Nordrhein-Westfalen Wahl 2017

Wahlumfrage AfD im freien Fall

Einer neuen Forsa-Erhebung zufolge kommen die Sozialdemokraten auf 31 Prozent – unverändert knapp hinter der CDU. Die AfD büßt einen weiteren Punkt ein und erreicht den niedrigsten Wert seit sieben Monaten.
Update: 22.02.2017 - 11:18 Uhr 11 Kommentare
Die noch bis zur Jahreswende erfolgsverwöhnte AfD steuert auf eine unsichere Zukunft zu. Quelle: dpa
AfD

Die noch bis zur Jahreswende erfolgsverwöhnte AfD steuert auf eine unsichere Zukunft zu.

(Foto: dpa)

BerlinNach der Festlegung auf Martin Schulz als Kanzlerkandidat verharrt die SPD einer Umfrage zufolge bei über 30 Prozent. Wie eine am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Erhebung für RTL und „Stern“ ergab, kommen die Sozialdemokraten auf 31 Prozent, während die Union drei Punkte mehr bekommt. Im Vergleich zur letzten Umfrage ergibt sich damit für beide keine Veränderung. Einen weiteren Punkt allerdings büßt die AfD ein, die nun mit 8 Prozent ihren niedrigsten Wert seit sieben Monaten hat

Dass die AfD in den vergangenen vier Wochen kontinuierlich an Zustimmung verloren hat und ihr Präferenzwert von 12 auf 8 Prozent gesunken ist, begründet Forsa-Chef Manfred Güllner so: „Mit ihrem Wählerfänger-Thema Flüchtlingskrise kann die AfD momentan kaum punkten, und die chaotische Amtsführung von US-Präsident Donald Trump, den man zunächst noch feierte, beunruhigt jetzt eher angesichts der Krisenherde in aller Welt.“

Aber auch die undurchsichtigen innerparteilichen Auseinandersetzungen trügen zum Wählerschwund bei. „Zudem sind die wenigen gemäßigten AfD-Anhänger zur SPD abgewandert, weil deren Kanzlerkandidat Martin Schulz zugetraut wird, die ihnen so verhasste Angela Merkel abzulösen.“ Bislang haben beide Blöcke in der AfD eine Entscheidungsschlacht vermieden. Dies mag auch an den traumatischen Erfahrungen nach der Abspaltung des Flügels unter AfD-Gründer Bernd Lucke im Juli 2015 liegen.

Damals stürzte die Partei bis unter die Fünf-Prozent-Marke ab. Es ist aber fraglich, ob sich beim kommenden AfD-Bundesparteitag im April in Köln die Konflikte in einem beherrschbaren Maß halten lassen. Die noch bis zur Jahreswende erfolgsverwöhnte AfD steuert auf eine unsichere Zukunft zu.

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11 Kommentare zu "Wahlumfrage: AfD im freien Fall"

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  • @Herr Rainer Hellmann 22.02.2017, 13:37 Uhr

    wie sagt man so schön: "wichtig iss' auf'm Platz" - abgerechnet wird erst am Wahlabend.

    Die interenen Streitereien sind im Moment sicher nicht gerade förderlich und es bleibt zu hoffen, dass man das kurzfristig und ohne Schäden beilegt.

    Die (negativen) Tatsachen sprechen aber nicht pro Merkel oder Schulz, weil beide für das "Gleiche" stehen.

    Wer eine Änderung der Politik will, kann nicht weiter die Blockparteien wählen.

  • Spontan dachte ich: Schön wär's ja, wenn dieser Verein wieder auf "Normalmaß" schrumpfen würde...

    Allerdings hat er ja seine "gesellschaftliche Aufgabe" durchaus erfüllt: die (nicht mehr ganz so) Große Koalition macht jetzt genau diese von rechtsaußen immer propagierte Anti-Flüchtlingspolitik - ohne jede Rücksicht auf Verluste; und die Menschen, die den dubiosen
    Konzentrationslagern vor den geschlossenen Toren und neuerrichteten oder frisch verstärkten Mauern und Zäunen entkommen konnten, ertrinken wieder zu Tausenden im Mittelmeer.

    Eigentlich ein "schöner Erfolg" - wenn schon nicht für die Funktionäre der AfD, so doch zumindest für ihre vielen Millionen Sympathisanten.

    In der dort beliebten, da "politisch unkorrekten" Sprache der Klientel:
    Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan; der Mohr kann gehn!
    https://misanthrope.blogger.de/stories/2630939/

  • Nach qualifizierten Umfragewerten hätte Großbritannien gegen den Brexit gestimmt und Clinton wäre US-Präsidentin.

