Wahlkampf live Willkommen im Piraten-Hauptquartier

Vor einer Woche haben die NRW-Piraten ihre Wahlkampfzentrale in Essen bezogen. Ein anonymer Spender hat der Partei die Räume bis zur Wahl überlassen. Handelsblatt Online hat einen Blick hinter die Kulissen geworfen.
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Ein Laptop mit einem Totenkopf und gekreuzten Säbeln. Quelle: dpa

Ein Laptop mit einem Totenkopf und gekreuzten Säbeln.

(Foto: dpa)

EssenDie Piratenpartei kann sich derzeit vor den Anfragen von Lobbyisten kaum retten. „Wer von euch möchte denn zur Podiumsdiskussion beim Bundesverband deutscher Milchbauern“, fragt NRW-Landeschef Michele Marsching seine Parteikollegen. Die kleine Runde um Spitzenkandidat Joachim Paul und Wahlkampfmanager Lukas Lamla ist nicht grade begeistert. „Ich habe eine Laktose-Allergie“, murmelt Paul. Ob es nun die Milchbauern sind oder der Interessenverband Jagd - alle interessieren sich für die Meinung der Piraten. Die Wahlkämpfer haben jede Menge Arbeit. 

Vor einer Woche haben sie ihre neue Wahlkampfzentrale im Essener Stadtteil Steele bezogen. Ein anonymer Spender hat den Piraten die Räume bis zu den Wahlen am 13. Mai überlassen. Und so haben sie im obersten Stockwerk des Hauses, in dem sonst Anwälte und Ärzte ihre Praxen haben, Quartier bezogen. Eigentlich sollten die Räume renoviert werden – doch für den Wahlkampf wurden die Renovierungsarbeiten unterbrochen.

Hier in der Dachgeschosswohnung laufen nun alle Fäden im Wahlkampf zusammen: Fast die gesamte Führungsriege der NRW-Piraten ist versammelt - neben Spitzenkandidat Paul, Wahlkampfmanager Lamla und Parteichef Marsching zum Beispiel Simone Brand (Listenplatz 5).  Auch Ines Schorsch packt kräftig mit an. Sie ist die Büroleiterin und bis zum Wahltag ehrenamtlich für die Piraten im Einsatz. „Wir haben das hier auch ein bißchen gemütlich eingerichtet, um Leute zu empfangen“, erzählt sie.

Die 31-Jährige hat zuvor als Beamtin im gehobenen Dienst gearbeitet. Für ihre Parteiarbeit muss sie nun auch Nachtschichten schieben. Ständig klingelt ihr Telefon – bis spät Abends. Um ab und zu wenigstens ein kleines bisschen Ruhe zu haben, will sie sich eine neue Handynummer zulegen. „Ich brauch auch mal Schlaf. Ich habe seit sieben Tagen nicht mehr warm gegessen,“ sagt Schorsch.

Derzeit geht es für die Piraten vor allem darum, genug Unterstützer-Unterschriften für ihre Direktkandidaten zu finden. Die Piratenpartei hat diesmal in allen 128 Wahlkreisen von NRW eigene Direktkandidaten bestimmt – und jeder von ihnen braucht für die Zulassung zur Wahl 100 Unterstützerunterschriften.

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48 Kommentare zu "Wahlkampf live: Willkommen im Piraten-Hauptquartier"

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  • @Margritt17888

    "Christlich-kulturelle Feiertage?"

    Also, der Postillon titelte unlängst "Millionen Seutscher sind Jesus dafür dankbar, sich für ein paar freie Tage geopfert zu haben".

    Spatz, Christentum ist _Empathie_, also etwas, was Ihnen - meiner Kenntnis nach - irgendwie abgeht. Christliche Traditionen jenseits der Rituale, an die Sie sich vielleicht klammern mögen, ebenso, die beinhalten die Solidarität mit den Schwächeren.

    Davon kann ich in Ihren Posts nur selten etwas erkennen, also denke ich mal, Sie mißbrauchen das Christentum nur als Abgrenzung gegen "Andersgläubige".

