NSA-Affäre
Verdacht der Wirtschaftsspionage erhärtet sich

In einer geheimen Sitzung hat ein BND-Mitarbeiter eingeräumt, Suchbegriffe mit deutschen Firmennamen zu kennen. Das berichtet der „Spiegel“. Zudem hat Deutschland offenbar jahrzehntelang bei Nato-Verbündeten spioniert.
  • 1

BerlinIn der BND-Affäre erhärtet sich einem Magazinbericht zufolge der Verdacht der Wirtschaftsspionage des US-Geheimdienstes NSA gegen deutsche Firmen in Zusammenarbeit mit dem BND. Ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) habe im NSA-Untersuchungsausschuss in geheimer Sitzung eingeräumt, Suchbegriffe mit deutschen Firmennamen zu kennen, berichtete der „Spiegel“ am Freitag vorab. „Wir haben das mal gefunden“, habe der Mann gesagt. Derlei Einträge seien „mal aufgetaucht“.

Dem Bericht zufolge hatten Parlamentarier den Zeugen, der beim BND für die Prüfung und Löschung kritischer Selektoren zuständig gewesen sei, mit einer Liste von Namen aus dem Archiv des Ex-NSA-Mitarbeiters Edward Snowden konfrontiert. Unter den 31 Einträgen fänden sich Firmen wie Mercedes, Deutsche Bank, der Wertpapierdienstleister Clearstream und die Telekommunikationsfirma Debitel. Der Mitarbeiter äußerte sich den Angaben zufolge aber nicht dazu, ob und wie lange die Selektoren aktiv waren und die NSA mithilfe des BND deutsche Ziele ausgespäht hat.

Der „Spiegel“ berichtete zudem aus BND-Akten, der deutsche Auslandsgeheimdienst habe seit den 50er Jahren im Auftrag des Kanzleramts jahrzehntelang bei Nato-Verbündeten spioniert, etwa unter den Kanzlern Konrad Adenauer (CDU) und Helmut Schmidt (SPD).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " NSA-Affäre: Verdacht der Wirtschaftsspionage erhärtet sich"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Jetzt sollte es aber mal an der Zeit sein, dass die Bürger aufgeklärt werden. Wenn die Opposition zu schwach erscheint eine solche Klärung herbeizuführen, dann sollten es die Bürger selbst in die Hand nehmen.

    Das Regierungs- und Oppositionsparteien für eine derartige Aufklärung zu schwach sind, ergibt sich möglicherweise aus dem Hintergrund, dass alle Parteien etwas in der Vergangenheit zu verbergen haben oder gar involviert waren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%