landes an, sie machten 63 Prozent des Landeshaushalts aus. Es gebe in Nordrhein-Westfalen 440.000 Landesbedienstete. „Da muss es möglich sein zu sparen.“  Das Land habe zu viele Aufgaben übernommen. Die notleidenden Kommunen würden nach einem Wahlsieg hingegen finanziell gestärkt werden, sagte Röttgen seinen Parteifreunden aus der Kommunalpolitik zu.

Kommentare zu " Röttgens SPD-Kritik: Currywurst-Kampagne ist „trauriger Tiefpunkt“"

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  • Das hbe ich auch gesehen und konnte es nicht fassen
    Aber die Frage muß auchs ein, wo ist da die Kanzlerin als Chefin?
    Bei Niebel ist es ja ebenso

  • Im Fernseh wurde jetzt gezeigt wie Herr Röttgen sein eigenes Ministerium aufgbläht hat. Er hat es demaßen vergrößert, dass
    sogar noch angebaut werden mußte.
    Anträge schwirren Wochenlang zwischen den unterschiedlichen Entscheidungsbefugten durch alle Stockwerke hin und her!
    Die Mitarbeiter sind fix und fertig, weil nichts mehr funzt!
    Ausgerechnet dieser Mann spricht von Bürokratieabbau.
    Er wollte auch mal das Amt des BDI Vorsitzenden annehmen und dabei sein Budestagsmandat noch zwei Jahre behalten.

  • Herr Röttgen ist gerade der Richtige mit seinem genauso inhaltsleeren und dazu noch semantisch fragwürdigen Plakat "Politik aus den Augen unserer Kinder". Ich wünsche mir solche Politiker "aus den Augen unserer Kinder".

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