Nur Proteste erwartet
Verdi hält sich vorerst zurück

Mit Streiks gegen die von einigen Bundesländern geplante Verlängerung der Arbeitszeiten für Angestellte und Arbeiter des öffentlichen Dienst will sich die Gewerkschaft Verdi vorerst zurückhalten. Streiks solle es erst am Ende des Jahres geben, hieß es.

HB BERLIN. Streiks werde es erst Ende des Jahres geben, wenn die Verhandlungen zur Tarifrunde 2005 starteten, sagte der Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft, Harald Reutter, dem Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“. Im Mai sei noch nicht mit „echten Streikaktionen“ zu rechnen. Er erwarte lediglich einige Proteste. Nach Hessen und Bayern kündigte auch Nordrhein-Westfalen eine Verlängerung der Arbeitszeiten für die Arbeiter und Angestellten des öffentlichen Dienstes an, allerdings nur auf 41 Stunden. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte, er rechne nicht mit großem Widerstand gegen die Pläne der Länder.

Verdi-Chef Frank Bsirske hatte vor einigen Tagen einen Konflikt in bisher nicht gekannten Ausmaß angekündigt und gesagt, die Gewerkschaft werde ab Mai möglicherweise zu Urabstimmungen über Streiks aufrufen. Man werde sich mit ganzer Kraft gegen längere Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst wehren. Die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) hat den Arbeitszeit- Tarifvertrag für Angestellte und Arbeiter im öffentlichen Dienst im Westen gekündigt, um deren Wochenarbeitszeiten an die 40 bis 42 Stunden von Beamten anzugleichen.

Der NRW-Finanzminister Jochen Dieckmann (SPD) sagte dem „Handelsblatt“ (Montagsausgabe): „Ab Mai bekommen alle Arbeitnehmer, die wir neu einstellen, Arbeitsverträge mit der 41-Stunden-Woche.“ Er könne es nicht hinnehmen, dass es in einem Büro für Beamte und Angestellte völlig unterschiedliche Arbeitszeiten gebe. Für Beamte hat NRW die Arbeitszeit bereits im Januar angehoben.

Koch bezeichnete es als ein Gebot der Fairness, die Arbeitszeiten von Arbeitern und Angestellten denen der Beamten anzugleichen. Die Mehrarbeit werde keine großen Proteste auslösen, sagte er dem „Focus“: „Wer im Augenblick im Landesdienst eine Stelle erhält, sieht darin eine Chance und freut sich über einen sicheren Arbeitsplatz.“

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