    Die Vorstellungen der Piraten hingegen stehen durchaus in der Tradition des Nazareners, der war im Grunde ein Revolutionär und Kommunist, wollte alles teilen (Flatrate) und war besorgt um die Schwachen (Grundeinkommen).

    Jesus würde die Piraten wählen ...

  • @sirleon

    Sehr schön.

    Ich find's übrigens toll, daß die Piraten für die Freigabe weicher Drogen sind - was die Grünen ja seit drei Jahrzehnten nicht auf die Reihe bekommen.

    Wenn ich in einer der Tankstellen in der Region - und zwar in jeder xbeliebigen - an der Theke stehe, sehe ich überall Rizzla-Papers in Übergröße im Angebot, in einer hier ganz in der Nähe kann man sogar ein Bong-Set kaufen. Daraus schließe ich mal messerscharf, daß hier gekifft wird, bis sich die Balken biegen.

    Weiche Drogen sind also offensichtlich längst Teil des Mainstreams, nur scheint das - warum auch immer - nicht in der Politik angekommen zu sein.

    So gesehen betrachte ich die Praten als "Aufräumer" mit längst obsolet gewordenen Tabus, zwei Spuren radikaler als die Grünen.

    Nur, sorry, wählen könnte ich die erst, wenn sie selbst verstehen würden, in welcher Tradition sie stehen, der "emanzipatorischer Bewegungen". Im Moment sind sie ja noch ein bißchen zu "postmodern", sprich: sie hantieren mit Zeichen, deren Herkunft sie nicht kennen.

    Aber das wird schon noch.

  • Ein PR-Mann?
    Ich bin ein ganz normaler Politik interessierter Bürger.
    Wir können uns auch Herrn Röttgen anschauen.
    Kandidat der CDU für das Amt des Ministerpräsidenten.
    Der richtige Platz für einen Mann, der, wäre es nach seinem Willen gegangen ab 2007 Hauptgeschäftsführer beim BDI tätig werden wollte. Das war von der Wirtschaft ja auch gewünscht. Warum nicht.
    Hätte er nicht darauf bestanden sein Bundestagsmandat trotzt des Postens beim BDI bis zum Ende der Legislaturperiode im Herbst 2009 weiterzuführen. Dass hagelte von allen Seiten auch aus der Wirtschaft heftige Kritik. Darauf hin zog Norbert Röttgen seine Zusage für den Chefposten beim BDI im Juli 2006 zurück und blieb im Bundestag.
    Auch Frau von Dinther kandidiert wieder.
    Also wählbar? Kompetent? Na ja.

  • Ihre Schlussfolgerung kann ich so aus diesem Text nicht ziehen, ich gehe auch nicht davon aus, dass für einen solchen Vorschlag jemals eine Mehrheit zustande kommt.

    Grundeinkommen ist eine für mich schlüssige Antwort auf die Wandlung von einer Industrienation hin zu einer Dienstleistungsnation. Sicher wissen auch Sie, dass die "Köpfchenarbeit" mehr und mehr die körperliche Arbeit verdrängt, aufgrund eines enormen technologischen Fortschritts. Schon heute kann man beobachten, wie sich die Macht der "Elite" über einen größer werdenden Anteil von Lohnsklaven, für welche das Einkommen recht passgenau die Ausgaben deckelt, vergrößert. Selbst wenn man jetzt mit irgendwelchen darwinschen Theorien argumentiert, läuft diese Entwicklung sicherlich nicht auf ein gutes Ende hinaus. Warum wollen Sie künstliche Arbeitsplätze schaffen, für die heute offensichtlich kein Markt vorhanden ist? Stichwort 1€-Job. Tolle Erfindung.

