NSA-Affäre
BND wertete Daten für eigene Zwecke aus

Der BND soll der NSA nicht nur beim Ausspionieren geholfen, sondern die Daten auch für sich selbst genutzt haben. Der deutsche US-Botschafter verteidigt die Affäre derweil mit dem Verweis auf kulturelle Unterschiede.
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BerlinLaut einem Zeitungsbericht zufolge soll der Bundesnachrichtendienst nicht nur dem US-Geheimdienst NSA beim Ausspionieren europäischer Konzerne, Ministerien und Behörden geholfen, sondern die abgefangenen Daten auch immer wieder für sich selbst ausgewertet haben. Wie die "Bild"-Zeitung (Samstagsausgabe) unter Berufung auf Beteiligte des NSA-Untersuchungsausschusses berichtete, wurden die Daten jahrelang von BND-Mitarbeitern begutachtet, ausgewertet, teilweise kopiert und in Berichten verwertet, nachdem vorsorglich alle deutschen Staatsbürger herausgefiltert worden seien.

Bei den abgefangenen Daten handelte es sich laut dem Blatt nicht nur um sogenannte Meta-Daten, sondern um vollständige Aufzeichnungen von Telefonaten und E-Mails, Ton- und Textdateien. Der Untersuchungsausschuss wolle nun auch durchsetzen, dass offengelegt werde, in welchem Umfang der BND aufgezeichnete Gespräche ausgewertet habe. Dabei habe es sich offenbar um Kommunikation in Krisengebieten, zum Beispiel um Telefonate zwischen Afghanistan und Pakistan gehandelt - aber auch um Kommunikation europäischer Unternehmen und Behörden, die in Nahost tätig seien, berichtete das Blatt weiter.

Der Botschafter der USA in Deutschland, John Emerson, hat das Vorgehen des US-Geheimdienstes unterdessen mit dem Verweis auf kulturelle Unterschiede verteidigt. „Amerikaner sehen es als Verletzung der Privatsphäre, wenn jemand ihre Briefe und E-Mails liest oder ihre Telefonanrufe mithört.“ Deutsche hingegen hielten ihre Privatsphäre bereits für verletzt, „wenn jemand die Kommunikationsdaten sammelt“, sagte der Botschafter dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag).

Als Beispiel nannte Emerson den Umgang mit Google Street View: In Deutschland riefen die Menschen bei dem Konzern an, um ihr Haus pixeln zu lassen, in den USA wollten sie genau wissen, wann der Wagen mit der Kamera komme, um sich vor das Haus stellen und winken zu können.

Mit Blick auf die Debatte über die Rolle des Bundesnachrichtendienstes als Partner der NSA sagte der US-Diplomat, „dass die fortlaufende Kooperation zwischen unseren Geheimdiensten kein Geheimnis ist“.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " NSA-Affäre: BND wertete Daten für eigene Zwecke aus"

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  • Nachdem die Stasiakten aufgeflogen waren wurde die Gauckbehörde geschaffen. Ostbürger können dort einsehen, was so alles ausgeforscht und gespeichert wurde.

    Gleiches Recht für alle!

    Wo und wie können wir Bundesbürger in die Unterlagen Einsicht nehme und feststellen, welche Daten der Staat hier bei uns über uns sammelte und sammelt?

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