NSA-Affäire
Verfassungsschutz baut Spionageabwehr aus

Der BND will in Zukunft auch befreundete Staaten schärfer ins Visier nehmen. Diese Konsequenz zog der deutsche Verfassungsschutz aus der schwelenden NSA-Affäre mit den USA. Der Ausbau der Spionageabwehr wird teuer.
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Berlin Der Bundesverfassungsschutz will als Konsequenz aus der NSA-Affäre Sicherheitskreisen zufolge die Spionageabwehr ausbauen. Bisher habe der Inlandsgeheimdienst lediglich Problemstaaten systematisch beobachtet, Bündnispartner aus EU und Nato dagegen nur im Fall eines konkreten Verdachts, hieß es am Dienstag in Sicherheitskreisen.

Nach den Erfahrungen der NSA-Affäre müsse der Dienst künftig verstärkt einen 360-Grad-Blick haben, der auch befreundete Staaten einbeziehe. Das allerdings ziehe auch Kosten nach sich.

"Wir werden das sicher nicht zum Nulltarif machen können", hieß es. Daher werde die Behörde die künftige Bundesregierung um mehr Geld für den Ausbau der Spionageabwehr bitten.

Nötig sei vor allem eine technische Ertüchtigung des Verfassungsschutzes. Zudem werbe die Behörde mehr IT-Fachpersonal an. Auch eine engere Kooperation mit Fachhochschulen, Universitäten und der Forschung sei geplant.

Die NSA-Affäre belastet seit Monaten die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA. Zuletzt war bekanntgeworden, dass amerikanische Geheimdienste von der US-Botschaft in Berlin aus das Mobiltelefon von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört haben sollen. Auch die Briten sollen einen Lauschposten auf ihrer Botschaft betreiben.

In Sicherheitskreisen hieß es dazu, verdächtige Aufbauten auf den Botschaften der USA, Großbritanniens und Russlands seien dem Bundesverfassungsschutz schon vor Jahren aufgefallen.

Es sei gemutmaßt worden, dass sich darunter Abhöreinrichtungen verbergen könnten. Beweise gebe es dafür jedoch nicht, auch wenn die Lebenserfahrung dafür spreche, dass es sich um Lauschposten handle.

Um den Mobilfunk abzuhören, genügten an diesen Standorten eine Parabolantenne mit 80 Zentimetern Durchmesser sowie eine relativ einfache Technik.

Ein solches passives Abhören sei für das Opfer nicht festzustellen. Der Verfassungsschutz habe daher schon mit dem Regierungsumzug nach Berlin darauf hingewiesen, dass sich die Spionageabwehr im neuen Regierungsviertel schwierig gestalten werde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " NSA-Affäire: Verfassungsschutz baut Spionageabwehr aus"

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  • Huhh, Werner, wo kommst Du denn her ? Politische Heimat Leuchtender Pfad ?

  • "Verfassungsschutz baut Spionageabwehr aus"

    Heißt:

    Verfassungsschutz fängt an, über Spionageabwehr nachzudenken.

  • So ein Schmarren! Der hiesige Verfassungsschutz ist doch mit amerikanischen Beamten durchsetzt!
    Beruhigungs-Pille für die Doofen Deutschen.

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