Sylvia Löhrmann
„Die Piraten wollen nicht regieren. Wir schon.“

Die Grünen-Spitzenkandidatin in NRW, Sylvia Löhrmann, ist gegen drastisches Sparen. Den Haushalt möchte sie mit höheren Steuern sanieren. Im Interview erklärt sie zudem, warum die Grünen vor den Piraten keine Angst haben.
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DüsseldorfHandelsblatt: Frau Löhrmann, Sie regieren seit zwei Jahren mit der SPD. NRW ist pleite. Wo sparen Sie, wenn Sie nach der Wahl regieren?
Heute ist das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei. Weitere Jahre werden wir – so schön das wäre – nicht beitragsfrei stellen. Daneben werden wir systematisch prüfen, welche Förderprogramme wir von Zuschuss auf Darlehen umstellen können. Das bietet sich gerade dort an, wo mit Einsatz von Fördermitteln Rendite erzielt werden kann, etwa in der Wirtschaft.

CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen setzt voll auf Haushaltskonsolidierung.

Er hat bisher keinen einzigen konkreten Vorschlag gemacht. Er will 12 000 Stellen abbauen, sagt aber nicht, welche – weil nämlich bei dieser großen Stellenzahl Lehrer und Polizisten dabei sein müssten, anders geht das nicht. Die Hauptforderung seiner Partei – Wiedereinführung von Studiengebühren und Abschaffung des beitragsfreien Kitajahres - hat er aus reinem Kalkül einkassiert. Das waren bis dato die Haupteinsparpunkte der CDU-Landtagsfraktion.

Dann könnten sie ja auch mit der CDU regieren.
Ich kann rechnen: Nach den Umfragen reicht es dafür auf keinen Fall. Zudem ist Röttgen ein unsicherer Kantonist, der sich nicht festlegt – das gefällt mir nicht. Und wenn Röttgen so grün wäre, wie er redet, würde er keinen Kahlschlag bei der Solarförderung machen und sich für ein Nachtflugverbot für Passagierflüge in Köln/Bonn einsetzen – dafür gibt es sogar einen einstimmigen Landtagsbeschluss, den meine Partei forciert hat.
Was sind Ihre Kernpunkte im Wahlkampf?
Eine beschleunigte Energiewende – das nutzt Umwelt, Industrie und Handwerk. Bildungspolitik als Zukunftsaufgabe. Und wir brauchen einen handlungsfähigen Staat und handlungsfähige Kommunen, die wir bereits mit Milliarden gestärkt haben. Aus NRW muss auch ein Signal für die Ablösung von Schwarz-Gelb in Berlin ausgehen – der schlechtesten Bundesregierung aller Zeiten.
Und die Gemeinschaftsschulen?
In knapp zwei Jahren haben wir bisher insgesamt mehr als 70 Schulen mit längerem gemeinsamem Lernen auf den Weg gebracht, also Gemeinschafts-, Sekundar- oder Gesamtschulen. Es war richtig, die Entscheidungsmöglichkeiten der Kommunen über die Schulentwicklung zu erweitern; diese grüne Saat geht jetzt auf.

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  • Auf mich wirkt die ganze grüne Kaspertruppe wie tollpatschige Clowns, die gut in einer Unterhaltungsshow oder ins RTL Dschungel-Camp passt. Wir sind Stars, holt uns hier raus. Die Grünen ist eine Melonenpartei. Außen grün, innen rot. Die Grünen wollen die Nation von Grund auf umkrempeln, eine völlig andere Politik. Vormunds-Staat,
    Gängel-Republik, Einschränkung politischer und wirtschaftlicher Freiheiten. Davor verschließen viele die Augen und fallen immer noch auf die Tarnung mit dem angeblichen Umweltschutz und dem ständigen Bio-Gequatsche rein.Sargnägel für unsere Nation. Die Giftspritzen oder das rot-grüne Horrorkabinett.

  • Die Grünen sind auch bald genau so Tod wie die FDP.Sie haben kaum noch eigene Inhalte und von eigener Politik ganz zu schweigen. Sie sind noch die Mehrheitsbeschaffer für die beiden großen da haben Sie schon die Rolle der FDP übernommen auch wenns bis jetzt ja noch die von der SPD sind.
    Sie reden von einem Signal für die Ablösund der Regierung in Berlin dabei brennt der Baum in NRW . Keinen Verfasungskonformen Haushalt haben Sie zusammen bekommen Umweltpolitik schweigen im walde da sind die von der CDU ja grüner.Inovativ Handlungsfähig sind andere und Angst haben Sie vor den Piraten der neuen Bürgerbewegung in Deutschland die sind alles was Sie mal wahren nur eines inovativer und wählbar

  • Steuern erhöhen, eine wahrlich inovative Idee. Seit gut 40 Jahren werden Steuern erhöht mit dem Aurgument die Schulden abzubauen. Doch die Schulden steigen trotzdem. Vieleicht ist da doch in Denkfehler im System.

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