NSDAP-Vergleich
Grüne üben scharfe Kritik an den Piraten

Grünen-Chefin Roth hat den NSDAP-Vergleich des Berliner Piraten Martin Delius als „Grenzüberschreitung“ kritisiert. Offenbar sei die Piratenpartei ihrer gesellschaftlichen Verantwortung „nicht gewachsen“.
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BerlinDie Grünen haben die Piratenpartei wegen des NSDAP-Vergleichs des Berliner Abgeordneten Martin Delius scharf kritisiert. Parteichefin Claudia Roth verurteilte die Äußerung in der Zeitung „Die Welt“ (Montag) als „ungeheuerliche Grenzüberschreitung“. Offenbar sei die Piratenpartei ihrer gesellschaftlichen Verantwortung „nicht gewachsen“. Roth forderte die Piraten auf, ihre fundamentalen Werte „glasklar und unmissverständlich demokratisch“ zu definieren und „in Richtung Rechtsextremismus eine unverrückbare Grenze“ zu ziehen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, sieht bei den Piraten ein „echtes Abgrenzungsproblem“ zu Rechtsextremisten. Viele von ihnen glaubten, jede Meinung gelten lassen zu müssen, selbst in der eigenen Partei, „auch wenn sie diese Meinung selbst ekelhaft finden“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag). Dass Rechtsextremisten versuchten, die Piraten zu unterwandern, sei bei einer neuen Partei nicht überraschend. Daran seien die Piraten auch nicht schuldig. „Schuldig machen sie sich nur, wenn sie sie auch in der Partei dulden“, sagte Beck der Zeitung.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Berliner Piraten-Fraktion, Martin Delius, hatte am Wochenende mit einem Vergleich zwischen seiner Partei und der NSDAP für Empörung gesorgt. Er entschuldigte sich und zog daraufhin auch seine Kandidatur für den Bundesvorstand der Piratenpartei zurück. Diese trifft sich am kommenden Wochenende zu ihrem Bundesparteitag in Neumünster.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " NSDAP-Vergleich: Grüne üben scharfe Kritik an den Piraten"

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  • @hardy "Auch Terroristen, Kinderschänder, Serienmörder haben das verfasste und verbriefte Recht auf einen Anwalt."
    - bei den grünen haben sogar pädophile wie cohn bendit eine politische heimat gefunden

  • @Gunter

    "In der Gründungszeit der Grünen gab es einen späteren Außenminister der sich prügelte, einen späteren Innenminister welcher die RAF verteidigte usw."

    Nun ja, wenn man keine Ahnung und kein Verständnis hat ...

    Also, meine Generation lebte mit dem Verdikt, daß die eigene Elterngeneration auf sie schießen liess, Sie erinnern sich, Kuras? Da schmeisst man schon mal Steine und das ist ist auch okay so.

    Der Terroristenverteidiger war ja dann später bei der SPD, aber ... ahem, Recht und Ordnung kann ich da nur sagen, dazu gehört der "Anwalt des Teufels". Auch Terroristen, Kinderschänder, Serienmörder haben das verfasste und verbriefte Recht auf einen Anwalt.

    Daß jemand verteidigt muss nicht heissen, daß er sich "gemein" macht - was andere neben Schily ja durchaus getan haben.

    Ihr Hass auf die Grünen ist der Hass der Sitzenbleiber auf die Streber. Sie ertragen es einfach nicht, daß es da eine Partei gibt, die nicht vom inneren Schweinehund und von der Gier auf Bestechungsgelder getrieben wird, Sie wollen lieber die korrupten Sitzenbleiber.

    Verständlich, Ihr Hass auf das Bild, das in Ihrem Kopf als Platzhalter der Grünen kreiselt - nur, es hat so wenig mit dem da draussen zu tun.


  • Und den noch:

    "besonders die dezentrale Machverteilung die den Lobbyisten"

    Bitte schalten Sie mal gerade für eine Millisekunde auf "Realität": Nur, daß die Lobbyisten jetzt aus der IT-Branche kommen, die Großen ihr "Recht" auf Rechtsbruch (Google findet Ihnen jede illegale MP3, das ist ihr geschäft ...) sichern, indem sie die hehren Ziele der noch ziemlich naiven Piraten fördern, das hat latüüüürnich üüüüberhaupt rein gar nix mit "Lobbyismus" zu tun. Nicht doch ...

    Die Grünen haben mittlerweile auch "Lobbyisten", also sagen wir mal die Solarbranche, die Windmühlenindustrie, die Ökobauern ... Die Piraten eben die IT Branche.

    Machen Sie sich da bitte nichts vor: Nur, daß sie es vielleicht noch nicht sehen, heisst noch lange nicht, daß es nicht _DA_ ist ...

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