Umfrage
Piraten sollen in die Bundesregierung

Wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre, würde die FDP nicht mehr in den Bundestag einziehen. Großer Gewinner könnten die Piraten sein, 24 Prozent der Deutschen würden sich die Partei sogar in der nächsten Regierung wünschen.
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BerlinNach ihrem jüngsten Wahlerfolg im Saarland sind die Piraten auch bundesweit im Aufwärtstrend. Im aktuellen ZDF-Politbarometer, das am Freitag veröffentlicht wurde, kommen die Piraten im Bund auf acht Prozent der Stimmen und konnten sich damit als einzige Partei verbessern. 24 Prozent der Deutschen würden sich die Partei sogar in der nächsten Bundesregierung wünschen. Die FDP liegt dagegen weiter bei drei Prozent, und die Mehrheit der Deutschen sagt den Liberalen eine düstere Zukunft voraus.

Die Piratenpartei hatte am Sonntag bei der Landtagswahl im Saarland aus dem Stand 7,4 Prozent der Stimmen geholt. Nach Berlin war es ihnen damit zum zweiten Mal in Folge gelungen, in ein Landesparlament einzuziehen. Auch wenn die große Mehrheit der Deutschen (83 Prozent) den Erfolg der Partei laut Politbarometer auf die Unzufriedenheit mit den Mitbewerbern zurückführt, fänden es 37 Prozent der Bürger gut, wenn die Piraten auch im Bundestag vertreten wären. Trotz des aktuellen Hochs glauben aber nur 36 Prozent, dass die Piraten langfristig erfolgreich sein werden. 50 Prozent glauben das nicht.

Noch deutlicher düsterer schätzen die Deutschen allerdings die Aussichten für die FDP ein. Nur 21 Prozent trauen den Liberalen einen langfristigen Erfolg zu. 70 Prozentglauben nicht daran. Bei der Saarland-Wahl hatte die Partei nur 1,2 Prozent der Stimmen erreicht, die Liberalen fliegen somit aus dem dortigen Parlament. Ein ähnliches Schicksal sagt die Mehrheit der Bürger (71 Prozent) der Partei auch für die anstehende Wahl in Nordrhein-Westfalen voraus. Inzwischen geht auch nur ein gutes Viertel (26 Prozent) der Bevölkerung davon aus, dass Philipp Rösler am Ende des Jahres noch FDP-Chef sein wird.

Die CDU/CSU kann der Umfrage zufolge weiterhin mit 36 Prozent der Stimmen rechnen. Die SPD verliert einen Punkt auf jetzt 29 Prozent. Die Grünen bleiben wie in den Vorwochen bei 14 Prozent. Die Piraten können sich mit acht Prozent (plus zwei Punkte) auf den vierten Platz vorschieben. Für die Linke werden sieben Prozent vorhergesagt. SPD und Grüne bleiben mit zusammen 43 Prozent zwar weiterhin klar vor der CDU/CSU, jedoch weit von einer eigenen Mehrheit entfernt. Rechnerisch möglich wäre neben einer großen Koalition auch ein Bündnis von CDU/CSU und Grünen. Eine große Koalition wird in der Umfrage von 56 Prozent der Befragten befürwortet, ein schwarz-grünes Bündnis dagegen nur von 28 Prozent. Rot-Grün wäre für 42 Prozent eine gute Option.

Die Rangfolge der zehn wichtigsten Politiker wird weiterhin von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einem Zustimmungswert von 1,7 (zuvor: 1,5) angeführt. Dicht darauf folgen die beiden möglichen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück mit 1,7 (1,5) und Frank-Walter Steinmeier mit unverändert 1,5. Auf den weiteren Plätzen liegen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit 1,4 (1,3), Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) mit 1,3 (1,3) und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit 0,9 (0,7). Jeweils leicht verbessern konnten sich SPD-Chef Sigmar Gabriel und CSU-Chef Horst Seehofer mit jeweils 0,8 (0,6). Noch einmal weiter in den Negativbereich abgesackt sind Außenminister Guido Westerwelle (FDP) mit minus 1,2 (minus 1,1) und als Schlusslicht FDP-Chef Philipp Rösler mit minus 1,4 (minus 1,2).

Für die Umfrage befragte die Forschungsgruppe Wahlen vom 27. bis 29. März telefonisch 1271 repräsentativ nach dem Zufallsprinzip ermittelte Wahlberechtigte. Die jüngsten Entwicklungen im Fall Schlecker konnten also noch kaum in die Befragung einfließen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • @Energieelite

    Ihnen ist aber auch bewußt, dass extrem viele Menschen nicht von ihrer Arbeit leben können, sondern Aufstocker sind? Für mich ist das nichts anderes als Subventionierung der Wirtschaft. Weiterhin ist Ihnen auch klar, dass die Art, wie die Arbeitslosenzahlen berechnet werden, anders funktioniert, als vor sieben Jahren?

    Da Sie annehmen, die FDP sei wählbar, hätte ich gerne mal eine Antwort auf die Frage, wo der 400 Punkte Sparkatalog abgeblieben ist, mit dem Herr Westerwelle so lange rumgewedelt hat ... vor der Wahl. Das erste was danach geschah, war die Einstellung eines weiteren Staatssekretärs für das Wirtschaftsmenisterium. Dabei war einer der 400 Punkte, die Anzahl der Staatssekretäre zu senken.

    Ich habe nichts gegen Staatssekretäre, aber ich habe etwas dagegen so dreist belogen zu werden. Die FDP ist nicht wählbar und es ärgert mich maßlos, dass eine Partei, die keinerlei breiten Rückhalt im Volk mehr hat, an wichtigen Entscheidungen dieses Staates beteiligt ist.

  • Den Riegel vor eine populistische Schlecker-Rettung zu schieben, da gebe ich Ihnen recht, das hat die FDP geschafft. Nur bringt ihr das nichts, sie kommt wieder als Partei der Sozialen Kälte rüber.

    7% MWSt auf Hotels hat mir als Normal-User nichts gebracht, Effekt war nicht spürbar, da die 12% MWSt-Differenz bei den Hoteliers oder gelandet sind oder als Kulturabgabe wieder abgeschöpft wurden.

    Ich hätte es geil gefunden, wenn die Schaumweinsteuer und die Kaffeesteuer abgeschafft würden.

  • Doch, wenn die SPD, Linken, Grüne und Piraten sich in deinem Geldbeutel austoben können.

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