Wahlkampf
Mit Guerilla-Taktik in den Landtag

Mit einem bescheidenen Etat wollen die Piraten in NRW den Einzug in den Landtag schaffen. Ihre geringe Finanzkraft wollen sie durch Engagement ausgleichen. Dabei setzen sie auch auf ungewöhnliche Wahlkampf-Methoden.
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DüsseldorfDer Piratenpartei in NRW steht ein anstrengendes Wochenende bevor. Insgesamt 16 Stunden hat die Partei für ihren außerordentlichen Landesparteitag in Münster eingeplant, auf dem sie die Kandidaten für die Landtagswahl wählen will. Zur Wahl für den ersten Listenplatz stehen nicht ein oder zwei Kandidaten, sondern mehr als 30.

Der Parteitag bildet den Auftakt für die heiße Phase des Wahlkampfs der Piraten. Obwohl sich die Partei eigentlich auf einen Wahltermin in drei Jahren eingestellt hatte, kommt ihr die schnelle Neuwahl nicht ungelegen.

„Die frühe Wahl ist kein Nachteil für uns, sondern eine Chance,“ sagt Lukas Lamla. Der 28-jährige Berufsfeuerwehrmann ist Wahlkampfmanager der NRW-Piraten.

Der Landesverband im größten Bundesland hat zumindest einen großen Vorteil: Anders als zum Beispiel im Saarland verfügen die Piraten in NRW wegen der Landtagswahlen 2010 bereits über Kreisverbände und ein eigenes Parteiprogramm. Im Saarland mussten die Parteimitglieder extra für die Wahl eigene Kreisverbände gründen und zwei Wochen vor der Wahl im Hau-Ruck Verfahren ein Parteiprogramm beschließen. Diese Hürden haben die NRW-Piraten schon genommen.

Mit 3500 Mitgliedern ist der Landesverband in NRW mit Bayern der mitgliederstärkste in Deutschland. Dennoch muss die Partei im Vergleich zu ihren etablierten Konkurrenten im Wahlkampf mit bescheidenen Mitteln auskommen. Insgesamt steht den Piraten ein Etat von 120.000 Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: Allein Grüne und Linkspartei planen in NRW mit einem Budget von jeweils 500.000 Euro.

Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, wollen die Piraten das finanzielle Manko durch ungewöhnliche Aktionen kompensieren. „Es werden auf jeden Fall ein paar Überraschungen dabei sein,“ kündigt Lamla an. Was genau er damit meint, will er noch nicht verraten. Die Partei wolle aber einige Methoden des Guerilla-Marketings übernehmen. Gemeint sind Aktionen, die mit geringem Aufwand eine große Wirkung erreichen. Zum Beispiel ein Flashmob, bei dem sich Menschen spontan auf öffentlichen Plätzen treffen und ungewöhnliche Dinge tun. „Das Internet wird für uns eine zentrale Rolle im Wahlkampf spielen,“ verrät Lamla.

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Piraten wollen ohne Werbeagentur auskommen

Kommentare zu " Wahlkampf: Mit Guerilla-Taktik in den Landtag"

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  • Also ich kann auf keinenfall jemanden als ein Vorbild sehen, welher solche Vorstrafen hat wie Herr Schäuble!

    Sein Führungstil ist Autoritär und Diskriminierend, sowie ist er ein Lügner mit Gerichtsurteil!

    Herr Schäuble war klar an der Kohl Affäre beteiligt und hat falsche Aussagen vor Gericht gemacht, ist dafür auch noch verurteilt wurden.

    Es ist eine Schande solche Personen in Führungsebenen zu sehen. Denn diese Leute machen nur Gesetze, welche kleine Gruppen in unserer Gesellschaft begünstigen.

    Siehe nur das Steuerabkommen mit der Schweiz, Straffreiheit für Steuersünder, obwohl das BGH dieses Vorgehen als rechtswidrig eingestuft hat.

    Der Ablass für alle ....

    Sehr schöner Politiker!

  • Piraten wählen, wählen, wählen.Liebe NRW Wähler, bei 7 oder 8 % für die Piraten darf nicht Schluß sein.14,19 oder auch 23 % sind durchaus für die neuen Gipfelstürmer drin. Bisherige Nichtwähler und die riesengroße Zahl der Politikenttäuschten der Altparteien, cducsugrünspd, können durchaus etwas mit den interessanten Wahlzielen der Piraten anfangen, denn die sind keine Steuersenker für Millionäre und Besserverdienenden. Denen liegt auch der Firmengründer und der gerecht bezahlte Arbeiter und Angestellte am Herzen. Und dann wollen sie eine transparente Politik ohne Hinterzimmerkungelrunden machen. Vielleicht das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik hat die Bevölkerung die Chance, in kurzer Zeit endlich Einfluss auf die unsozialste Politik der vergangenen 40 Jahre zu nehmen. Deshalb hin und rein zu den Piraten, dass es eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte wird und wir mitregieren.

  • Billiges Politikerbashing! Die Piraten werden zu 80 Prozent genauso eine Partei wie die anderen werden, wenn sie Gestaltungsmacht bekommen und dann zwischen tausenden Einzelinteressen ausgleichen müssen und nie genug Geld für alles haben, was man möchte. Schon jetzt werden bei den anstehenden Erfolgen viele Trittbrettfahrer bei den Piraten dabei sein.

    Das ist ganz normal so und dafür ist es sinnvoll, dass der Missbrauch durch demokratische Prozesse eingedämmt wird.

    Die anderen Politiker sind aber längst nicht so machtgeil wie alle immer denken.
    Mein Beispiel Schäuble: Der alte kranke Mann wollte im letzten Jahr drei mal zurücktreten und die Kanzlerin hat ihn nicht gelassen, weil es wenig so fitte Politiker in Deutschland wie ihn gibt, die in dem Stress der aktuellen Krisen klaren Kopf behalten. Der Mann könnte sein Leben ruhiger haben, ein paar Aufsichtsratposten mit besetzen und hochdotierte Voträge halten - macht er aber nicht.

    Der guten Frau Kramp-Karrenbauer waren auch das Wahlrisiko und neue klare Verhältnisse lieber als an der Macht zu kleben.

    Ich find die Piraten super, aber sie sind keine besseren Politiker, sondern einfach junge, kreative, frische und weitgehend ideologiefreie Politiker, die der Demokratie sehr gut tun.

    Wenn es um die Verteilung von Einflussmöglichkeiten geht, wird dort das gleiche wie bei den anderen geschehen und die Demokratie ist die beste Form diese notwendigen Streitereien einigermaßen kultiviert auszutragen. Wer nicht mitmachen will, soll dann auch nicht jammern!

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