Wahlkampf in NRW
Röttgen sieht „Erklärungsbedarf“ bei FDP

Der Landtag in NRW ist an Haushaltsfragen gescheitert. Die greift CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen sich für den Wahlkampf heraus. Damit schießt er gegen die FDP - die macht ihrerseits Schuldenabbau zum Thema.
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BerlinDer CDU-Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, sieht die beiden denkbaren Koalitionspartner im Düsseldorfer Landtag, FDP und Grüne, sehr kritisch: „Die FDP hat in diesem Wahlkampf Erklärungsbedarf. Die Liberalen haben sich der rot-grünen Regierung angedient, haben durchblicken lassen, den Schuldenhaushalt mitzutragen. Und am Ende haben sie sich in dieser Taktik verheddert“, sagte Röttgen der Zeitung „Bild am Sonntag“.

„Die CDU hat nie taktiert, schon gar nicht in der Haushaltspolitik. Wir haben uns im Gegensatz zur FDP für die klare Linie und nicht für Zickzack entschieden.“

Auch dem zweiten möglichen Koalitionspartner, den Grünen, macht Röttgen Vorwürfe: „In der Regierung Kraft waren auch die Grünen eine Enttäuschung. Sie haben sich selbst mal als Partei der Nachhaltigkeit definiert, doch die Verschuldungspolitik dieser rot-grünen Minderheitsregierung hatte mit Nachhaltigkeit nichts zu tun.“

Sein Ziel sei es, „dass die CDU Nordrhein-Westfalen stärkste Kraft wird, so dass wir dann möglichst mehrere Koalitionsoptionen haben“. Röttgen setzt dabei auf einen Blitzumschwung bei den Wählern: „Das Scheitern von Frau Kraft und Rot-Grün muss erst mal bei den Menschen ankommen. In drei Wochen haben wir ganz andere Umfragen. Warten wir doch einmal ab.“

Unterdessen wollen nach Informationen der „Bild“-Zeitung große Teile der CDU-Spitze Röttgen dazu drängen, sein Amt als Bundesumweltminister im Fall einer Niederlage bei der NRW-Wahl niederzulegen und als Oppositionsführer in Düsseldorf zu bleiben. Röttgen werde sich spätestens Anfang kommender Woche erklären müssen, sagte ein Mitglied der Parteispitze der Zeitung.

Der Umweltminister solle sich ein Beispiel an der rheinland-pfälzischen CDU-Chefin Julia Klöckner nehmen. Sie hatte ihr Amt als Staatssekretärin in Berlin im Landtagswahlkampf 2011 aufgegeben.

Die FDP in Nordrhein-Westfalen will im Wahlkampf mit dem Thema Schuldenabbau punkten. „Wir haben gezeigt, dass wir die Politik auf Pump beenden wollen“, sagte der designierte Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Christian Lindner der „Bild“-Zeitung. „Wir werden einen sehr ernsten Wahlkampf führen.“ In dem werde es um Glaubwürdigkeit gehen. Für die FDP gelte das Motto „Gerader Rücken statt Effekthascherei“.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wahlkampf in NRW: Röttgen sieht „Erklärungsbedarf“ bei FDP"

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  • Herr Röttgen ist doch lächerlich! Nachdem ihm die Grünen eine Abfuhr gegeben haben, tut er so als sei es er der nun entschieden hätte, dass eine Koalition mit den Grünen fast undenkbar ist. ( Natürlich zu Recht!)
    Ja, genau Herr Röttgen, gute Idee, wenn die FDP am Boden liegt warum nicht nochmal drauftrampeln um sich selbst zu erhöhen? Die Argumente Röttgens gegen die FDP : „Die CDU hat nie taktiert, schon gar nicht in der Haushaltspolitik. Wir haben uns im Gegensatz zur FDP für die klare Linie und nicht für Zickzack entschieden.“ ist doch ebenfalls völlig falsch. Die FDP war doch die Partei die am Ende die Neuwahlen einleitete, indem sie nicht diesem unzumutbaren Haushaltsplan der Schuldenmacher SPD und Grüne zustimmte. Ich halte es für wichtig die FDP zu loben die es riskiert nicht wieder in den Landtag zu kommen, weil sie es nicht für gut heißen kann Politik auf Pump zu betreiben! Allein aus diesem Grund hätte die FDP es verdient weiterhin die einzige liberale Kraft im Landtag zu sein!

  • Paukenschlag

    Herr Rötgen hat sich im Wahlkreis Bonn I beworben. Will er über die Landesliste Ministerpräsident werden?

    Da schickt Frau dem bankrotten NRW eine Attrappe.
    Schickt ihn zurück.

    Und vor allen Dingen: Stoppt den Ökowahn in NRW. Welche Suggestionen sind de hinter "intelligentem" Strom oder "erneuerbaren" Energien. Das ist in NRW eine Massenverdummung, die in Armut und Industrieabwanderung führt.

  • @ eX-CDUler
    vermutlich ist Ihre Wut auf alles was mit der CDU in Zusammenhang steht auf Ihre eigene Borniertheit zurückzuführen. Ihre Kommentare sind jedenfalls an Peinlichkeit nicht zu überbieten.

    @ Buckliger

    Ja, Sie haben recht. Bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 1000 Euro pro Einwohner, dazu kostenfrei Tickets für alle bundesweiten öffentlichen Verkehrsmittel, Freigabe sämtlicher Drogen und Reichtum für alle. Irgendwoher muss das ja finanziert werden. Klarer Fall: Besteuerung sämlicher Jahreseinkommen oberhalb von 12000 Euro mit einem Steuersatz von 98 Prozent. Enteignung der Banken und sonstiger Schlüsselindustrien. Das sind wenigstens noch Perspektiven. Jetzt müssen die doofen Deutschen nur noch dazu bewegt werden die Piraten, die Linke und die Grünen zu wählen die dann in einer Koalition die Bundesrepublik regieren.

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