Nur 89,5 Prozent für CDU-Chefin
Wiederwahl mit Denkzettel für Angela Merkel

Angela Merkel übernimmt zwei weitere Jahre das Amt der CDU-Chefin. Die Bundeskanzlerin erhielt bei der Wahl am Dienstag in Essen 89,5 Prozent der Stimmen der knapp 1000 Delegierten. Das ist zumindest ein kleiner Dämpfer.
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EssenKanzlerin Angela Merkel hat bei ihrer Wiederwahl zur CDU-Vorsitzenden einen Dämpfer hinnehmen müssen. Beim Bundesparteitag am Dienstag in Essen stimmten 89,5 Prozent der Delegierten für sie, teilte die CDU mit. Das ist ihr schlechtestes Ergebnis als CDU-Vorsitzende während ihrer Kanzlerschaft und ihr zweitschlechtestes Resultat überhaupt. 2004 kam sie auf 88,4 Prozent.

Merkel sagte nach der Wahl: „Liebe Delegierte, ich nehme die Wahl an und freue mich über das Ergebnis. Herzlichen Dank für das Vertrauen.“

Die CDU wertet anders als andere Parteien die Enthaltungen bei der Abstimmung als ungültig. So fallen die Ergebnisse meistens etwas besser aus. Bezieht man die Enthaltungen mit ein, kommt Merkel diesmal auf 89,1 Prozent. Sie wurde zum neunten Mal zur CDU-Vorsitzenden gewählt.

Das Ergebnis ist vergleichsweise mager für die Kanzlerin vor dem Wahljahr 2017. Merkel steht seit fast 17 Jahren an der Spitze ihrer Partei und will sie zum vierten Mal als Kanzlerkandidatin in den Bundestagswahlkampf führen.

Zuvor hatte die CDU-Vorsitzende ihre Partei auf einen harten Bundestagswahlkampf eingestimmt. „Ihr müsst mir helfen“, sagte die 62-Jährige zu den rund 1.000 Delegierten. „Die Bundestagswahl wird schwierig wie keine Wahl zuvor, zumindest seit der Einheit. Sie wird wahrlich kein Zuckerschlecken.“

In ihrer 77-minütigen Rede wurde Merkel erst in der letzten Viertelstunde kämpferisch und persönlich. Ihre Entscheidung, nochmals als Kanzlerkandidatin anzutreten, sei alles andere als trivial gewesen - „weder für das Land, noch für die Partei, noch für die Person“, sagte die Parteivorsitzende.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer lobte am Rande des Parteitags, das Treffen in Essen sei eine „gute Startrampe“ für den gemeinsamen Bundestagswahlkampf. Merkel habe eine gute Rede mit „sehr viel Selbstkritik“ gehalten.

In der Aussprache nach Merkels Rede gab es teilweise heftige Kritik an der Vorsitzenden. Sie habe die CDU zu weit nach links gerückt und mit ihrer Flüchtlingspolitik die Alternative für Deutschland (AfD) erst möglich gemacht, erklärten mehrere Redner.

Es war Merkels erste Wahl bei einem Parteitag seit der Flüchtlingskrise 2015 und ihren umstrittenen Entscheidungen bei der Aufnahme von fast einer Million Menschen. Inzwischen hat die CDU ihre Asylpolitik massiv verschärft und will auf diesem Kurs bleiben.

Am Mittwoch sollen die Delegierten auf Vorschlag der Parteispitze beschließen, dass Abschiebehaft und Ausreisegewahrsam noch strenger geregelt und Verstöße gegen Vorschriften bei der Aufnahme oder gegen Integrationsmaßnahmen schärfer geahndet werden.

Merkel erzielte ihr bisher bestes Resultat 2012 mit 97,9 Prozent - vor dem Wahljahr 2013, als die Union dann mit 41,5 Prozent Wahlsiegerin mit großem Abstand zur SPD wurde.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nur 89,5 Prozent für CDU-Chefin: Wiederwahl mit Denkzettel für Angela Merkel"

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  • Fast 90 % für jemanden, der Deutschland vernichten will? Unglaublich!!!

  • Traurig wie harmlos diese Parteimitglieder sind, wenn es unter 1000 Parteitagsteilnehmern nicht einen keinen gibt der aufsteht ans Pult tritt und die eigentlichen Probleme im Land und auch international anspricht.
    Diese oberflächliche Rede von Frau Merkel ist für meine gesellschaftspolitische Einstellung nichtssagend.
    Und die Überschrift ,2016 hat die Welt schwächer und instabiler gemacht, wo bleibt da die Selbstkritik was dazu die Kanzlerin und die CDU dazu beigetragen hat.
    Warum wird Aleppo mit CETA und TIPP verglichen? haben wir mit der Politik der letzten Jahre nicht für die entstandenen Zustände mitgewirkt, eine Mitschuld. Haben wir die die für Regimechange stehen nicht unterstützt und was werden wir zukünftig tun, damit die Welt friedlicher wird. Wer will uns angreifen? Müssen wir überall mit zündeln und uns da über die Folgen aufregen.
    Was haben wir mit unüberlegten Entscheidungen in der Ukraine für Leid angerichtet. Was haben uns die Russen getan das wir einen Russenhass entwickelt haben.
    Schämt Euch Ihr Parteimitglieder der CDU.

  • Die „Lausitzer Rundschau“ kommentiert scharf: „Die Kanzlerin und ihre Union können von Glück sagen, dass die Rechten in Deutschland keinen entschlossenen und skrupellosen Wahlkämpfer wie Donald Trump gefunden haben, sondern bloß Frauke Petry.“
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    Da scheint die AfD auch noch Personalbedarf zu haben " ----- aber Männer, die für das Kanzleramt tauglich wären, scheinen in D allgemein "wegfeminisiert" zu sein.

    Merkel : "Ihr müßt mir helfen"
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    Wenn es in dieser politisch ausgelaugten CDU noch einen Helfer geben würde, dann würde dieser Helfer kandidieren und nicht Frau Dr. Merkel !!

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