Nur Bundestag, Bundesregierung und die politischen Parteien schneiden noch schlechter ab
Schlechte Noten für Arbeitsagenturen

Das Ansehen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich im Zuge der Hartz-Reformen spürbar verschlechtert. Weite Teile der Bevölkerung nehmen die BA als unflexible Behörde wahr. Die Agentur genießt weniger Vertrauen als Post, Telekom, Unternehmensverbände, Gewerkschaften und die Deutsche Bahn. Zudem schalten immer weniger Unternehmen die BA bei der Suche von Mitarbeiten ein. Das ist das Ergebnis einer Infas-Untersuchung im Rahmen der wissenschaftlichen Evaluierung der Reformpakete Hartz I bis III im Auftrag der Bundesregierung, die dem Handelsblatt vorliegt.

DÜSSELDORF/BERLIN. Insgesamt zeigen die umfangreichen Studien: Der Umbau der Arbeitsmarktpolitik durch die ehemalige rot-grüne Regierung ist weitgehend gescheitert. Eine Sprecherin von Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) sagte, das Kabinett werde sich im Januar mit den Ergebnissen der Evaluierung befassen. Eine inhaltliche Stellungnahme lehnte sie ab.

Nicht nur die arbeitsmarktpolitischen Instrumente, auch die BA selbst bekommt in der Studie keine guten Noten. Das Ziel, die BA in einen modernen Dienstleister für Arbeitssuchende zu verwandeln, wurde bislang nicht erreicht, zeigt die Infas-Studie. „Die Einschätzung, dass es sich bei der Bundesagentur (noch) nicht um einen modernen Dienstleister handelt, hat sich verfestigt“, lautet das Fazit. Im Jahr 2004 sagten 42 Prozent der Deutschen, die BA sei „kein moderner Dienstleister“, 2005 waren es 52 Prozent. Infas hat für die Studie über 9 000 Personen interviewt, darunter Arbeitslose, Arbeitnehmer und Unternehmer.

Noch weniger Vertrauen als in die BA haben die Deutschen in ganz wenige Institutionen: Nur Bundestag, Bundesregierung und die politischen Parteien schneiden noch schlechter ab. Diese drei konnten in den letzten Jahren aber immerhin ihr Image verbessern. Anders die BA: „In den letzten fünf Jahren haben die Agenturen für Arbeit spürbar an Vertrauen eingebüßt. Zeigte im Jahr 2000 noch ein Drittel der Westdeutschen Vertrauen, sank der Wert bis 2005 nun weiter auf ein Fünftel.“ Auch aus Sicht der Arbeitssuchenden gibt es keine Forschritte: „Aus Kundensicht liegen die dringendsten Verbesserungsbedarfe erneut in den Bereichen ,Bearbeitungsgeschwindigkeit’, ,Erreichbarkeit’ und ,Verständnis für persönliche Belange’. Gemessen an der Vorjahresmessung hat sich damit die Situation nicht verbessert.“

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