Nur noch 16 Prozent
Grüne sinken in der Wählergunst

Die Grünen haben ein Problem: Die SPD geht immer mehr auf Distanz zu Künast und Co. Kurz nachdem eine Regierungsbeteiligung in Berlin geplatzt ist, brechen nun auch die Umfragewerte ein. Verbitterung macht sich breit.
  • 7

Berlin/HamburgDie Grünen sind in der Wählergunst bundesweit auf den schlechtesten Wert seit März abgestürzt. Im repräsentativen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich im Auftrag der Zeitung „Bild am Sonntag“ erhebt, erreichen sie nur noch 16 Prozent. Das ist ein Minus von einem Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche und sogar sieben Prozentpunkte weniger, als noch im Mai dieses Jahres.

SPD und Grüne sehen vor dem Hintergrund des Zerwürfnisses in Berlin eine Koalition im Bund skeptischer als früher. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte dem „Spiegel“ laut einer Vorabmeldung vom Sonntag: „Wir wissen, dass Zwangsgemeinschaften hysterische Folgen haben.“ Er fügte hinzu: „Es gibt kein rot-grünes Lager.“ Die SPD müsse den Ehrgeiz haben, bei der nächsten Bundestagswahl stärkste Partei zu werden. Das könne sie schaffen.

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises der SPD, Garrelt Duin, verlangt: „Im nächsten Wahlkampf muss rot pur wahrnehmbar sein. Es darf nicht mehr darum gehen, sich einem Partner zu unterwerfen, und es darf keine Automatismen geben.“ Duin kritisierte die Neigung der Grünen zu Protesten gegen große Bauprojekte: „Fast jeder Abgeordnete kann von solchen Projekten in seinem Wahlkreis berichten, bei denen es diese Art Konflikt mit den Grünen gibt, weil sie mal wieder dagegen sind.“

Die Grünen wehren sich und werfen der SPD vor, Bündnisse mit der CDU anzustreben. „Bei der SPD scheint sich die Sehnsucht nach einer Koalition mit der Union zu vergrößern, nach dem münteferingschen Motto: Hauptsache, wir regieren, und Opposition ist Mist“, sagte Parteichefin Claudia Roth dem Magazin. Die Fraktionsvorsitzende Renate Künast sagt, sie nehme „zur Kenntnis, dass die SPD sich alles offenhält“. So wie die CDU die Grünen mit dem Wort Dagegen-Partei bekämpfe, inszenierten die Sozialdemokraten sich als angebliche Infrastrukturpartei.

Die FDP hat im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt hinzu gewonnen. Die Liberalen kommen jetzt auf vier Prozent, würden damit aber den Wiedereinzug in den Bundestag verpassen. Stabil bei neun Prozent liegt weiterhin die Piratenpartei.

Unverändert sind auch die Werte für Union (32 Prozent), SPD (28 Prozent) und Linkspartei (7 Prozent). Die sonstigen Parteien landen insgesamt bei vier Prozent.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nur noch 16 Prozent: Grüne sinken in der Wählergunst"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Relax-Senf
    "Die Grünen haben ein Problem." Die Grünen haben mehr als ein Problem. Die hohen Umfragewerte in der Wählergunst sind auch dadurch entstanden, dass sich eine ganze Partei und ihre medialen Leitfiguren eindrücklich wie Stammtischpolitiker bei fortschreitendem Alkoholgenuss inszenieren. Man schwafelt einfach so daher, wie es nach viel Alkohol noch erklärbar und entschuldbar isr. Man ist immer am Kritisieren. Man lässt an keiner Idee einer anderen Partei ein gutes Haar, selbst wenn man noch kurze Zeit vorher dieselbe Idee mit Inbrunst unters Wahlvolk bringen wollte. Jetzt machen dies die anderen Parteien auch, aber bei den Grünen hat es einen extremen Umfang angenommen.
    Keine Demonstration, kein öffentlicher Protest, wo nicht eine der Gallionsfiguren der Grünen in vorderster Front als zuverlässiger Protestapostel mit dabei ist, damit es sicher für die mediale Berichterstattung reicht.
    Das ist selbstverständlich das geschützte und gute Recht in einer Demokratie. Was mir aber fehlt, sind konkrete und umsetzbare Lösungsangebote für erkennbar dringende Probleme in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Lösungen sollten übrigens so sein, dass sie Mehrheitsfähig sind, also nicht nur Seelenwünsche der eigenen Wähler abdecken. Diesbezüglich haben die Grünen noch einen langen Lernprozess vor sich. Sie sind immer gegen alle Konsenslösungen, wenn die Lösung nicht ihre Handschrift trägt und somit der Verfolgung von machtpolitischen Zielen dient.
    Es ist gut, dass es die Grünen gibt und ich begrüsse und unterstütze grünes Gedankengut. Das populistische Verhalten der Partei und das unablässige Proteststakkato von Roth, Künast und Trittin fördern jedoch eher weniger als mehr Wählbarkeit der Grünen.

  • Die Grünen müssen wieder dahin zurück gejagt werden, wo sie herkommen, in die Bedeutungslosigkeit.
    Sie sind Volks- und Landesverräter

  • Die Chaos-Grünen werden der FDP folgen in den Untergang !

    Die Kommunisten Trittin ,Roth ,Künast möchten DE gern

    im Sozialismus sehen .

    Auch die Grünen-Verräter haben dem EFSF zu 100% zugestimmt

    Die Rache des Volkes werden diesen Haufen ebenso unter

    die 5% Wählerzustimmung drücken !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%