  • @ Herr Hellmann

    Die Umfragewerte sind allesamt von dem ziemlich überraschend präsentierten neuen SPD-Kanzlerkandidaten tangiert, AfD, wie CDU. Schulz präsentiert sich als Alternative zu Merkel, da ist das merkel-müde Publikum dankbar für ein neues aber bekanntes Gesicht. Da sich Herr Schulz jedoch auch an den Realitäten wird messen lassen müssen, sind bis September ja auch noch Korrekturen möglich und wahrscheinlich, denn schliesslich kann er auch nicht Wasser zu Wein verwandeln oder übers Wasser laufen. Zudem habe ich ziemliche Zweifel, daß dem "begeisterten Europäer" viel an einer Revitalisierung des Nationalstaats liegt. Wer darauf hofft, der wird enttäuscht werden.

    Für die AfD äusserst hilfreich wäre ein Beilegung des Zwist auf Führungsebene, ich finde das ist gerade jetzt im Wahljahr ein No-Go. Die von der aktellen Regierung heraufbeschworenen Problemstellungen sind für parteiinterne Machtspielchen zu dringend müssen mit einer starken Opposition angegangen werden, die ja dem Bundestag leider seit Jahren abgeht.

  • Klar, daß die AfD-Jünger angesichts der neuesten Umfragewerte wieder kommen mit "FORSA-Chef Güllner ist ja von der SPD" etc. etc. etc.
    Dass die AfD aber sogar beim AfD-freundlichen INSA Institut auch nur noch bei 11% steht, bei ehemals 15,5%, wird dabei nur zu gerne übersehen.
    Wie war das mit "Mut zur Wahrheit" ????
    Und jetzt bitte nicht mit dem Killer "Umfragen sind eh für'n Popo, siehe Brexit und Trump" kommen. So schlecht sind die deutschen Umfragen nicht, dass die AfD auf die absolute Mehrheit hoffen kann :-)



  • @Rainer von Horn22.02.2017, 12:03 Uhr

    So sehe ich das auch:
    "Die kann man doch nicht mehr für voll nehmen und wenn doch, dann tun sich Abgründe auf."

  • Nur weil der FORSA-Chef, Herr Güllner (von der SPD), die AfD als "ein Themen-Partei" (früher €uro, aktuell "Flüchtlinge") darstellt, muss das noch lange nicht der Realität entsprechen.

    Die Probleme sind weitaus vielschichtiger und werden von der AFD seit Jahren entsprechend angesprochen.

    Das mediale Kartenhaus des Heilsbringers der SPD, dem EU-Bonzen Schulz, wird, wie die Politik der CDU-Raute, irgendwann mit den traurigen Wahrheiten kollidieren und dann in sich zusammenbrechen.

  • @ Hofmann Marc
    Verstehen Sie meinen Kommentar als humoristische Einlage, den Groko-Parteien geht es nicht nur nicht um ein besseres Deutschland, sondern offensichtlich um Potenzierung der Schadensmaximierung. Das Umpflügen der gesellschaftlichen Verhältnisse in diesem land kann gar nicht schnell genug gehen. Pappkamerad Schulz wird jedoch entzaubert dastehen, wenn er zu den wirklich brennenden Themen erst Farbe bekennen muss, ob er sich bis September mit Sprechblasen durchlavieren kann, bezweile ich.

    Eurorettung: Griechenland? Portugal? Bella Italia?
    Bankenunion? Bad Bank für Europa? Unter Haftung der Deutschen?
    Target-Salden?
    Ansiedlungsprogramm der Regierung (umgangssparachlich Flüchtlingskrise genannt)?
    Wahlrecht für dise Migranten? Verfassungsänderung im Bund, also GG?
    Kopftuch, Burka, Kinderehen, Polygamie?
    Innere Sicherheit, Abschiebungspraxis, Umgang mit kriminellen Migranten und Gefährdern?
    Weiterhin 5.250,- Euro pro minderjährigem Flüchtling pro Monat? 4 MRD (Mehr als 1% des Bundehaushalts für knapp 62.000 ausländische Kinder?)
    Umgang mit dem gewählten US-Präsidenten? (= Hassprediger :))
    usw.usf.

    Die kann man doch nicht mehr für voll nehmen und wenn doch, dann tun sich Abgründe auf.

  • @Rainer von Horn
    Schulz wird doch von den Regierungsmedien nur aufgebaut damit Merkel einen Gegenpol hat und sich nicht direkt mit den Forderungen der AfD beschäftigen muss.
    SPD und Union...beiden geht es nicht um ein besseres Deutschland sondern um den Macht und Giererhalt in der deutschen Politik.

  • Die AfD und Rauten-Merkel sind vorerst durch Schulz erledigt und das ändert sich erst dann wieder, wenn Schulz zu drängenden Themen wie Rettung von halb Euro-Europa durch die deutschen Steuerzahler, Aufnahme von wesentlichen Teilen der arabischen und afrikanischen Männerwelt und Wahlrecht für Migranten sowie Tragen von Kopftuch, Zulassung von Kinderehen und solchen Themen eindeutig Stellung bezogen hat wird sich das schnell wieder ändern.

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