SPD-Parteitag
„Die Frau, die es kann, gegen den Mann, der sich nicht traut“

Hannelore Kraft lässt keinen Zweifel zu, dass sie ihre Politik in NRW mit einer starken Regierung fortsetzen wird. Aber damit ist die frisch gekürte Spitzenkandidatin nicht zufrieden: Die SPD nimmt schon 2013 ins Visier.
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DüsseldorfDie SPD startet mit Zuversicht, fast schon mit Übermut in den Wahlkampf für den Landtag 2012. Dass Hannelore Kraft am 13. Mai gewinnt und die rot-grüne Koalition in Nordrhein-Westfalen mit einer eigenen Mehrheit fortsetzen kann, steht auch für den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel außer Frage. „Nordrhein-Westfalen wird schon von ganz allein laufen, wir müssen jetzt darüber nachdenken, wie wir die Bundestagswahl 2013 gewinnen.“

Gabriel ist zwar angeschlagen und heiser, aber er lässt es sich nicht nehmen, an diesem Samstag im Düsseldorfer Messezentrum den Einheizer für die Lokalmatadorin zu spielen. Hannelore Kraft sei 2009 noch zur Ministerpräsidentin geworden, weil die Menschen ihren Vorgänger Jürgen Rüttgers (CDU) leid gewesen seien. Doch nun werde sie gewinnen, weil sie „als Ministerpräsidentin eine exzellente Arbeit geleistet hat“.

Hannelore Kraft, die nach ihrer Rede innerhalb von 20 Sekunden per Handzeichen einstimmig zur Spitzenkandidatin der SPD nominiert wird, greift den Ton auf. Sie sei stolz auf die politische Arbeit, die die rot-grüne Minderheitsregierung in nur zwei Jahren geleistet habe – und werde diese Aufgabe fortsetzen. Die Landesdelegierten stimmten anschließend mit 99,3 Prozent der Stimmen für Kraft als Spitzenkandidatin.

Die Ministerpräsidentin tritt im schwarzen Merkel-Hosenanzug auf, doch mit jedem Wort nährt sie die sozialdemokratische Seele – und greift den politischen Gegner als kaltherzig, schlimmer noch: unfähig, frontal an. Ihr direkter Gegenspieler, Bundesumweltminister und CDU-Landeschef Norbert Röttgen, taucht nur am Rande auf, als Witzfigur.

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  • wenn die so gute arbeit gemacht hätten würden die heute noch in einer minderheitenregierung an der macht sein.Sie haben wenn ich es richtig mit bekommen habe keinen verfassungkonformen haushalt hin gelegt.Massen an neuen schulden hin gelegt und hatten vor der CDU die möglichkeit aus NRW ein musterländle zu machen.Getan hamse nix große spruche lange seile und kölsche klüggel.
    nrw is bald platt und hat keine kohle mehr .und was machen die uns wie immer das blaue versprechen die asche die wir hard erarbeiten aus dem fenster haun. aber für nix was die zukunft unserer kinder sichert nee eher gefährdet.

  • Was für obsolete Politikvorstellungen? Könnten Sie da ein bißchen konkreter werden?

  • ... nach ihrer Sprache zu urteilen (Volksverräter; wer die wählt, hat das Denken aufgegeben), sollte proNRW wohl eher gewählt werden? Oder täusche ich mich da und Sie sind nur einer der frustrierten Konservativen, die keine Chance mehr sehen, ihre eigenen obsoleten Politikvorstellungen jemals wieder in einem Parlament vertreten zu sehen?

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