    Drogen: Ich persönlich stehe, bis auf gelegentlichen Genuss von Alkohol zu bestimmten Anlässen, allen Drogen ablehnend gegenüber. Aber begründen Sie mir bitte, warum ein Verbot nicht einfach ein riesiges Geschenk an das organisierte Verbrechen darstellt. Oder schwebt Ihnen, als passender Piraten-Kontrapunkt, eine totale Überwachung vor? Letztlich sollte wirklich jeder selbst entscheiden, was er sich antut. Konsequenterweise müsste man auch alle lösemittelhaltigen Artikel verbieten. Ich hätte es selbst kaum geglaubt: Der Konsum von Tabak bei jugendlichen ist wohl stark zurückgegangen, nachdem die Werbung stark beschnitten wurde. Gleichzeitig ist der Alkoholkonsum angestiegen (kaum Aufklärung / Prävention)

    Ich würde mir niemals anmaßen, mich mit Picasso zu vergleichen. Ich habe auch keine Alten diffamiert. Wollen Sie etwa behaupten, wir fahren z.Z. keinen Crashkurs? Feiern Sie mit Frau Dr. Merkel den gelungenen Rettungschirm? Ich kann mir vorstellen, dass eine "Piratenpolitik" auch scheitern kann. Muss Sie aber nicht.

  • Na, da hat sich aber ein PR-Mann der Piraten versucht ins Zeug zu legen. Lern erst mal Dein Handwerk, Junge. Die platten Versuche der Piraten-PR-Abteilung überzeugend? Sachlich und ausgewogen sieht anders aus.

  • In einer grauen zeit wurde von einer Propagandpartei alles<andre in ein schlechts licht gestellt mit Verleumdung und halbwahrheiten.es scheint sich nicht immer viel geändert zu haben.
    Gut das es die möglichkeiten der selbstauskunft in den Portalen der Piraten gibt

  • Hier wird sehr viel Unsin über die Bürgerbewegung
    Piratenpartei geschrieben.
    Bitte einfach bei den Piraten Informieren.
    Piraten . de
    oder zum Stamtisch in der nähe.
    Und wenn einem was nicht past email
    Antwort kommt1

  • Chaotenpartei? Lesen Sie sich mal ein bisschen in die letzten Berichte über die Fdp ein.Kann das Chaos größer sein? W.C. als Wahlkampfhelfer. Warum war Frau Ypsilaty? bei der Landtagswahl gescheitert? Weil genau jener W.C. kurz vor der Wahl vekündete dass seine Partei nicht Wählbar ist.
    In Hagen hat sich der Vorsitzende der HGW. Sozialdemokrat! seinen Abschied, gefeiert in einem Museum von der HGW bezahlen lassen. Kostepunkt um die 25 000 Euro.Harald Kärger!heißt der gute Mann.
    Lese ich mir die Kommentare der Gegner der Piraten durch, stelle ich fest dass ein nicht unerheblicher Teil auf Grund des Inhalts dieser Kommentare, aus einer Bildungsschicht stammen bei der die Sach und Fachdiskusion des öfteren auf der Strecke bleibt.
    Ganz anders sieht es bei den Befürwortern aus.
    Ich denke auf sachliche, inhaltlich ausgewogene Kommentare werden auch ebensolche Antworten kommen.

  • Aber bitte nicht bei einer derartigen Chaotenpartei, die zu keinerlei sachlicher und fachgerechter Diskussion fähig ist und selbst im Bereich Internet ständig patzt und sich von dubiosen "anonymen Sponsoren" mit leicht durchschaubaren Interessen sponsern lässt. Es gibt Alternativen, beim Googlen habe ich mehrere gefunden, die erheblich kompetenter und sachkundiger sind.

  • Ich gebe Ihnen recht bis auf einen Punkt: Die Piraten bieten genau zu diesen wichtigen Bereichen gewolltermaßen überhaupt keine Lösung, und der Rest ist unerträglicher, gesellschaftszerstörender Unsinn: Freie Drogen vernebeln den Verstand und können zur Schizophrenie und gerade bei jungen Menschen zu schweren psychischen und physischen Störungen führen. Abschaffung des Urheberrechts entzieht den Kreativen die Existenzbasis, und was ist eine Gesellschaft ohne Kreative wert? Geld für alle ohne Arbeit schafft eine weitere falsche Weichenstellung in Richtung Abzockertum und verantwortungslose Spaßgesellschaft. Verweigerung einer sinnvollen Datenspeicherung verschafft Pädophilen, Betrügern und Terroristen tolle Aktionsmöglichkeiten, und die Polizei guckt zu.

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